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Relevante Parteien in der Bundesrepublik Deutschland

Christlich Demokratische Union

CDU

 
 
  Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) gehört zu den →relevanten Parteien im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, und zwar im parlamentarischen und elektoralen Parteiensystem. Sie zählt darüber hinaus zu den Parteien, die typischerweise die Regierung stellen (gouvernamentales Parteiensystem). (vgl. Decker 2011, S.23)
  • entstanden in den Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg als "bürgerliche Sammlungspartei" mit christlicher und antikommunistischer Orientierung (Decker/Neu (Hg.) 2007, S.201), Bundespartei seit 1950; nach der Wende ging die Ost-CDU, die ehemalige »Blockpartei in der DDR, in der gesamtdeutschen CDU auf und brachte der CDU "einen beträchtlichen Startvorteil" in den neuen Ländern (vgl. ebd., S.203)

  • auf Länderebene immer wieder in der Regierungsverantwortung allein oder in unterschiedlichen Koalitionen

  • »Schwesterpartei der →CSU, die sich nur in Bayern an Wahlen beteiligt; im deutschen Bundestag seit 1949 »Fraktionsgemeinschaft mit der CSU (»CDU/CSU-Bundestagsfraktion)

 Organisation und Mitglieder

In der Organisationsstruktur der CDU spiegelt sich ihr Charakter als "Prototyp einer »Volkspartei" (Peter Haungs, zit. n.  Decker/Neu (Hg.) 2007, S.213) mit einem föderalen Aufbau, vergleichsweise großen, wenngleich sinkenden Mitgliederbestand, zahlreichen locker angegliederten Parteivereinigungen und einem gut aus- und aufgebauten Parteiapparat. Weitere Merkmale:
  • seit den 1970er Jahren sehr hohe Konstanz der Führungsspitze, z. B. Bundesvorsitzende: »Helmut Kohl (*1930) 1973-1998, »Angela Merkel (*1954) seit 2000

  • in der Regel jährliche Bundesparteitage mit 1001 Delegierten, die der/die Bundesvorsitzende/n und sieben Mitglieder des Parteipräsidiums wählen.

  • Dem Parteipräsidium als dem eigentlichen Führungsorgan der Partei gehören an  qua Amt: Parteivorsitzende(r), Generalsekretär(in), vier stellvertretende Bundesvorsitzende, Bundesschatzmeister(in); sofern von der CDU gestellt: Bundeskanzler(in), Präsident oder Vizepräsident des Deutschen Bundestages; Fraktionsvorsitzende(r) im Bundestag, Vorsitzende(r) der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments; etwaige CDU-Ministerpräsidenten als kooptierte Mitglieder; (vgl.  Decker/Neu (Hg.) 2007, S.213f.)

  • 17 Landesverbände, 37 Bezirksverbände, 360 Kreisverbände und ungefähr 11.700 Ortsverbände

  • Wichtige Vereinigungen: »Junge Union (Mitglieder bis 35 J.), »Frauen-Union, »Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA),

 

Grundsatzprogramme

Trotz der verschiedenen Programme gilt die CDU nicht als eine klassische Programmpartei, "die der programmatischen Selbstverständigung eine starke oder bindende Rolle zumaß" (Decker/Neu (Hg.) 2007, S.209; vgl. Hesse/Ellwein 2012, S.314)

Programmatisches Profil und Parteiziele

  • Einfluss katholischer, liberaler und konservativ-protestantischer Vorstellungen auf die Programmatik (»katholische Soziallehre, »Neo- oder »Ordoliberalismus, konservativ-protestantische Strömungen, z. B. traditionelle Wertschätzung von Gemeinschaften) (vgl. Rudzio 2011, S.132)

  • wird häufig zusammen mit der FDP als "Partei des ökonomischen Erfolgs" wahrgenommen (vgl. Hesse/Ellwein 2012, S.312)

  • nach der Ära ihres Kanzlers »Helmut Kohl (*1930), der von 1973 bis 1998 auch Vorsitzender der Partei war, programmatische Neuorientierung (ebd.)

  • Außenpolitik: enge Westbindung, besonders zu den USA, europäische Integration; Wirtschaftspolitik: »Soziale Marktwirtschaft mit ökologischer Komponente mit dem Ziel im Rahmen der privatwirtschaftliche Ordnung einen sozialen Ausgleich zu ermöglichen; Sozialpolitik: Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger (»Subsidiaritätsprinzip), Förderung der Familien mit Transferleistungen (»Teilelterngeld, »Betreuungsgeld, »Großelternzeit etc.); Verteidigungspolitik: Auslandseinsätze der Bundeswehr auf der Grundlage des Grundgesetzes und Völkerrechts zur  Bewahrung oder Wiederherstellung des Friedens und zur Gewährleistung der internationalen Sicherheit; Umweltpolitik: nach "Politikwechsel" im Anschluss an die »Nuklearkatastrophe von Fukushima im März 2011 gemeinsam mit großer Bundestagsmehrheit (513 Ja-Stimmen) »Atomausstieg bis 2022, danach: »Energiewende mit dem »Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG); Innenpolitik: schärfere Bestrafung von Verbrechen; Bundeswehreinsätze im Innern bei Katastrophen und Anti-Terror-Einsätzen; »Vorratsdatenspeicherung, stärkere Überwachung des Internets; Kultur-/Bildungspolitik: Beibehaltung eines gegliederten Schulsystems, des Religionsunterrichts an den Schule und der Studiengebühren an den Universitäten

  • Derzeitige Schwerpunkte der Politik (2013): Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise im allgemeinen, der so genannten »Eurokrise im besonderen, Wachstums-, Energie- und Bildungs- und Familienpolitik (→Wahlprogramm zur Bundestagswahl)

Regierungsverantwortung auf Bundesebene

CDU-Kanzler(innen):

Soziale Zusammensetzung der Parteimitgliedschaft:

 

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 15.08.2016

 

 
     
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