▪
Kognitionspsychologie
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Überblick
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Hauptbereiche
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Wissensrepräsentation
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Gedächtnis
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Überblick
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Alltagstheorien
▪
Arten des Gedächtnisses
(strukturorientierte Betrachtung)
▪
Mnemonische Prozesse im
Gedächtnis
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Besondere
Gedächtnisleistungen
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Bausteine
Als • kulturelles Gedächtnis
bezeichnen die deutschen Kulturwissenschaftler »Aleida
Assmann (geb. 1947) und »Jan
Assmann (1938-2024) "die Tradition in uns, die über Generationen, in
jahrhunderte-, ja teilweise jahrtausendelanger Wiederholung gehärteten
Texte, Bilder und Riten, die unser Zeit- und Geschichtsbewußtsein, unser
Selbst- und Weltbild prägen." (Jan
Assmann 2006,S.70) Unsere Erinnerungen sind demnach eben auch "kulturell
»eingebettet«" (ebd.,
S.69)
Das kulturelle Gedächtnis,
betont Aleida Assman weiter, setze sich nicht einfach fort, sondern müsse
immer wieder neu ausgehandelt, etabliert, vermittelt und angeeignet
werden.
Dabei müsse dieses "generationen- und epochenübergreifende Gedächtnis"
mit
unterschiedlichen kulturellen Praktiken aufgebaut werden.
Dies bedeute aber
auch, "daß sich mit dem wandelnden Entwicklungsstand dieser Medien auch die
Verfaßtheit des Gedächtnisses notwendigerweise mitverändert." (ebd.)
Zugleich eröffne jedes Medium einen spezifischen Zugang zum kulturellen
Gedächtnis. Die Schrift, die der Sprache folge, speichere anders und anderes
als die Bilder, die sprachunabhängige Eindrücke und Erfahrungen festhielten.
(vgl. ebd., S.20)
Wie die
kulturellen Erinnerungsräume,
die durch kulturelle Praktiken zustande kommen, aussehen und gestaltet
werden, hängt von politischen und sozialen Interessen ebenso ab wie vom
Wandel der technischen Medien.
Erinnerungsräume, die
mit dem (bewohnten) •
Funktionsgedächtnis
verbunden sind, entstehen "durch jene partielle Ausleuchtung von
Vergangenheit, wie sie ein Individuum oder eine Gruppe zur Konstruktion von
Sinn, zur Fundierung ihrer Identität, zur Orientierung ihres Lebens, zur
Motivierung ihres Handelns brauchen."
Was dabei
erinnert von einem einzelnen oder kollektiven Träger erinnert
wird ist an diesen bzw. diesen gebunden und erfolgt stets unter
den von ihnen gewählten oder ihnen zur Verfügung stehenden
Perspektiven, denn ihre "gebundene Erinnerung" beleuchtete von einer bestimmten Gegenwart aus einen Ausschnitt der
Vergangenheit auf eine Weise, "daß er einen Zukunftshorizont
freigibt. Was zur Erinnerung ausgewählt wird, ist stets von den Rändern des
Vergessens profiliert." (ebd.,
S.408 )
Solche Erinnerungsräume fokussieren die Erinnerung
auf bestimmte Elemente und nehmen dafür das Vergessen von Erinnerungen, die
nicht mit den Funktionen
Gruppenbezug, Selektivität,
Wertbindung und Zukunftsorientierung verbunden werden können, in Kauf.
Erinnerungsräume, die mit
dem (unbewohnten) • Speichergedächtnis
verbunden sind, betonen hingegen "die «Trennung von Vergangenheit und
Zukunft» (J. Ritter), bzw. die «Kluft zwischen Erfahrungen und Erwartungen»
(R. Koselleck)" und gehen von der historischen Zeitferfahrung aus, "daß seit
der Neuzeit Vergangenheit und Zukunft, Erfahrungsraum und Erwartungshorizont
immer weniger miteinander zu tun haben." (ebd.,
S.408)
Es gibt aber, so betont A.
Assman, auch Erinnerungsräume, "in denen sich Zukunftserwartungen keineswegs
von Bildern der Vergangenheit ablösen, sondern von bestimmten
Geschichtserinnerungen angestoßen und untermauert sind." (vgl.
ebd., S.408f.)
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
19.12.2024
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