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Statistik des Suizids

Suizid in Deutschland 1893-2000

 
 
  Die Entwicklung der Anzahl von Suiziden in Deutschland hat sich wie folgt vollzogen. Dabei muss man allerdings stets berücksichtigen, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, Sterbefälle also, die anderen Todesursachen zugerechnet werden, in Wahrheit aber Folge von Suizidhandlungen sind. Dazu zählen z. B. Drogentote, von denen nahezu 20% als Suizide gelten, oder auch Suizide bei älteren Menschen, die vor ihrem Freitod an einer tödlichen Krankheit gelitten haben, die als Todesursache in die Statistik eingeht. (Vgl. Gesundheitsbericht für Deutschland, 1998)

In Deutschland beobachtet man seit 20 Jahren einen steten Rückgang der Suizide. Während 1980 von 100 000 Personen 24 freiwillig aus dem Leben geschieden sind, waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2003 14 Personen. Anders gesagt: 11.150 Menschen setzten ihrem Leben im Jahr 2003 freiwillig ein Ende, was einem Anteil von 1,3% an allen Verstorbenen ausmacht. (vgl. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 18.10.2005) Die Zahl der durch Suizid Verstorbenen übersteigt damit die Zahl der Verkehrstoten beträchtlich (2002: 6.842 Personen) ((vgl. Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 3.3.2004)

Das Durchschnittsalter der durch Suizid gestorbenen Personen hat sich zwischen 1982 und 2002 um 3 auf 54,4 Jahre erhöht. (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts, 3.2.04). Dabei waren die Männer im Durchschnitt mit 52,6 Jahren deutlich jünger als die Frauen (59,1 Jahre). In der Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen rangiert der Suizid nach dem Unfalltod an zweiter Stelle der Todesursachen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Selbsttötung in dieser Altersgruppe besonders häufig ist, denn schließlich ist der Suizid in dieser Altersklasse neben Mord und Unfall und wegen der altersbedingt deutlich weniger auftretenden Krankheiten die beinahe einzig mögliche Todesursache. Die Altersverteilung der Suizide in Deutschland zeigt, dass die Suizidziffern mit zunehmendem Alter ansteigen (sog. "ungarisches Muster"). Dabei ist in den letzten Jahren besonders auffällig, dass der Anteil alter Menschen an der Gesamtzahl der Suizide zugenommen hat. Allerdings ist zu beachten, dass mit zunehmendem Alter zwar der Anteil der Suizide an allen Todesarten abnimmt, die alterspezifischen Suizidraten pro 100000 Einwohnern allerdings wächst. Heutzutage wird z. B. fast jede zweite Selbsttötung, die eine Frau vornimmt, von einer Frau über 60 Jahre durchgeführt.

Suizidziffern in Deutschland 1893-2000

 

männlich

weiblich

gesamt

1893

33,6

8,3

20,9

1895

32,5

8,4

20,2

1900

32,6

8,5

20,4

1905

33,4

9,5

21,4

1910

33,2

10,3

21,6

1914

32,8

11

21,7

1915

22,7

10,7

16,6

1917

19,8

11,8

15,7

1920

29,3

14,6

21,7

1925

36,4

13,3

24,5

1930

40,6

15,7

27,8

1935

40,7

15,7

27,5

1940

 keine Daten vorhanden

1945

1946

31,8

15,4

22,7

1950

30,0

15,1

22

1955

28,4

15,3

21,4

1960

30,1

16,2

22,7

1965

29,9

16,3

22,7

1970

31,1

16,7

23,5

1975

31,4

17,6

24,1

1980

31,7

16,3

23,6

1985

32,4

14,5

23,1

1990

24,7

10,6

17,5

1995

23,21

8,74

15,78

2000

20,27

6,97

13,46

Sonstige Quellen:

 

 
  Überblick ] Suizidziffern ]  
      
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