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Rhetorische Analyse von Slogans

Wortbezogene rhetorische Mittel

 
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▪ Schulische Analyse von Werbeanzeigen (Schreibform)

▪ Slogan
Überblick

▪ Formen von Slogans
▪ Funktionen des Slogans
▪ Analyse von Slogans
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▪ Inhaltliche Analyse
▪ Rhetorische Analyse
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Eigenschaften eines "guten" Slogans

▪ Rhetorische Mittel
▪ Überblick
▪ Wirkungsbereiche rhetorischer Figuren
▪ Überblick
▪ Klangfiguren
▪ Wortfiguren
▪ Satzfiguren
▪ Sinnfiguren
▪ TOP 25 - Basisauswahlliste
▪
Einzelne rhetorische Mittel im Detail

▪ Die rhetorische Gestaltung von Slogans untersuchen (1): Wortbezogene rhetorische Mittel
▪ Die rhetorische Gestaltung von Slogans untersuchen (2): Satzbezogene rhetorische Mittel

▪ Ironisches Spiel mit Neologismen in der Werbung

Man kann nach Baumgart (1992, S.52-67) die ▪ rhetorischen Mittel, die in ▪ Slogans zum Einsatz kommen, in wortbezogene und ▪ satzbezogene rhetorische Mittel unterscheiden. (vgl. ▪ Rhetorische Mittel - Alphabetische Liste)

Inwieweit die Unterscheidung in wortbezogene und satzbezogene rhetorische Mittel für die schulische Werbetextanalyse nötig ist, lässt sich nur im Einzelfall ermessen.

Nach Manuela Baumgart (1992, S.52-58) sind die folgenden 10 wortbezogenen rhetorischen Mittel für Slogans typisch:

 

Rhetorisches Mittel

Beschreibung und Funktion

Beispiele

1

Neubildung (Neologismus)

Typen:

  1. tatsächlicher Neologismus

  2. Augenblickskompositum
    (für eine bestimmte Gelegenheit werden zwei Begriffe miteinander verbunden)

Funktion:

  • Sprachökonomie (man kann mit einer Wortneuzusammensetzung sich oft eine umständlichere grammatische Konstruktion sparen)

  • Demonstration sprachlicher Kreativität und Originalität, "Witzigkeit"

zu a) "Maroditis": Milch ist gegen Maroditis (= Ausdruck für alle möglichen physischen und psychischen Störungen)

zu b) "Leichtschwung-Kurzski" (statt langwieriger syntaktischer Konstruktionen)

2

Veralteter Ausdruck (Archaismus)

Antiquierte Wörter und Wendungen werden im Dienste von Abwechslung, Verfremdung und Aufmerksamkeitserregung wieder belebt und werblich konkret besetzt;
mitunter auch bewusst eingesetzt, um einem gebildeten Publikum unter Hinweis auf langjährige Tradition Qualität zu suggerieren; daher: zielgruppenspezifisches Mittel

"Heim", "Kost"

3

Fremdwort

  • Wörter, die von ihrer Herkunft her betrachtet, deutlich einer anderen Sprache entstammen (keine adaptierten Wörter wie "fit" oder "Dynamik"

  • Wörter, für die zwar schon längst eine deutsche Schreibweise existiert, die aber bewusst in ursprünglicher Weise wiedergegeben werden, um einen "vornehmeren" Klang zu erzeugen

"Friseur" statt "Frisör"

4

Jargonwort

umgangssprachliche Ausdrücke werden zielgruppenspezifisch verwendet;
Gefahr: Jargonismen aus der Jugendsprache werden leicht als Anbiederung empfunden

 

5

Fachwort

Wörter, die aus einer Fachsprache stammen, und im Falle ihres fremdsprachlichen Ursprungs kein deutsches Synonym besitzen; auch pseudo-fachsprachliche Neologismen

"Sicherheitszone". "Spitzentechnologie"

6

Metapher

bildlicher Vergleich durch Fügung von Wörtern, die eigentlich nicht zusammengehören (bildliche Übertragung); metaphorischer Prozess nach Weinrich 1963): Verknüpfung eines Bildspenders mit einem Bildempfänger; metaphorischer Wortgebrauch als punktuelle Abweichung vom »dominanten, prototypischen Gebrauch eines Wortes, der Standardbedeutung« (Kurz 1993, S.17);
Gefahr: wenn Analogiebasis zu schmal ist und der Vergleich an den Haaren herbeigezogen ist, wirkt die Metapher "schief", "überzogen" oder schlicht unverständlich"

 

7

Beschönigung (Euphemismus)

Bestimmte Ausdrücke, die als werbeunwirksam oder gar werbeschädigend gelten, werden dadurch umgangen, dass stattdessen beschönigende Ausdrücke verwendet werden; mitunter Verwendung von ausgesprochenen Höchstwertwörtern, die zur semantischen Aufwertung und zur positiven Aufladung dienen

"Raumpflegerin" statt "Putzfrau"; "Hairstylist" statt Friseur; "Servicecenter" statt "Tankstelle"

8

Entkonkretisierung

Vertauschung von Mittel und Zweck mit Oberbegriffen, die weniger das Produkt als die versprochene Wirkung ausloben

"Schönheit" statt "Creme", "Liebe" statt "Schmuck"

9

Komparativ

dient zur Abgrenzung gegenüber Konkurrenzprodukten; wird meist als so genannter "leerer Komparativ" verwendet, weil vergleichende Werbung in Deutschland eingeschränkt ist

"mehr" besitzt komparative Funktion verweist aber zugleich ins Unkonkrete;
"Besser als Golf" (Renault-Werbung)

10

Superlativ

grammatisch die Höchststufe / 2. Steigerungsstufe bei der Steigerung (Komparation), die eine graduelle Differenz zwischen mehr als zwei miteinander verglichenen Werten ausdrückt; wenn die Vergleichswerte nicht ausgedrückt werden, spricht man vom Elativ

"Das Größte/Beste";

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Einzelne rhetorische Mittel im Detail

▪ Die rhetorische Gestaltung von Slogans untersuchen (1): Wortbezogene rhetorische Mittel
▪ Die rhetorische Gestaltung von Slogans untersuchen (2): Satzbezogene rhetorische Mittel

▪ Ironisches Spiel mit Neologismen in der Werbung

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 08.11.2021

 
 

 
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