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Der komplexe Text
Produktnamen lassen sich in
drei große Gruppen einteilen (vgl.
Platen 1997, S.39-45):
Übernahmen,
Konzeptformen,
Kunstwörter.

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Diese Form von Produktnamen sind "vollständige Eigennamen, Wörter oder
Morpheme, die aus natürlichen Sprachen bzw. aus dem allgemeinen
Namenbestand entlehnt und zur Bezeichnung von Produkten umfunktioniert
werden." (Platen 1997,
S. 39)
Die Übernahmen lassen sich weiter differenzieren in:.
-
Lexikalische
Übernahmen
Darunter versteht man Übernahmen von
Appellativen (=
Bezeichnungen für Gattungen, Klassen von Personen, Pflanzen, Tieren oder
Dingen) oder appellativischen Morphemen
Die lexikalischen Übernahmen lassen sich noch weiter nach Wortarten
differenzieren.
Beispiele: Golf, Camel. Lord, Merci (= Danke), Elle (= sie)
-
Onymische Übernahmen:
Diese Gruppe von Übernahmen stellen geographische oder Personennamen
dar.
Beispiele: Ascona, Capri, Wasa, Petra, Mont Blanc,
Zu den Konzeptformen zählen nach
Janich (1999, S.51) in
Anlehnung an Platen (1997) die Produktnamen, die die lexikalische oder
onymische Vorlage eindeutig verfremden oder abwandeln. Satznamen, die
nicht verfremdet sind, wie "Du darfst" oder "Nimm zwei" sollten daher
Ihrer Ansicht nach, im Gegensatz zu Platen, zu den lexikalischen
Übernahmen gezählt werden.
Die Konzeptformen lassen sich nach Platen (1997, S. 39ff.) in
vier Gruppen einteilen:
-
Deformierte Formen:
Darunter versteht man Konzeptformen, bei denen es zu
Veränderungen im An-,
In- oder Auslaut (Smild, Rama, Schauma), zu
Veränderungen in der
Schreibweise (Ra(h)ma) oder zur
Bildung von Kurzformen (Rei aus
rein bzw. Reinigungsmittel) kommt.
-
Abgeleitete (derivative)
Formen:
Diese Konzeptformen werden dadurch gebildet, dass ein
natürlichsprachiges oder künstliches Suffix angehängt wird (Yogur-ette,
Nut-ella, Sun-il)
-
Zusammengesetzte Formen:
Zu den zusammengesetzten Konzeptformen gehören auch
Wortkreuzungen (blends)
und graduell erweiterte
Mehrwort-Formen (Dentagard, Sinalco (= sine alcohol), Ultra Pampers,
Ultra Pamers Plus)
-
Komplexe Formen:
Platen zählt dazu alle Satznamen (Du darfst, Nimm zwei, Post-it,
After-Eight). Man wird allerdings hier der Kritik von
Janich (1999, S.51) (s.o.)
stattgeben müssen.
Da sich nicht selten Abgrenzungsprobleme ergeben können, sollte man
auch Übergangsformen akzeptieren und als solche kennzeichnen. (vgl.
Janich
1999, S. 52)
Kunstwörter sind im Vergleich zu Übernahmen und Konzeptformen weder aus
natürlichen Sprachen noch aus dem allgemeinen Bestand von Namen
übernommen. Sie sind besonders stark verfremdet. Man kann zwei Formen
unterscheiden:
-
Modulare Formen:
Diese Kunstwörter sind Kurzwörter, die in Silben oder Initialen
segmentierbar sind (Haribo (= Hans Riegel Bonn); Adidas (= Adi Dassler);
Fiat (= Fabbricca Italiana Automobilli Torino")
-
Kompakte Formen:
Darunter versteht man Kunstwörter wie Elmex, Kodak oder Twingo.
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Der komplexe Text
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
18.10.2021
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