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Persönlichkeitspsychologie

Überblick

 
 
Jeder von uns trägt gewisse Vorstellungen mit sich herum, was ihn persönlich ausmacht. Meistens versteht man darunter das, was einen in irgendeiner Weise aus der Masse der anderen hervorhebt, irgendwie unverwechselbar macht. Aber was das genau ist, wenn wir im Alltag von unserer Persönlichkeit sprechen, ist häufig immer wieder anderes. Das hängt letzten Endes auch damit zusammen, was wir zu unserer Persönlichkeit zählen, welche Erfahrungen wir mit uns und den anderen gemacht haben und wie wir solche Erfahrungen verarbeitet haben.
Aber auch die Wissenschaft hat keine einheitliche Vorstellung darüber, was man unter Persönlichkeit zu verstehen hat. Zu vielfältig scheinen die Voraussetzungen zu sein, die zu unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Persönlichkeit führen. Eines allerdings gilt allgemein: Persönlichkeit ist nichts, was unabhängig von unserem Denken darüber, existiert: es ist ein Konstrukt, das als Ergebnis von Denkprozessen entsteht. So verwundert es daher nicht, wenn ein solche Konstrukt unter der jeweiligen Perspektive verschiedener wissenschaftlicher Forschungsansätze auch unterschiedlich definiert wird.
Der US-amerikanische Psychologe »Gordon Allport (1897-1967), der als einer der Mitbegründer der sog. »humanistischen Psychologie gilt, und wohl vor allem mit seiner »Traits-Theorie einen nachhaltigen Einfluss auf die Persönlichkeitsforschung gewonnen hat, unterscheidet fünf verschiedene Definitionen, die zwar jede für sich und ihre Zeit mit ihren jeweils dahinter stehenden Menschenbildern als durchaus vertretbar, ihm aber, jeweils für sich betrachtet, keine konsistente Definition von Persönlichkeit lieferten (vgl. Schneider 1991, S.20)
  • Sammeldefinitionen:
    • "Persönlichkeit als eine Summe unterschiedlicher Komponenten" (Schneider 1991, S.19) 
    • Allport (1949, S.45, zit. n. ebd.): "Persönlichkeit ist die Gesamtsumme aller biologischer Anlagen, Impulse, Tendenzen, Neigungen und Instinkte des Einzelnen sowie der erworbenen Dispositionen und der Tendenzen, die er durch Erfahrung erworben hat"
  • Ganzheitliche Definitionen:.
    • "(betonen) die untrennbare Gesamtheit des Phänomens Persönlichkeit und somit die Ordnung persönlicher Eigenschaften" (Schneider 1991, S.19) 
    • Allport (1949, S.46, zit. n. ebd.)
      • "Die gesamte Ordnung eines Menschen in jedem Stadium seiner Entwicklung"
      • "Eine Zusammenfassung von Gefügen (Interessen), welche dem Verhalten eines Organismus einen besonderen individuellen Zug verleiht"
  • Hierarchische Definitionen:
    • "(fordern) eine pyramidenartige Organisation der Persönlichkeit", von basalen, isolierten, hin zu abstrakten Gegebenheiten" (Schneider 1991, S.19) 
    • Allport (1949, S.47, zit. n. ebd.)  "Stufen oder Schichten von Dispositionen, gewöhnlich mit einem vereinheitlichen oder ganzheitlichen Prinzip als 'Spitze'"
  • Anpassungsdefinitionen:
    • "Persönlichkeit in erster Linie (...) ein Phänomen der Entwicklung (...) als Gesamtorganismus in Interaktion mit der Umwelt" (Schneider 1991, S.20) 
    • Allport (1949, S.47, zit. n. ebd.):  "Die Ganzheit derjenigen Systeme, welche die charakteristischen Anpassungen (adjustements) eines Menschen an die Umwelt darstellen"
  • Definitionen aufgrund von Unterschiedlichkeit
    • stellen heraus, "dass eine individuelle Persönlichkeit überhaupt nur im Kontext der Verschiedenheit von anderen Individuen als solche erkennbar wird" (Schneider 1991, S.20) 
    • Allport (1949, S.47, zit. n. ebd.): "Persönlichkeit ist das geordnete System, das funktionierende Ganze oder die Einheit der Gewohnheiten, Anlagen und Gefühle, welche jedes Glied der Gruppe als verschieden von jedem anderen Glied der gleichen Gruppe erkennen lässt

Allport (1949, S.49, zit. n. ebd.) vielzitierte eigene Definition  , die sich "als Mischform aus Sammel- und Anpassungsdefinition" (Schneider 1991, S.20) verstehen lässt, gründet sich dabei auf die Vorstellung, dass das Verhältnis zwischen Individuum und Umwelt vor allem durch Anpassung gestaltet wird:

"Persönlichkeit ist die dynamische Ordnung derjenigen psychophysischen Systeme im Individuum, die seine einzigartigen Anpassungen (adjustments) an seine Umwelt bestimmen."
(Hervorh. d. Verf.)

 

     
    
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