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Trailer zu Theateraufführungen analysieren und
vergleichen
Neben den Verfilmungen von Theateraufführungen, deren Zahl aber
aus urheberrechtlichen Gründen vergleichsweise gering ist,
stehen im Internet eine Vielzahl von Trailern zur Verfügung, mit
der die aufführenden Theater für eine bestimmte Inszenierung
werben bzw. geworben haben und, die wenn die Aufführung schon
lange zurückliegt, auf ihre besondere Art und Weise
dokumentieren, welches Stück zu einem bestimmten Zeitpunkt auf
dem Spielplan eines Theaters gestanden hat. Das Trailerangebot
zu Theateraufführungen wächst im Grunde von Tag zu Tag.
Für Zuschauerinnen
und Zuschauer, die das jeweilige Stück im Theater selbst gesehen
haben, können die meist vergleichsweise lange im Internet
verfügbar kurzen Filme die Erinnerung an die entsprechende
Inszenierung aufrecht erhalten. Die Adressatenorientierung der
Trailer beinhaltet aber auch, dass er mit dem Ziel, Karten für die
entsprechenden Theateraufführungen zu verkaufen, die Erwartungen der
möglichen Zuschauerinnen und Zuschauer nicht in einer Weise steigert,
dass sie von der tatsächlichen Inszenierung nicht eingelöst werden.
Trailer sind, das sei damit gesagt,
Teil einer Marketingstrategie,
mit dem ein Theater sein Zielpublikum zu einem Besuch einer bestimmten
Aufführung animieren, aber auch auf die Dauer als Publikum erhalten
will.
Unter Trailer
(engl. trail = Nachlauf) versteht man gewöhnlich einen aus einigen
Passagen eines originalen Werks (Primärtext) zusammengesetzten
Videoclip geringerer Länge, der als eine Art Vorschau für einen
• Kino- oder Fernsehfilm,
einer Theateraufführung, eines Computerspiels oder eines anderen
Medienprodukt fungiert. Sie sind heute ein gängiges Marketing-Instrument,
um Theaterproduktionen einem größeren Publikum bekannt zu
machen.
Ihre Hauptfunktion ist es, auf eine bevorstehende oder schon
laufende Aufführung in einem Theater aufmerksam zu machen. Sie sollen Neugier wecken und damit mögliche Interessenten zum
Besuch des Theaters und dem Erwerb von Eintrittskarten
animieren. Als audiovisuelle Texte zählen Trailer,
textlinguistisch betracht, zur •
Textklasse der Appelltexte und zur Textklasse der
Informationstexte.
Trailer zu Theateraufführungen sind ein eigenes Genre, das sich
zwischen Film und Theater bewegt. Ähnlich wie bei den
Musik-Videoclips hat sich das Genre in den letzten Jahren aus
verschiedenen Gründen sehr professionalisiert. Ein Trailer muss
heute hohen filmästhetischen Ansprüchen genügen, die sich an den
Interessen, Vorlieben und Wahrnehmungsgewohnheiten bestimmter
Zielgruppen orientieren.
Die Länge eines
Video-Trailers zu einer Theateraufführung variiert. Gewöhnlich
hat ein solcher der Clip eine Spielzeit von etwa 90 bis 180
Sekunden, aber auch längere Kurzfilme kommen durchaus vor.
Trailer
zeichnen sich durch kurze •
Einstellungen
mit schnellen und
harten
Schnitten zwischen den oft virtuos montierten Ausschnitten
aus einer Inszenierung aus. Sie besitzen oft eine besondere,
emotional ansprechende Tonmischung, die je nach Theaterstück und
Zielgruppe unterschiedlich ausfallen kann.

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Trailer haben einen besonderen
intertextuellen
Bezug zu dem Werk, das sie repräsentieren. Dieser ist oft so eng, dass
man Trailer in gewisser Hinsicht als "das audiovisuelle Pendant
zum •
Klappentext eines Buches" verstehen kann, wenngleich es
natürlich ein "eigenes AV-Genre" darstellt. (Abraham
2009, S.87) Wie ein Klappentext soll der Trailer den Inhalt
des Theaterstückes, soweit er dem überwiegenden Teil des
Publikums nicht schon bekannt ist, nicht vorwegnehmen, zugleich
auf bestimmte Merkmale (z. B. Schauspielerinnen und
Schauspieler, Bühnenbild u. ä.), die die aktuelle Inszenierung
auszeichnen.
Trailer
erzeugen, indem sie Ausschnitte aus dem dramatischen
Bühnengeschehen zu einer mehr oder weniger kohärent wirkenden
Sequenz von Einstellungen miteinander verbinden, bestimmte
Vorstellungen über die jeweilige Inszenierung. Sie bestehen aus
ausgewählten Szenen, die hintereinander montiert sind. Sie
vermitteln Informationen
über bestimmte • Codes und Kanäle, die eine bestimmte Aufführung kennzeichnen.
Der
jeweilige Videoclip kann dabei, je nach Stück, Regiekonzept oder
Zielpublikum unterschiedliche Akzente setzen, muss aber auch dem
Informationsinteresse des Publikums entsprechen.

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Die Analyse von Video-Trailern zu Theateraufführung ist eine
komplexe Aufgabe. Sie umfasst sowohl die •
filmanalytische Untersuchung
des audiovisuellen Medienproduktes als auch die •
Herausarbeitung vielfältiger
intertextueller Bezüge, die zwischen der Inszenierung, ihrer
Darstellung als Trailer und dem dramatischen Text
bestehen, der zur Aufführung gebracht worden ist.
Als
• Schreibaufgabe
kann dabei ein produktorientierter oder prozessorientierter
Schreibprozess zugrunde gelegt werden. Zudem können
Schreibaufgaben eher ▪
kompetenzorientiert , ▪
produktorientiert, ▪
prozessorientiert, ▪
prozedurenprofiliert, ▪
umfassende oder
ausgegliedert sein oder als ▪
Lernaufgaben,
▪ Übungsaufgaben
oder ▪
Leistungsaufgaben
konzipiert sein.
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
06.06.2025
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