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Parabel: Didaktische und methodische Aspekte

Prototypen als Orientierungshilfen anbieten


FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur Autorinnen und Autoren Literarische Gattungen Erzählende TexteStrukturen erzählender Texte Formen erzählender Texte Überblick Traditionelle Epik und moderne MontageepikFabel ▪ Gleichnis Kurzgeschichte ● Parabel ▪ Quickie: So interpretiert man eine Parabel Häufig gestellte Fragen [ Didaktische und methodische Aspekte Überblick Fremdheitserfahrungen thematisieren ▪  Kontexte einbeziehen Prototypen als Orientierungshilfe anbieten ◄ ▪ Unterschiede zwischen den Parabeltypen herausarbeiten Geeignete Schreibaufgaben stellen] ÜberblickTypen der Parabel ▪ Schulische Interpretation einer Parabel TextauswahlBausteine ] Dramatische Texte Lyrische Texte Literarische Zweckformen Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Es ist eine der ▪ strittigen Fragen der Literaturdidaktik, wie Gattungswissen erworben werden soll und welche Bedeutung es im Umgang mit Literatur haben sollte.

Dabei wird allgemein, auch unter dem Einfluss ▪ kognitionspsychologischer Erkenntnisse zur Sinnkonstruktion beim ▪ Lesen und Textverstehen akzeptiert, dass vorhandenes Gattungswissen die Bildung von Inferenzen fördert. Wer also darüber verfügt, kann Vorteile bei der Bedeutungserzeugung und bei der mentalen Repräsentation haben.

Was allerdings dabei am besten repräsentiert werden kann und welche Rolle dies für das Verstehen spielt, wird In der ▪ wissenschaftsorientierten Ansatz der klassischen Gattungsdidaktik und der eher an der ästhetischen Erfahrung des Leser ansetzenden ▪ "Prototypendidaktik" unterschiedlich gesehen und bewertet.

Aus diesem Grund empfiehlt sich im schulischen Unterricht ▪ ein flexibler und pragmatischer Umgang jenseits der "reinen" Lehre, der sich an den Prinzipien der didaktischen Reduktion zu orientieren versucht. Schließlich können  beide Konzepte können in ihrer Anwendung zum Erwerb ▪ literarischer Kompetenz, insbesondere zur ▪ literarästhetischen Rezeptionskompetenz beitragen.

Da Parabeln aus verschiedenen Gründen erst in der späten Sekundarstufe I und in der Sekundarstufe II  Gegenstand des Literaturunterricht werden, haben die Schülerinnen und Schüler gewöhnlich schon vielseitiges Leseerfahrungen in und außerhalb unterrichtlicher Lernprozesse gemacht. Dementsprechend fließen derer Ergebnisse und mentalen Repräsentationen auch in ihre Rezeption und die Arbeit mit Parabeln im Unterricht ein.

Dabei ist es zunächst einmal unwichtig, ob das dabei erworbene (Gattungs-)Wissen im ▪ Handlungsfeld Literatur an mehr oder weniger ▪ abstrakte Merkmalkataloge gebunden worden ist und/oder ein Wissen darstellt, das in einem System gut begründeter Lernprogression mit ▪ vielfältigen Leseerfahrungen verknüpft ist. Solche Leseerfahrungen können in einem ganzheitlichen Ansatz, der Begriffliches, Exemplarisches und Imaginatives im Umgang mit literarischen Formen uneigentlichen Sprechens gleichzeitig mental repräsentieren will,  z. B. im Umgang mit ▪ Fabeln oder ▪ Gleichnissen gemacht worden sein. An sie können die im Anschluss folgenden unterrichtlichen Lehr- und Lernprozesse anknüpfen und sie dabei ggf. modifizieren.

Beim Erwerb von Gattungswissen ist das eigenständige Generieren von Merkmalen an Exemplaren oder Prototypen besonders motivierend

Es gibt ▪ unterschiedliche Gründe, weshalb von den Vertretern der sogenannten ▪ "Prototypendidaktik" (z. B. Spinner 2006, Köster 2015) ein Vorgehen beim Erwerb von Gattungswissen über den Vergleich unterschiedlicher Texte, die zur weiteren Textsortenverwandschaft zählen, über das eigenständige Generieren von (Familien-)Ähnlichkeiten bevorzugt wird.

Neben anderen sind es motivationale Aspekte eines solchen Vorgehens, die auch Kaspar H. Spinner (2006) in seinem ▪ Konzept literarischen Lernens betont. Dabei muss das  ▪ Zerrbild einer methodischen Praxis im Literaturunterricht, das die Anhänger dieses Ansatzes gerne herbeizitieren, um die sogenannte ▪ "Merkmals-Nachweis-Didaktik" ( (Leubner/Saupe/Richter 2016) zu diskreditieren, herangezogen werden, um die Vorteile eines solchen methodischen Vorgehens beim Erwerb von Gattungswissen zu begründen.

Dass das dabei an etlichen und mannigfachen Beispielen (wie viele Parabeln werden im Unterricht eigentlich behandelt?) am Ende auch mit mehr oder weniger normativen Merkmalslisten oder Zusammenstellungen von verschiedenen Merkmalsaspekten abgeglichen werden kann, darf, vielleicht sogar sollte, steht dem eigenständigen Generieren ohnehin nicht grundsätzlich entgegen, zumal solche Merkmalzusammenstellungen eben ein ▪ großes Transferpotenzial besitzen und ein ▪ flexibler Umgang mit ihnen gerade auch im Literaturunterricht zu erlernen ist.

Entscheidungen darüber, ob ein konkreter Text ein wirklicher "guter Vertreter" (Köster 2015., S.66) für die über das Prinzip der Familienähnlichkeit gebildete Gruppe ist oder ob er den anderen Familienmitgliedern nur mehr oder weniger entspricht, sind jedenfalls, so sehen es die Vertreter der Prototypendidaktik, für das Verstehen von literarischen Texten allemal relevanter und gehen zudem mit einer deutlichen höheren kognitiven Aktivierung einher (vgl. ebd.).

Vorausgesetzt: die behandelten Texte treffen in einem insgesamt förderlichen Lernklima (vgl. auch ▪ Scaffolding) auf das Interesse und die volitionale Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, weil sie "einen deutlichen Bezug zur Lebenswelt der Schüler haben oder aber ein großes Lustversprechen enthalten" (ebd.)

Im Übrigen sind Entscheidungen, die hinsichtlich "guter Vertreter" zu treffen sind, keineswegs (sozial) beliebig. Auch solche globalen Ähnlichkeitsentscheidungen müssen begründet werden, wenn sie in der Kommunikation über literarische Texte Bestand haben wollen. (vgl. ebd., S.64)

Zusammenstellung von Prototypen und Exemplaren (guten Vertretern)

Für die Arbeit mit Parabeln, die sich flexibel am Ansatz des literarischen Lernens orientieren wollen, eignen sich u. U. die nachfolgenden Beispiele.

Für traditionelle (didaktische) Parabeln, z. B.

Für die modernen Parabeln, z. B.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 24.11.2020

       
 

 
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