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 SChoene Dam, hoert mir ein Wort (Nr. 165)

Aspekte der Analyse und Interpretation

Venus-Gärtlein (1656) - Textauswahl


FAChbereich Deutsch
Glossar
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Text des Liedes

Das Lied mit dem Eingangsvers SChoene Dam, hoert mir ein Wort aus der Liedersammlung des Venus-Gärtleins (1656)  besteht aus einem Dialog eines Freiers mit einer jungen Frau, um die er wirbt.

Das 15 strophige Lied ist ein Dialoglied, in dem die  jeweilige Rede der beiden Partner des Dialogs ohne weitere Beschreibungen oder Kommentare auf die verschiedenen Strophen verteilt ist.

Für die Interpretation des Liedes und des Verhaltens der beiden Protagonisten des Dialogs ist entscheidend, ob die Strophe 8 dem werbenden Mann oder der Frau zugeordnet wird. Ganz eindeutig ist dies, m. E. nicht zu klären, es gibt aber gute Gründe für die eine oder die andere Lesart.

  • Wird sie der Frau zugeordnet, geschieht dies zunächst einmal aus rein kompositorischen Gründen. Das gesamte Lied besteht ja "eigentlich" aus einer auf jeweils eine Strophe verteilte Wechselrede der beiden sprechenden Figuren. Der Inhalt der Strophe sperrt sich allerdings auf den ersten Blick dagegen, dass die Äußerung aus dem Munde der jungen Frau kommt. Jedenfalls spräche sich ja nicht von sich, sondern von der die Liebespein des Mannes. Sieht man darin allerdings eine ironisch gemeinte Botschaft, die das "Buhlen" des Mannes quasi auf die Schippe nimmt, dann lässt sie sich als "Spielangebot" verstehen, das letzten Endes die wenig motivierte Kehrtwendung der jungen Frau in der vorletzten Strophe, als sie bekennt, dass der Mann ihr Herz gewonnen hat, in gewisser Weise vorbereitet.

  • Wird die Strophe dem Mann zugeordnet, lassen sich dafür auch kompositorisch Gründe nennen. Da die Strophen quasi die Mitte des Gedichts darstellt, könnte sie im Verbund mit den Strophen 7 und 9 eben den Höhepunkt des Werbens mit den wichtigsten Argumenten darstellen, der Versicherung ewiger Liebe bis in den Tod. In der nachfolgenden strophenweisen inhaltlichen Zusammenfassung wird dieser Überlegung gefolgt, ohne damit die Legitimation der anderen Lesart grundsätzlich zu bestreiten.

Der Mann spricht die junge Frau bei einer günstigen Gelegenheit an und gesteht ihr seine Bewunderung für ihre Tugend und ihr jugendliches Aussehen, Zugleich bringt er zum Ausdruck, dass ihn die Gedanken an sie seit einiger Zeit nicht mehr loslassen (1).

Die junge Frau geht aber darauf nicht ein und gibt dem Mann zu verstehen, dass seine Komplimente sie keineswegs beeindrucken, zumal sie das Gefühl hat, er mache sich damit sogar über sie lustig. (2)

Doch der Mann lässt sich nicht beirren und fühlt sich völlig missverstanden. Was er sage. komme ganz von Herzen, das könne sie ihm ruhig glauben (3).

Doch die junge Frau lässt ihn weiter auflaufen und unterstreicht, dass sie seinen Worten keinen glauben schenke und auch die Ansprache als eine schöne Frau sei schon gelogen, denn sie selbst empfinde sich keineswegs als schön. Daher solle er sich nach einer anderen Frau umsehen, die seinen Erwartungen in dieser Hinsicht wirklich entspricht, und sie einfach in Ruhe lassen. (4)

Dieser verstärkt allerdings sein Werben, auch wenn er den Eindruck hat, dass das das Herz der jungen Frau aus Stein sei. Er kann nicht anders: Er spricht offen aus, wie gerne er sie küssen würde und wie ein solcher Kuss seine Liebesqualen binnen kürzester Frist beenden würde. (5)

Die junge Frau weist ihn mit dem Hinweis ab, dass Männer stets darauf aus seien, Frauen zu verführen, danach aber meistens das Weite suchen und die Frau in ihrer Schande sitzen ließen. (6)

Der Mann ruft die Natur und alle wilden Tiere als Zeugen für seine Liebe auf und will nicht verstehen, weshalb ihn die Angebetete nicht erhören will. (7) Zudem führt er an, dass eine unglückliche Liebe auch den ansonsten größten Helden in Verzweiflung bis zu seinem Tode gestürzt habe. (8) Noch einmal fleht er die junge Frau mit einem noch übersteigerten Kompliment ("Schönste von Sitte") an, seinem Drängen nachzugeben. Andernfalls sterbe er noch in der gleichen Stunde an seiner (Liebes-)Krankheit. (9)

Die junge Frau wehrt in ironischem Ton ab und erklärt, sie sei doch keine Medizin und wenn es um die Linderung seiner Krankheit gehe, solle der Mann doch lieber einen Arzt aufsuchen. (10)

Trotz allem will der Mann nicht aufgeben und sich einfach in Geduld üben, aber von seinen Gedanken an die junge Frau auch künftig nicht lassen. (11)

Noch einmal wendet die junge Frau ein, dass sie oft genug davon gehört habe, wie junge Frauen mit den lieblichsten Worten und Liedern (Accorten) einem Verführer erlegen seien und am Ende daraus erst recht großes Leid entstanden sei. (12)

Das kann der Mann nicht verneinen, betont aber eindringlich, dass er aber dafür nicht verantwortlich zu machen sei. Seine Liebe sei aufrichtig bis zum Tod, erklärt er mit einem weiteren Kompliment, das zugleich sein "Schmachten" unterstreicht. ("O allerschönstes Mündlein roht") (13)

Die junge Frau gibt ihren "Widerstand" auf und erklärt, dass sie er sie küssen dürfe, um seinen Schmerz zu lindern. Er habe eben doch erreicht, dass er ihr "junges Hertz" berührt bzw. erobert habe. (14)

Der Mann ist hocherfreut darüber und sagt, dass ihm diese lieblichen Worte den Herzschmerz nehmen. (15)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 18.03.2022

 
 

 
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