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Häufig gestellte Fragen zur freien Problem- und Sacherörterung (FAQs)

"Ich werde nie fertig!"

Wie man die Schreibaufgabe in einem bestimmten Zeitrahmen bewältigt


 

 

 
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  • "Ich werde nie fertig!

  • "Ich hätte noch so viel schreiben können..."

  • "Die Zeit war viel zu kurz...

Solche und ähnliche Klagen hört man immer wieder, wenn Schülerinnen und Schüler ihre Niederschrift nach Ablauf einer bestimmten Zeit abgeben müssen. Und nicht selten passiert dies immer, immer wieder. Das frustriert und macht das Schreiben einer freien Problem- und Sacherörterung für viele Schreiberinnen und Schreiber zur Qual und was noch viel schlimmer ist: Es gibt einem das Gefühl, versagt zu haben.

Probleme beim Zeitmanagement sind meisten keine Zeitprobleme

Probleme mit dem Zeitmanagement bei der Bewältigung einer Schreibaufgabe sind im engeren Sinne keine Zeitprobleme. Jede Schreibaufgabe muss in der Schule im Rahmen eines vorgegebenen Zeitrahmens gelöst werden und da spielt es zunächst einmal nur eine untergeordnete Rolle, wie viel Zeit man für den Aufsatz hat. Es ist nämlich Teil der jeweiligen Schreibaufgabe, sie innerhalb der vorgegebenen Zeitvorgaben zu bewältigen. Das hat mit dem rein subjektiven Zeitempfinden eigentlich wenig zu tun, das natürlich auch von der jeweiligen Situation oder auch dem Stressempfinden des jeweiligen Textproduzenten abhängt.

Probleme beim Zeitmanagement sind ernsthafte Schreibschwierigkeiten

Klar ist: Wer immer wieder Probleme dabei hat, seinen Text innerhalb eines bestimmten Zeitfensters zu verfassen, hat es mit einer ernsthaften Schreibschwierigkeit zu tun, die sich auch zu einer regelrechten Schreibstörung entwickeln kann. Am Ende fühlt man sich schon vor oder zu Beginn des Schreibprozesses derart blockiert, dass man große Schwierigkeiten hat, seine Gedanken überhaupt zu Papier zu bringen.

Schreibschwierigkeiten wie diese liegen oft daran, dass man an einer bestimmten Schreibstrategie schematisch festhält, ohne die Besonderheiten der Schreibsituation und der Schreibaufgabe hinreichend zu beachten. Vielleicht hat man noch nie darüber nachgedacht oder hält aus reiner Bequemlichkeit daran fest, wie man es eben immer gemacht hat. Man muss ja damit nicht einmal ernsthaft Schiffbruch erlitten haben. Warum es also dann plötzlich anders machen?

Hier tut es zunächst einmal gut zu wissen, dass es auch andere Schreibstrategien gibt, mit denen man erfolgreich zum Ziel kommen kann. Wer das weiß und über entsprechende Schreiberfahrungen verfügt, kann auch bei Problemen mit dem Zeitmanagement einfach einmal eine andere Schreibstrategie ausprobieren.
Das gilt besonders auch beim erörternden Schreiben.

Die Schreibstrategie wechseln und andere ausprobieren

Vielen, die mit der Zeit immer wieder in die Bredouille kommen, passiert dies, weil sie ihren Aufsatz in einem Zug schreiben, den Text zu einer Idee schreiben oder aus dem Kopf niederschreiben wollen. Natürlich gibt es Schreiber und Schreiberinnen, die damit Erfolg haben. Aber beim erörternden Schreiben und der freien Problem- und Sacherörterung dürften das eher wenige sein.

Da nützt es dann auch nicht .auf diejenigen zu schielen, denen das Schreiben dabei scheinbar leicht von der Hand geht. Denn oft verbinden sich damit dann auch völlig falsche Vorstellungen über das Schreiben und den Schreibprozess überhaupt.

Da kann es helfen, sich einmal über das eigene Vorgehen beim Schreiben einer Erörterung ebenso wie über seine üblichen Schreibstrategien zu machen. Der Fragebogen mit Aussagen über den eigenen Schreibprozess bei der freien Problem- und Sacherörterung kann hier unter Umständen weiterhelfen.

Schnell sind dann wieder längst überholte Alltagshypothesen über das Schreiben zur Hand, die glauben machen sollen, dass man eben einfach schreiben kann oder eben nicht. Diese so genannte Genie-Hypothese muss dann immer wieder herhalten, um die eigenen Schreibschwierigkeiten zu begründen.

Daraus resultiert schließlich die trügerische Vorstellung, "gute Schreiber seien in der Lage, auf Anhieb einen guten Text zu verfassen." (Girgensohn/Sennewald 2012, S.120) Dass man einem fertigen Text am Ende nicht mehr ansehen kann, "wie viele Arbeitsschritte, Umformulierungen, Kürzungen oder neue Versionen er durchlaufen hat" (ebd.), wird dabei einfach ausgeblendet. Um von solchen Vorstellungen wegzukommen, kann es helfen, sich auch während des Schreibens immer wieder vor Augen zu halten, "welche einzelnen Schritte dieser Arbeitsprozess beinhaltet und dann immer wieder einen kleinen Schritt nach dem anderen zu machen." (ebd.)

Schritt-für-Schritt-Schreiben als Schreibstrategie für die Abfassung einer freien Problem- und Sacherörterung

Angesichts solcher Probleme empfiehlt es sich, die Schreibaufgabe in Arbeitsschritten anzugehen und dabei die Schreibstrategie des Schritt-für-Schritt-Schreibens zu praktizieren.
Wer dies tut, merkt ziemlich schnell, das Schreiben im Gegensatz zur Genie-Hypothese eben doch erlernbar ist, wenn man die in den Arbeitschritten zum Ausdruck kommenden Teiloperationen das Bewältigen einer bestimmten Schreibaufgabe ernst nimmt und sie gewissenhaft abarbeitet.

 

» Wozu eigentlich die vielen Arbeitsschritte? (FAQ)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 21.08.2018

     
 

 
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