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Didaktische und methodische Aspekte der Inhaltsangabe

Gängige Probleme mit dem Textmuster

 
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Inhaltsangabe nicht unbedingt beliebt bei Schülerinnen und Schülern

Bei Schülerinnen und Schülern ist das Schreiben von Inhaltsangaben nicht gerade beliebt. wenngleich ihnen die äußere Form des Textmusters 

  • Der wichtigste Grund liegt wohl darin, dass das Verfassen von Inhaltsangaben nicht als  lernendes Schreiben erfahren wird, sondern als das Abarbeiten eines strengen Textmusters mit einer Vielzahl von Unbekannten. Sie haben das Gefühl, dass sie sich beim Verfassen einer Inhaltsangabe, insbesondere als Leistungsaufgabe dem hohen Risiko aussetzen, am Ende eines produktorientierten Schreibprozesses von der beurteilenden Lehrkraft mitgeteilt zu bekommen, er/sie habe Wichtiges von Unwichtigem nicht zu unterscheiden vermocht.

  • Zudem fällt es Schülerinnen und Schülern, zumindest in der Sekundarstufe I noch zum Teil schwer, sich unter Ausblendung subjektiver Eindrücke und (!) Gefühle in eine vom Text distanzierte Schreibrolle hineinzuversetzen.

  • Nicht selten fehlen den Schülerinnen und Schülern aber auch trotz immer wiederkehrender Übungen die notwendigen Fähigkeiten ( Inhaltliche Erfassung von Texten) oder die Bereitschaft, die Schreibaufgabe mit einer dafür geeigneten Schreibstrategie zu bewältigen.

Schreibstrategien und Schreibschwierigkeiten

In der schulischen Praxis lässt sich immer wieder beobachten, dass Schülerinnen und Schüler  einfach drauflosschreiben oder aus dem Kopf niederschreiben, was sie gerade gelesen haben. Auch wenn es viele Möglichkeiten und Strategien gibt und geben darf, mit denen Texte geschrieben werden, ist ein solches Vorgehen, zumindest bei Leistungsaufgaben, häufig nicht von Erfolg gekrönt.

Nicht selten führen ungeeignete Schreibstrategien auch zu Schreibschwierigkeiten und Schreibblockaden, über deren Ursachen der jeweilige Schreiber oder die jeweilige Schreiberin wenig weiß.

Es gibt dafür eine ganze Reihe von möglichen Gründen (z. B. Stadien der  Schreibentwicklung; bestimmte lernstrategische Orientierungen beim Schreiben, mangelnde   Schreibkompetenz im Allgemeinen  oder in bestimmten Bereichen).

Oft wissen die Schülerinnen und Schüler bei Inhaltsangabe schlicht nicht, 

Das Problem mit dem Wesentlichen eines Textes

Eines der wichtigsten Probleme für Schülerinnen und Schüler ist, dass sie sich nicht sicher sind, was das Wesentliche eines Textes ausmacht. Sie sind oft sehr verunsichert, weil sie nicht wissen, was sie "weglassen" und was sie wiedergeben sollen.

Erhalten sie in unterrichtlichen Lernprozessen die Rückmeldung, dass sie sich mit zu "Nebensächlichem" bei der Textwiedergabe befasst haben, erscheint ihnen das nicht selten als reine Lehrerwillkür. ( Woher soll ich wissen, was wichtig und was unwichtig im Text ist?)

Sie haben in der Regel gerade bei Textzusammenfassungen wie der Inhaltsangabe keine Vorstellung über den Zweck und den Adressaten ihres Schreibens und arbeiten das Textmuster, das ihnen die Schreibaufgabe abverlangt, mechanisch ab, weil sie sich keinen problemlösenden Schreibprozess mit passenden Schreibzielen zu eigen machen können.

Mit dem Finden von Kriterien dafür, was relevant und was nicht relevant für einen Text ist, fühlen sie sich alleingelassen, obwohl das Abstützen auf mehr oder weniger durchdachte Relevanzkriterien eine angemessene Reformulierung des Textes erst ermöglichen.

Die Frage, was in einem Text wesentlich ist, fällt in den Bereich der Planung des Schreibprozesses bei der Bewältigung der Schreibaufgabe. In dieser Phase müssen die Schülerinnen und Schüler selbständig Relevanzkriterien für den ihnen vorliegenden Primärtext finden.

Dabei können sie sich auf ihr Weltwissen, ihr thematisches Wissen, ihr Textmuster- und Textsortenwissen, ihre Schreiberfahrungen einschließlich geeigneter Schreibstrategien bei Schreibaufgaben zur Inhaltsangabe stützen.

Zugleich müssen sie lernen, sich passende "Relevanzkriterien" auf zweierlei Weise herzuleiten. Dazu gehört, dass sie diese herleiten

  • "aus dem Text und seiner Struktur selber, nämlich aus der gegebenen argumentativen bzw. narrativen Struktur, indem diese zu größeren und abstrakteren Einheiten begrifflich zusammengefasst werden (Makrostrukturen)"

  • "aus dem konkreten Handlungszusammenhang [..], das heißt aus der eigenen Fragestellung" (Becker-Mrotzek/Böttcher 2011, S.176, Hervorh. d. verf.)

Bei einfachen Schreibaufgaben nach dem Muster "Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zu dem Text.", die sonst keinen konkreten Handlungszusammenhang anbieten, ist die erste Variante zur Generierung von Relevanzkriterien am Zug. Die Feststellung allein macht die Sache indessen nicht leichter.

Die Festlegung, dass die Zusammenfassung "dem Primärtext nichts hinzufügen und nichts Wesentliches weglassen (darf)" (ebd. S.185) allein reicht jedenfalls nicht, um "Schülern konkrete und nachvollziehbare Einsichten in das Verfassen, die Struktur und die Funktion von Zusammenfassungen" (ebd.) zu vermitteln.

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 30.06.2020

 
 

 
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