Michaels Beziehung zu
Hanna
Arbeitsanregung 1:
▪
Kreatives Schreiben
▪
Produktive Textarbeit
▪
Gestaltende Interpretation
Michael Berg schreibt •
Hanna während ihrer Affäre zweimal "lange Briefe" (Schlink, Der
Vorleser,
Erster Teil, Kap. 10, S.50), über deren genauen Inhalt sich der
Erzähler allerdings ausschweigt, auch wenn er sie in den Kontext von
Streits stellt, die zwischen Hanna und ihm in der Zeit ihrer Affäre
stattgefunden haben,
-
Wählen Sie in der
Geschichte der Liebesbeziehung zwischen Hanna und Michael im
Ersten Teil des Romans eine Stelle aus, an der Michael einen der
beiden Briefe geschrieben haben könnte.
-
Verfassen Sie im
Anschluss daran diesen Brief aus der Sicht des erzählten Ichs, des
jugendlichen Ich-Erzählers.
-
Im Anschluss daran
tauschen Sie Ihren Brief mit einem anderen Schüler oder einer anderen
Schülerin aus.
-
Verfassen Sie dann einen
Kommentar aus der Sicht des erzählenden Ichs, dem ca. 50-jährigen Michael
Berg zu diesem Brief.
-
Stellen Sie Ihre Ergebnisse
im Plenum oder einer kleineren Lerngruppe vor.
Arbeitsanregung 1:
Im
Rückblick auf seine Jugendzeit reflektiert •
Michael
Berg, über die Psychodynamik, die ihn als Jugendlichen beschäftigt hat:
"Geht das allen so? Ich
fühlte mich, als ich jung war, immer entweder zu sicher oder zu unsicher,
Entweder kam ich mir völlig unfähig, unansehnlich und nichtswürdig vor, oder
ich meinte, ich sei alles in allem gelungen und mir müsse auch alles
gelingen, Fühlte ich mich sicher, dann bewältigte ich die größten
Schwierigkeiten. Aber das kleinste Scheitern genügt, mich von meiner
Nichtswürdigkeit zu überzeugen. Die Wiedergewinnung der Sicherheit war nie
das Resultat von Erfolg; hinter dem, was ich eigentlich von mit als Leistung
erwartete und von den anderen an Anerkennung ersehnte, blieb der Erfolg
kläglich zurück, und ob ich diese Kläglichkeit empfand oder mich der Erfolg
doch stolz machte, hing davon ab, wie es mir ging." (Schlink, Der Vorleser,
»Erster
Teil, Kap. 13, S.64)
-
Arbeiten Sie heraus:
Worin besteht nach Ansicht des Ich-Erzählers die Psychodynamik, die
seine Gefühlswelt als Jugendlicher ausgemacht haben?
-
Beantworten Sie die eingangs
gestellte rhetorische Frage des Erzählers, in dem Sie die dargestellten
Probleme mit den typische •
Entwicklungsaufgaben und -probleme der Adoleszenz vergleichen
-
Zeigen Sie
an ausgewählten Textbeispielen auf, wo sich diese Probleme für den Ich-Erzähler
in der Zeit erzählten Zeit seiner dargestellten Jugend zeigen und wie er im
Einzelnen damit umgeht. Lassen sich dabei typische Bewältigungsstrategien (•
Coping-Strategien) erkennen, mit denen Jugendliche in der Adoleszenz häufig
ihre Alltagsprobleme bewältigen?
Die Schuldgefühle des
Ich-Erzählers
Der
Ich-Erzähler •
Michael Berg in
•
Bernhard
Schlinks Roman • »Der
Vorleser« nimmt in •
zahlreichen Reflexionen und Kommentaren zum eigenen Fühlen,
Denken und Handeln Stellung. Dabei kreisen seine Überlegungen sehr
oft um Vorstellungen eigener Schuld, die er sich individuell
aufgeladen hat oder die im als Angehöriger seiner Generation aus der
NS-Vergangenheit aufgebürdet erscheint. Die von ihm empfundene
Schuld entwickelt sich zu einem Schuldsyndrom, aus dem es nach Ansicht des
Erzählers kein Entkommen gibt. Im Rückblick nimmt er dazu wie folgt
Stellung:
"Allerdings änderte der Umstand, dass ich sie nicht vertrieben hatte, nichts
daran, dass ich sie verraten hatte, Also blieb ich schuldig. Und wenn ich
nicht schuldig war, weil der Verrat einer Verbrecherin nicht schuldig machen
kann, war ich schuldig, weil ich eine Verbrecherin geliebt hatte." (S.131)
-
Arbeiten Sie an der Handlung des Textes
heraus, woraus sich die
Schuldgefühle Michael Bergs entwickeln.
-
Zeigen Sie, wie
er mit dieser Schuld umgeht.
-
Legen Sie dar, wie
der Roman darüber hinaus das Problem der Schuld zum Thema
macht.
Michael in der Zeit nach Hannas Verschwinden
Arbeitsanregung 1:
Nachdem Hanna die
Stadt verlassen hat, versucht Michael mit der neuen Situation
zurechtzukommen. Dabei erscheint die Art, wie er dies tut, dem
erzählenden Ich im Nachhinein ein Indiz dafür zu sein, dass er "die
Erinnerung an Hanna zwar verabschiedet, aber nicht bewältigt hatte."
(Schlink, Der Vorleser, »Zweiter
Teil, Kap. 1, S.84)
Untersuchen Sie das
Erste Kapitel des Zweiten Teils (S.83-84) darauf, wie Michael in den
letzten Jahren seiner Schulzeit und dem Beginn seines Jurastudiums
die Trennung von Hanna verarbeitet.
-
Geben Sie dazu,
den Inhalt des Kapitels in Form einer Inhaltsangabe wieder.
-
Arbeiten Sie heraus,
wie sich der junge Michael Berg in dieser Zeit entwickelt und
welche Rolle seine Strategien zur Bewältigung des Vergangenen
für seine charakterliche Entwicklung in dieser Zeit haben.
-
Zeigen Sie,
wie das erzählende Ich diese charakterliche Entwicklung im
Nachhinein beurteilt.
Michael und Hanna als Angeklagte
Arbeitsanregung 1:
▪
Kreatives Schreiben
▪
Produktive Textarbeit
▪
Gestaltende Interpretation
Zur •
Urteilsverkündung erscheint •
Hanna nach dem mehrwöchigen Prozess im Juli 1966 zur Empörung
zahlreicher Zuschauerinnen und Zuschauern in einem schwarzen Kostüm
mit weißer Bluse Kleidung, die nicht nur dem erlebenden Ich, sondern
auch den anderen Zuschauerinnen und Zuschauern des Prozesses in
Farbe und Schnitt wie eine schwarze SS-Uniform Zeichen erscheint. (•
II, 17 - »S.156).
Anders als an vielen anderen Stellen des Romans verzichtet der
Ich-Erzähler aber an dieser Stelle darauf, dieses Verhalten Hannas
zu kommentieren.
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Verfassen Sie
einen Text, indem der Ich-Erzähler über dieses Verhalten
reflektiert und wie er das Urteil, das über Hanna vom Gericht
gesprochen wird, verarbeitet.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
04.06.2024
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