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Aspekte zur Analyse und Interpretation der Figur Maria Stuarts

Maria Stuart als tragische Heldin

Friedrich Schiller, Maria Stuart

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren Friedrich Schiller Biographie
Werke Dramatische Werke Die Räuber ● Maria Stuart Entstehungsgeschichte Historischer Hintergrund StoffgeschichteHandlungsverlauf Figurenkonstellation Einzelne Figuren Maria Stuart Überblick Auftritte im Szenenschema [ Aspekte zur Analyse und Interpretation der Figur Aspekte der literarischen Charakteristik Maria Stuart als tragische Heldin "Schöne Seele" oder erhabener Charakter ] Bausteine Elisabeth Robert Dudley, Graf von Leicester Georg Talbot, Graf von Shrewsbury Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh Mortimer Amias Paulet Hanna Kennedy Melvil Wilhelm Davison Graf von Kent Graf Aubespine Graf Bellievre Margareta Kurl Drugeon Drury Burgoyn Okelly Sprachliche Form Aufführungsberichte und - kritiken BausteineLinks ins Internet Lyrische Werke Sonstige Werke Bausteine Links ins Internet  Quickie für Eilige: So analysiert man eine dramatische Szene W-Fragen zur systematischen Szenenanalyse Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Baustein: Charaktereigenschaften Maria Stuarts begründen und am Text belegen

Maria Stuart gewinnt am Ende im Gegensatz zu männlichen Helden in Schillers Dramen ihre über den Leidenschaften stehende Souveränität "ohne letzte psychologische Plausibilität als jene schöne Seele, die das »heldenmüthigste Opfer, das sie dem Naturtriebe abgewinnt« so zwanglos auf sich nimmt, dass es »wie eine freiwillige Wirkung eben dieses Triebes« (NA 20, 287) erscheint." (Alt 2000, Bd.2, S.507).

Ob damit in Form einer Synthese der prinzipielle Antagonismus zwischen Trieb und Vernunft überwunden ist, ist in der Literaturwissenschaft strittig.


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Ob sich die Figur der Maria Stuart zu einer Tragödienheldin eignet, hängt vor allem davon ab, wie man „die Frage nach dem Konflikt zwischen Leidenschaft und moralischer Selbstdisziplin“ (Alt 2000, Bd. 2, S.505), die schon Schiller selbst für einen ihrer grundlegenden Charakterdispositionen gesehen hat, beantwortet.

Noch in der Auseinandersetzung mit Mortimer, aber vor allem in der Art der Auseinandersetzung, die sie mit Elisabeth bei ihrer Begegnung führt (III,4), zeigt sie sich ganz von ihrer leidenschaftlichen Seite. Am Ende allerdings gewinnt sie, nach dem Umschwung, den Leicesters Intrige gegen Mortimer (IV,4) bewirkt, "jedoch jene Kontrolle über ihre Leidenschaft, die sie im Schlussakt zur gefassten Heldin von, wie man gern betont hat, erhabenen Würde zu bestimmen scheint.“ (ebd.)

Diese Wandlung Maria Stuarts vollzieht sich nach Auffassung von Peter-André Alt (2000, Bd. 2, S.506) als "Gestus des Verzichts im Horizont der Märtyrertradition, deren Requisiten den Inszenierungsrahmen des Schlussaktes füllen. Erinnert die sinnlich empfindende Maria, die sich von Mortimers Italienbericht stimulieren lässt, an die Femme fatale der Vergangenheit, so zeigt die gelassen ihren Tod erwartende Königin des Schlussaktes eine überraschend abgeklärte Haltung. Zwischen beiden Motivbereichen herrscht keine Verbindung, weil hier nicht die fiktive psychische Einheit des dramatischen Individuums, sondern dessen Funktion innerhalb der tragischen Wirkungsökonomie von Bedeutung zu sein scheint. Auch deshalb verzichtet Schiller auf die Ausarbeitung eines Monologs, der Marias Wandlung näher aus den Umständen und der Reflexion der Figur hätte begründen können".

Dabei biete Maria keinen Modellfall für erhabenen Widerstand gegen ihre äußere Zwangslage, sondern gewinne "ihre Würde erst unter den Bedingungen des Leidens. Der Erprobungsfall des ethischen Prinzips ist die individuelle Krisensituation, in der sich Maria jedoch nicht als erhabener Charakter im Kampf mit den Widrigkeiten des Lebens, sondern als schöne Seele profiliert." (ebd. S. 507)

Außerdem weise die große Geste, mit der sich Maria am Ende des Dramas in ihr Schicksal füge "auf die Qualität der Anmut, wie sie Schillers Essay von 1793 mit recht konventioneller Argumentationslogik (und ohne Sinn für die Bedeutung sozialer Rollenklischees) als Merkmal des weiblichen Charakters hervorgehoben hat. Zu seinen Attributen gehört gerade nicht die Würde des erhabenen Widerstandsgeistes, sondern die in der individuellen Lebensäußerung wirksame Intuition [...]. (ebd.)

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Baustein: Charaktereigenschaften Maria Stuarts begründen und am Text belegen

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 22.05.2021

    
   Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie die im Text genannten Momente der Wandlung Maria Stuarts heraus.
  2. Verfassen Sie den von Schiller bewusst ausgelassenen Monolog Marias, mit der sie ihre eigene Wandlung begründet. 
 
 
 

 
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