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Bausteine zum Beispielthema

Argumente ordnen und als Ursache-Wirkung-Zusammenhang entfalten

Bausteine zu den Grundtypen der klassischen Problem- und Sacherörterung


FAChbereich Deutsch
Glossar Schreibformen Schreibformen in der Schule
Überblick Didaktische und methodische Aspekte Texte zusammenfassen  ▪ Erörterndes Schreiben: Didaktische und methodische Aspekte Formen des erörternden Schreibens Überblick Klassische Formen Überblick Freie Problem- und Sacherörterung Didaktische und methodische Aspekte Kompetenzen beim Erörtern Allgemeine Merkmale der Schreibform Erörterungstypen Überblick Grundtypen: linear oder dialektisch Überblick Lineare Erörterung Dialektische ErörterungArbeitsschritte Sprachliche Gestaltung Themensammlung Musteraufsätze [ Bausteine Bausteine zum Beispielthema ]Häufig gestellte Fragen (FAQ's) ▪ Selbst- und Fremdbeurteilung ▪ Weitere Typen der freien Problem- und Sacherörterung Neuere FormenFreiere Formen Texterörterung Literarische Erörterung Sachtexte analysieren (Textanalyse) Texte interpretieren (Textinterpretation) ▪ Materialgestütztes Schreiben Offizielle Briefe schreibenErzählen Berichten Beschreiben Schildern   Einen Essay schreiben Kreativ schreiben Sonstige schulische Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Bausteine zum Beispielthema

Niederschrift
 Argumente entfalten
Überblick
Unterschiede des mündlichen und schriftlichen Argumentierens beachten
Einzelne Argumentationen in Form von Argumentationsskizzen entwerfen
Die Rolle von Beispielen

 Formen der Argumentation
Überblick
Einfache Argumentation
Überblick
Grundstruktur
Geltungsansprüche sichern
Basisargumente
Erweiterte Argumentation
Argumentationsmodell von Stephen Toulmin

Typen von Argumentationen
Argumentationsstrategien

  Plausible Muster der Alltagsargumentation (Kienpointner 1996)
Probleme beim Argumentieren

▪ Basisargumente erkennen: "Das Klima ist schließlich wichtiger als die Schule"

Das Beispielthema

Hinein in die Klimakatastrophe? - Was tun?

Argumente bei der Niederschrift entfalten

Im Anschluss an die vorangehenden Arbeitsschritte kommt es bei der ▪ Niederschrift u. a. darauf an, die Argumentation mit ihren Thesen und Argumenten zu entfalten und sich dabei auf plausible Muster der Alltagsargumentation zu stützen.

Ausgangspunkt könnten hier die bei der ▪ Kontextmethode zur Stoffsammlung gefundenen Gesichtspunkte sein.

Bei der schriftlichen Gestaltung von Argumentationen im Rahmen des ▪ erörternden Schreibens ist es immer wieder wichtig, sich den prinzipiellen ▪ Unterschied zwischen dem mündlichen Argumentieren und dem schriftlichen Argumentieren in so genannten Alltagsargumentationen und in ▪ Bezug auf die Formen des erörternden Schreibens in der Schule zu verdeutlichen. Beim mündlichen Argumentieren in gesellschaftlichen Alltagssituationen gelten nämlich durchaus andere "Regeln" als beim schriftlichen Argumentieren in der Schule.

Dies betrifft die allgemeine • sprachliche Gestaltung ebenso wie die Ausführlichkeit, mit der bestimmte Argumentationen entfaltet werden müssen. Was also beim mündlichen Argumentieren auf der Grundlage • plausibler Argumentationsmuster und u. U. mit Hilfe begleitender • körpersprachlicher Signale ( Mimik, Gesten Lautstärke, Intonation oder Ton etc.)deshalb durchgeht, weil ja jederzeit nachgefragt und nachgebessert werden kann, ist bei einem Aufsatz natürlich nicht der Fall. Das allein verlangt, dass man sich stärker darum kümmern muss, seine Gedanken und Argumentationen möglichst überzeugend zu gestalten.

Was für die Entfaltung der Argumente gilt, trifft auch für die sprachlich-stilistische Gestaltung zu. Während man beim mündlichen Argumentieren je nach Kommunikationssituation alle Wörter und sonstigen stilistischen und rhetorischen Möglichkeiten ausschöpfen kann, damit der Kommunikationspartner am Ende "glaubt", was man zu sagen hat, ist dies beim schriftlichen Argumentieren in der Schule nicht der Fall. So sind z. B. vulgärsprachliche Ausdrücke vollkommen ausgeschlossen und umgangssprachliche Wörter und Wendungen ebenso  zu vermeiden, wie stilistisches "Geschwurbel". Hier ist also ein • standardsprachlicher bzw. normalsprachlicher Stil gefordert.

An dieser Stelle soll der inhaltlich-strukturierten Entfaltung der Argumente noch einmal ins Blickfeld rücken. Das nachfolgende Beispiel einer mündlichen Alltagsargumentation zu dem obigen Erörterungsthema dient dazu. die gerade dargestellten Zusammenhänge noch einmal zu verdeutlichen.

Mit den beiden Äußerungen könnte die mündliche argumentative Auseinandersetzung zwischen der erwachsenen Frau, nehmen wir an, es ist die Mutter, und der Tochter über das Thema abgeschlossen sein, wenn die Mutter die Äußerung ihrer Tochter einfach stehen und der Tochter ihren Willen lässt.

Die Logik der Argumentation, die Frage also, ob eine Argumentation logisch gesehen schlüssig ist, spielt bei solchen Alltagsargumentationen meistens so gut wie keine Rolle. So finden wir im Alltag meistens nichts dabei, wenn die Argumente lückenhaft sind, ganz ungeordnet daherkommen oder unpräzise formuliert sind.

Die Mutter könnte allerdings auch nachfragen, inwiefern die das Klima wichtiger als die Schule ist und oder eine Gegenthese aufstellen und eine eigene Gegenargumentation vorbringen. Und in dieser Art und Weise könnten beide ihr Problem weiter miteinander diskutieren.

Hier interessiert uns aber zunächst nur einmal die Argumentation der Tochter. Und dazu muss man, das, was da gesagt wird, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Dabei ist es meistens gar nicht so einfach, die logische Struktur einer Alltagsargumentation herauszuarbeiten.

In diesem Fall jedoch lässt sich die logische Struktur eines ▪ kausalen Argumentes nach dem • plausiblen Muster eines Ursache-Wirkungszusammenhangs wie folgt darstellen:

Wenn p dann q
p
q

Wenn die politisch Verantwortlichen keine wirksamen Maßnahmen gegen die weitere Klimaerwärmung ergreifen, ist das zeitweilige Fernbleiben von der Schule ein legitimes Mittel von Schülerinnen und Schülern öffentlichen Druck auf die Politik zu erzeugen.

Die politisch Verantwortlichen ergreifen keine wirksamen Maßnahmen gegen die die weitere Klimaerwärmung.

Also: Das zeitweilige Fernbleiben von der der Schule ist ein legitimes Mittel von Schülerinnen und Schülern öffentlichen Druck auf die Politik zu erzeugen.

Besonderes Augenmerk ist dabei darauf zu richten, ob die Gegenthese, die die Tochter gegen die nicht klar ausgedrückte These der Mutter vorbringt, einen ausreichend engen Bezug von (Gegen-)These und Argument aufweist.

Gefragt ist also, ob das, was die Jugendliche vorbringt, ein Basisargument für ihre vorausgesetzte (implizite) Gegenthese darstellt oder zwischen der These und dem Argument eigentlich noch ein anderer unausgesprochener Gedankenschritt steht.

Nach dem allgemeinen Argumentationsschema der erweiterten Argumentation ließe sich die Gegenargumentation der Tochter z. B. in folgender Art und Weise entfalten und strukturieren.

  • These der Mutter: Immer wieder die Schule zu schwänzen, ist untersagt.

  • Gegenthese der Tochter:
    Schule-Schwänzen für den Klimastreik ist zulässig.

weil den politischen Entscheidungsträger*innen Druck gemacht werden muss, schnelle und wirksame Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe zu ergreifen.

Denn die Politik tut angesichts des Tempos der klimatischen Veränderungen viel zu wenig.

So reichen z. B. die CO2-Bepreisung, die Förderung der Elektromobilität und der Ausbau der erneuerbaren Energien bei weitem nicht aus, um mit den Folgen der Klimaerwärmung mitzuhalten, geschweige denn diese wirksam zu begrenzen.

Der Schulstreik ist daher ein Mittel der jungen Menschen in unsrem Land und auch weltweit, um öffentlichen Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben. Der Regelbruch, der damit bewusst vorgenommen wird, zeigt, dass ihnen die Bekämpfung der drohenden Klimakatastrophe wichtiger ist als der regelmäßige Schulbesuch.

Bausteine zum Beispielthema

Niederschrift
 Argumente entfalten
Überblick
Unterschiede des mündlichen und schriftlichen Argumentierens beachten
Einzelne Argumentationen in Form von Argumentationsskizzen entwerfen
Die Rolle von Beispielen

 Formen der Argumentation
Überblick
Einfache Argumentation
Überblick
Grundstruktur
Geltungsansprüche sichern
Basisargumente
Erweiterte Argumentation
Argumentationsmodell von Stephen Toulmin

Typen von Argumentationen
Argumentationsstrategien

  Plausible Muster der Alltagsargumentation (Kienpointner 1996)
Probleme beim Argumentieren

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 05.01.2024

 
 

 
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