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Bausteine: Sprachliche Gestaltung beim schriftlichen Erzählen

In der Vergangenheitsform erzählen

Episches Präteritum als Erzähltempus

 
FAChbereich Deutsch
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Das Präteritum (Imperfekt) als Erzähltempus verwenden
Beim ▪ schriftlichen Erzählen in der Schule wird im Allgemeinen erwartet, dass die Texte in der Vergangenheitsform, die auch als  oder auch Imperfekt  oder Präteritum bezeichnet wird, erzählt werden. Man bezeichnet dies auch als Erzähltempus oder als episches Präteritum.

Tempus des Verbs

In der schulischen Praxis des Erzählens kommt aber auch die Zeitstufe der Gegenwart (Präsens) genannt vor und wird sogar mitunter zur Gestaltung des Höhepunkts Teile einer Erzählung sogar empfohlen. Allerdings muss der Wechsel vom Präteritum ins Präsens gestalterisch nachvollziehbar sein. Daneben gibt es, zumindest in der Literatur, Geschichten, die ausschließlich im sogenannten historischen Präsens erzählt sind.

Dies ist auch bei den nachfolgenden Beispielen der Fall, die dazu dienen sollen, die präsentischen Formen ins Präteritum zu übertragen.

Vom Präsens ins epische Präteritum übertragen

Übung

Anna ist schwanger. Sie hat sich schon einige Zeit große Sorgen gemacht, wie das vor allem ihr Vater aufnehmen würde, dessen abfällige Bemerkungen über die Kindsmütter sie schon all die Jahre anhörte. Jetzt aber hat sie keine Wahl. Nach dem Abendessen hat sie allen Mut zusammengenommen und zu ihrem Vater gesagt: "Papa, ich muss dir was sagen." Ihr Vater hatte aber schon den Fernseher an. Kein guter Augenblick, denkt Anna noch, als ihr Vater alles abbügelt mit "Jetzt nicht Anna, jetzt will ich die Nachrichten sehen." Anna lässt aber nicht locker. Es musste einfach heraus. Jetzt oder nie muss sie es loswerden. So hat sie sich zunächst einmal aufs Sofa gesetzt und ihn angesehen. "Was denn nu?" hat ihr Vater dann wissen wollen, dabei aber den Blick vom Fernseher nicht abgewendet. "Papa, ich bekomme ein Kind" hat sie dann gesagt. Papa macht den Fernseher aus und sagt erst mal gar nichts. Anna standen die Tränen in den Augen.

Aufgabe

Überarbeiten Sie die kurze Geschichte, indem Sie alle Verbformen ins Präteritum setzen.

Das Tempuschaos beseitigen

Im nachfolgenden Erzählbeispiel gehen die Zeitstufen der Verben (Tempora), mit denen die Geschichte erzählt wird, völlig durcheinander.

Übung

Es ist gerade erst Mittag, als sie wieder bei der Polizei anruft. "Sie müssen unbedingt herkommen", verlangte die alte Frau am Telefon, "vor meiner Haustüre steht ein Kamel."

"Ein Was?", fragt die Polizeibeamtin am Ende der Leitung verdutzt nach.

"Ein Kamel, haben Sie mich nicht verstanden?", hat die Frau zurückgegeben und wiederholt: "Ein Kamel, ein richtiges Kamel!"

"Das gibt's doch nicht", hatte darauf die Polizistin gesagt, ehe sie die Frau fragt: "Wie sieht das Kamel denn aus, liebe Frau?"

Die Frau hat schon die Geduld verloren. "Glauben Sie etwa, ich weiß nicht, was ein Kamel ist?", gibt sie ärgerlich zurück. Sie denkt schon daran aufzulegen, hat es sich dann aber offenbar doch noch einmal überlegt. "So ein Riesentier mit einem Höcker auf dem Rücken ist doch ein Kamel, oder etwa nicht?", brachte sie mit einem ärgerlichen Unterton heraus.

"Aber das ist doch dann ein Dromedar", pustete es aus dem Hörer, "wir müssen ja wissen, mit wem wir es zu tun haben, oder?"

Im Hintergrund hörte die alte Frau ein Gelächter am anderen Ende der Telefonleitung. "Was bildet die sich eigentlich ein?", ist es ihr in den Kopf geschossen.

Aber noch ehe sie darauf regiert, hat man sie nach ihrem Namen und ihrer Adresse gefragt. Nachdem sie die Angaben gemacht hat, wurde ihr versprochen: "Na gut, Frau Knürr, wir schicken eine Streife vorbei. Es dauert allerdings eine Weile, wie immer, ja?"

"Gut, aber, was soll ich denn solange machen?", will die alte Frau am Ende noch wissen.

"Am besten schließen Sie Ihre Tür ab und warten, bis meine Kollegen da sind", sagte die Frauenstimme vom Polizeirevier noch, bis das Piepen am Ende der Leitung anzeigt, dass sie inzwischen das Gespräch beendete.

Aber kurz bevor das geschieht, hat die alte Frau noch einmal gehört, wie dort gelacht worden war.

Es dauert knapp eine Stunde, bis die Frau ihren Schlüssel wiederfand, um die Haustüre abzuschließen. Irgendwie ist er in den Backofen gekommen. Als sie damit zu ihrer Haustüre geht und durch den Spion in der Türe hinaussieht, ist weit und breit nichts zu sehen und so kam sie gar nicht auf die Idee abzuschließen.

Beruhigt ist sie zurück in ihr Wohnzimmer geschlurft, schaltet dort ihr Fernsehgerät ein und wachte erst wieder auf, als die Spätnachrichten gesendet worden sind. "Wieder ein Tag, an dem nichts weiter passiert ist", denkt sie sich, schließt die Haustüre jetzt richtig ab, ehe sie sich zum Schlafen hinlegte. "Habe ich denn abgeschlossen?", ist der letzte Gedanke, ehe sie eingeschlafen war. Die Angst über die Ungewissheit nimmt sie mit in den Schlaf.

(nach: Gert Egle, Die Lachnummer)

Aufgabe

Überarbeiten Sie die kurze Geschichte, indem Sie alle Verbformen in das passende Erzähltempus setzen.


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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 02.05.2019

   
 

 
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