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Kompetenzerwerb im Social Web

Werte und Kompetenzen


"Jeder Mensch wertet in nahezu jedem Augenblick seines Handelns. Er richtet sich, oft mehr ahnend als wissend, danach, welchen Genuss oder Nutzen, welches ethische Gefühl oder welche politische Bestärkung ihm sein Handeln zu vermitteln vermag. Ohne Werte wäre der Mensch nur ein wissensgesteuerter Automat." (Erpenbeck/Sauter 2007, S.21, Hervorh. d. Verf.)

Wenn von Werten die Rede ist, kann man leicht den Eindruck gewinnen: Es geht um Abgehobenes, weit der Realität Entrücktes, eine Sphäre von Idealen, die mitunter den Klang von Leerformeln nicht abstreifen können: Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, Treue, Partnerschaft, Achtsamkeit für sich, andere und die Umwelt, gerechter Lohn etc. Und in den vielen Leitbildern von Betrieben und öffentlichen Einrichtungen rangieren Werte zwar ganz oben in der Hierarchie, erreichen aber wohl vergleichsweise selten den Boden, wo sie in Entscheidungs- und Handlungsprozesse einfließen sollen. Werte haben aber keine eigene Realität. "Was aus verschiedenen Gründen aus der Wirklichkeit hervorgehoben wird und als wünschenswert und notwendig" (Baran 1990. S. 805 ) für ein Individuum, eine Gesellschaftsgruppe oder eine Institution angesehen wird, ist stets das Ergebnis von Wertungsprozessen. Werte sind folglich Wertungsresultate, in die vieles eingeflossen ist: Erfahrungen, vorhandenes Wissen, frühere Werte und Wertungsmaßstäbe, die als soziale Konventionen erarbeitet und in Kraft gesetzt worden sind. (vgl. Erpenbeck/Sauter 2007, S.20f.)

Für Erpenbeck/Sauter (2007, S.21f.) ist kompetentes Handeln ohne Werte schlicht unmöglich, da es Werte sind, die kompetentes Handeln erst konstituieren. Die Bedeutung der Werte für kompetentes Handeln lässt sich ihrer Ansicht nach dadurch erkennen,

  • dass Werte als Wertungsresultate aufgefasst werden

  • dass die Struktur von Werten in ihrem Beziehungsgeflecht von Wertungssubjekt, - objekt, Grundlagen und Maßstäben betrachtet werden,

  • dass zu Werten alle möglichen sprachlich gefassten oder sprachlich fassbaren Wertungsresultate zählen,

  • dass Werte darauf abzielen, in einer unüberschaubar komplexen Welt unter der Perspektive prinzipieller Zukunftsungewissheit handeln zu können,

  • dass Werte systemisch als Ordnungsparameter (Ordner) für das individuelle und soziale Handeln unter den Bedingungen einer prinzipiellen kognitiven Ungewissheit angesehen werden.

Wissen im engeren Sinne stellt eine notwendige und damit unerlässliche Grundlage von Kompetenzen dar. Zugleich schließen Kompetenzen allerdings auch "Werte und Erfahrungen ein, die nur teilweise oder überhaupt nicht auf Wissen im engeren Sinne, auf explizites Sach- und Methodenwissen gründen und statt dessen zu verdeutlichendes Wissen oder deutende Werte einbeziehen." (Erpenbeck/Sauter 2007, S.19)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.09.2016
 

     
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