"Was ist das
Wesen des Lachens? Was liegt allem Lächerlichen zugrunde? [...]
Es gibt keine
Komik außer in der menschlichen Sphäre. Eine Landschaft kann
schön, lieblich, erhaben, langweilig oder häßlich sein; nie wird
sie lächerlich erscheinen. Man lacht wohl über ein Tier, aber
nur, weil man eine menschliche Gebärde oder einen menschlichen
Ausdruck an ihm entdeckt hat. Man lacht über einen Hut; allein
worüber man lacht, ist nicht das Stück Filz oder Stroh, sondern
die Form, die diesem die Menschen gegeben haben, der schnurrige
Einfall, den wir in dieser Form verkörpert sehen. [...]
Als eine nicht
minder merkwürdige Eigenschaft des Komischen möchte ich [...]
die Gefühllosigkeit betonen, die gewöhnlich dem Lachen zur Seite
geht. Das Komische scheint seine durchschlagende Wirkung nur
äußern zu können, wenn es eine völlig unbewegte, ausgeglichene
Seelenoberfläche vorfindet. Seelische Kälte ist sein wahres
Element. Das Lachen hat keinen größeren Feind als jede Art von
Erregung. [...] Kurz, das Komische setzt, soll es voll wirken,
etwas wie eine zeitweilige Anästhesie des Herzens voraus, es
wendet sich an den reinen Intellekt. [...]
Aber dieser
Intellekt muß immer mit fremden Intellekten kommunizieren. [...]
Man würde für das Komische kein Organ haben, wenn man allein
stünde. Das Lachen bedarf offenbar des Echos.[...] Wie oft hat
man nicht darauf hingewiesen, daß man im Theater um so lauter
lacht, je voller der Saal ist. [...] Das Lachen wird eine
gewisse Aufgabe im Leben der Gemeinschaft haben, wird eine
soziale Note tragen müssen.
Sagen wir kurz,
worauf demnach unsre drei vorläufigen Beobachtungen
hinauslaufen. Das Komische entsteht, scheint es, wenn eine
Anzahl als Gruppe zusammengehöriger Menschen ihre Aufmerksamkeit
alle auf einen lenken, ihr Gefühl beiseite schieben und
lediglich ihren Intellekt spielen lassen. [...]
Was ist eine
komische Physiognomie? Woher kommt ein lächerlicher
Gesichtsausdruck? Und was unterscheidet denn das Komische vom
Häßlichen? [...]
Es ist
unbestreitbar, daß gewisse Verunstaltungen vor andern den
traurigen Vorzug haben, manche Menschen zum Lachen zu
bringen.[...] Jede Abnormität kann komisch werden, die von einem
Menschen mit normalen Gliedern allenfalls nachgeahmt werden
könnte.
Scheint da nicht der Bucklige so auszusehen wie ein Mensch, der
sich schlecht hält? Scheint nicht sein Rücken krumm geblieben zu
sein? Wie infolge einer Tücke der Materie, wie aus Trägheit
scheint sich eine üble Gewohnheit festgesetzt zu haben. [...]
Wir sehen dann vor uns einen Menschen, der in einer bestimmten
Stellung hat beharren und, wenn man so sagen könnte, mit seinem
Körper Grimassen schneiden wollen.[...]
Wenn wir die lächerliche Verunstaltung abschwächen, erhalten wir
die komische Häßlichkeit. Ein
Gesichtsausdruck wird also lächerlich sein, wenn er uns an etwas
Starres, sozusagen Geronnenes in der allgemeinen Flüssigkeit und
Beweglichkeit der Gesichtszüge erinnert. Was wir sehen,
erscheint uns dann als eine erstarrte Grimasse, als ein Tick,
der steif und chronisch geworden ist. [...] ein komischer
Gesichtsausdruck verspricht nicht mehr, als er unmittelbar gibt.
Er ist eine einzige eindeutige Grimasse. Man möchte sagen, das
ganze seelische Leben des Menschen sei in diesen Linien
versteinert. Und ein Gesicht erscheint um so komischer, je mehr
es uns die Vorstellung einer rein mechanischen Handlung gibt, in
die unmöglich die ganze Persönlichkeit aufgehen kann. [...] So
sind Automatismus, Starrheit, angewöhnter und beibehaltener Tick
die letzten Ursachen, die eine Gesichtsbildung lächerlich
erscheinen lassen. Aber dieser Effekt gewinnt an Intensität,
wenn wir diese Züge auf eine tiefere Ursache, auf
Geistesabwesenheit, Zerstreutheit an sich zurückführen, wie wenn
die Seele durch eine rein mechanische, völlig geistlose
Tätigkeit gänzlich in Anspruch genommen wäre.[...]
Nun wird man das Komische der Karikatur verstehen. So regelmäßig
diese Physiognomie auch ist, so harmonisch ihre Züge, so sanft
ihre Bewegungen sind, niemals ist das Gleichgewicht völlig
erreicht. Man wird immer einen Tick angelegt finden, die Skizze
einer möglichen Grimasse, eine Mißbildung, die von der Natur vor
andern begünstigt scheint. Die Kunst des Karikaturisten besteht
darin, diese oft kaum wahrnehmbare Bewegung zu erfassen und sie
durch Übertreibung den Augen aller sichtbar zu machen. Er läßt
seine Menschen Grimassen schneiden, wie sie es selbst tun
würden, wenn sie die angelegten Grimassen ganz ausführten. Er
sieht hinter der oberflächlichen Harmonie der Bildung die
widerspenstige Materie. Er realisiert Disproportionen und
Deformationen, die in der Natur als Möglichkeiten dagewesen sein
müssen, aber, unterdrückt durch eine edlere Kraft, sich nicht
ausprägen konnten. Seine Kunst, die etwas Teuflisches hat,
befreit den Dämon, den der Engel in Fesseln warf. Zweifelsohne
ist es eine Kunst, die übertreibt, und doch definiert man sie
sehr ungenügend, wenn man ihren Endzweck Übertreibung nennt,
denn es gibt Karikaturen, die es mit jedem Porträt an
Ähnlichkeit aufnehmen, Karikaturen, wo die Übertreibung kaum zu
sehen ist, und umgekehrt kann man maßlos übertreiben, ohne die
Wirkung einer rechten Karikatur zu erreichen. Soll die
Übertreibung komisch wirken, so darf sie nicht als das Ziel
erscheinen, sondern nur als Mittel, dessen sich der Zeichner
bedient, um uns die Verzerrungen sinnenfällig zu machen, die er
in der Natur angelegt sieht. Die Verzerrung ist das Wichtige,
sie interessiert uns. Und sie sucht man in den unbeweglichen
Teilen des Gesichts, in der Krümmung der Nase, ja in der Form
des Ohres. Die Form ist für uns immer eine latente Bewegung. Der
Karikaturist, der die Größe einer Nase ändert, aber ihr Schema
wahrt, sie etwa in dem Sinne verlängert, in dem schon vorher die
natürliche etwas zu lang war, läßt diese Nase in der Tat eine
Grimasse schneiden: von nun an scheint uns das Original selbst
sich verlängert zu haben und Grimassen zu schneiden. In diesem
Sinne wird man sagen können, daß die Natur selbst nicht selten
mit Erfolg den Karikaturisten macht. Mit der Bewegung, durch die
sie an diesem Mund die Mundwinkel aufgerissen, diesen
Unterkiefer eingedrückt, diese Backe aufgeblasen hat, scheint es
ihr geglückt zu sein, ihre Grimasse ganz durchgesetzt zu haben
und der mildernden Aufsicht einer verständigen Macht entgangen
zu sein. Wir lachen dann über ein Gesicht, das sozusagen seine
eigene Karikatur ist.
Um zusammenzufassen: wie auch immer die Theorie laute, auf die
unsere Vernunft schwört, unsere Einbildungskraft hat ihre ganz
bestimmte Philosophie: in jeder menschlichen Form wittert sie
das Streben einer Seele, die Materie zu formen, einer unendlich
zarten, ewig beweglichen Seele, der Schwerkraft entrückt, weil
nicht die Erde sie anzieht. Von ihrer Leichtbeschwingtheit teilt
sie etwas dem von ihr beseelten Körper mit. Das Unkörperliche,
das so in den Körper eingeht, nennen wir Grazie. Aber die
Materie leistet Widerstand. Sie ruht in sich, möchte jenes immer
unruhig tätige höhere Prinzip zu ihrer eigenen Trägheit bekehren
und machen, daß es in Automatismus verkümmert. Sie möchte die
sinnvollen Bewegungen des Körpers zu toten, sinnlosen,
gewohnheitsmäßigen Gesten werden lassen, in stehende Grimassen
die veränderlichen Züge des Gesichts verwandeln, kurz, dem
ganzen Menschen ein solches Aussehen aufdrücken, daß er in der
Stofflichkeit mechanischen Tuns versunken und verbraucht
scheint, statt sich immer wieder im Umgang mit einem lebendigen
Ideal zu erholen. Da, wo es so der Materie gelingt, die
lebendige Außenseite der Seele abzutöten, sie zu verdichten,
alle Bewegung festzulegen, aller Grazie zu widerstehen, da
gewinnt sie dem Körper eine komische Wirkung ab. Wenn man jetzt
also das Komische aus seinem Gegenteil definieren wollte, müßte
man es nicht sowohl der Schönheit als der Grazie entgegensetzen.
Es ist mehr der Steifheit als der Häßlichkeit verwandt.
Wir gehen jetzt vom Komischen der Form zum Komischen der
Bewegung und der Gebärde über. Ich erwähne gleich das Gesetz,
das mir alle hierher gehörigen Erscheinungen zu beherrschen
scheint. Es ist übrigens ohne weiteres aus den vorhergehenden
Betrachtungen abzuleiten.
Stellungen, Gebärden und Bewegungen des menschlichen Körpers
sind in dem Maße komisch, als uns dieser Körper dabei an einen
bloßen Mechanismus erinnert.
Ich will dieses Gesetz nicht in die Fülle aller Fälle, in denen
es unmittelbar gilt, verfolgen. Es würde, will man sich von
seiner Richtigkeit überzeugen, genügen, die Sachen eines
humoristischen Zeichners daraufhin zu studieren, alles
Karikaturmäßige, das wir ja für sich untersucht haben,
auszuschalten und auch diejenige Komik, die nicht eigentlich in
der Zeichnung liegt, beiseite zu lassen. Denn man darf sich
darüber nicht täuschen, in vielen Fällen ist das Komische einer
Zeichnung entlehnt und wird in seinem ganzen Umfange von der
Literatur bestritten. Ich meine, der Zeichner kann zugleich die
Rolle des satirischen Schriftstellers übernehmen, mit den Augen
des Lustspieldichters sehen, und wir lachen dann nicht so sehr
über die Zeichnung selbst als über die Satire oder
Lustspielszene, die wir in ihr wiedergegeben sehen. Wenn man
sich aber mit dem festen Entschluß, nur auf das Zeichnerische zu
achten, heranmacht, wird man, glaube ich, finden, daß eine
Zeichnung immer um so komischer wirkt, je bestimmter und auch je
diskreter sie uns im Menschen eine Gliederpuppe sehen läßt.
Bestimmt muß dieser Eindruck sein, d. h. man muß im Innern des
Menschen deutlich – gleichsam transparent – einen zerlegbaren
Mechanismus erkennen. Er muß aber auch diskret sein, d. h. das
Ganze des Menschen, bei dem jedes Glied ein Stück Mechanismus
geworden ist, muß noch den Eindruck eines lebendigen Wesens
machen. Der komische Effekt ist um so greifbarer, die Kunst des
Zeichners steht um so höher, je mehr diese beiden Vorstellungen,
die eines Menschen und die einer Maschine, gleich stark
hervorgerufen werden. Und die Eigenart eines komischen Zeichners
hinge dann davon ab, welche besondere Art von Leben er einer
bloßen Gliederpuppe verleiht.
Doch ich lasse jetzt die unmittelbaren Anwendungen dieser Regel
beiseite und befasse mich lieber mit den Fällen, die nicht so
ohne weiteres einleuchten. Die Vorstellung eines im Innern des
Menschen funktionierenden Mechanismus liegt einer Menge spaßiger
Erscheinungen zugrunde; meistens ist aber diese Vorstellung von
sehr kurzer Dauer, sie wird sofort von dem Lachen, das sie
auslöst, verschlungen. Sie festzuhalten, braucht es der Analyse
und Reflexion.
Da sind zum Beispiel die Geberden gewisser Redner, die mit dem
Wort in Wettstreit liegen. Eifersüchtig auf dieses, laufen sie
fortwährend hinter dem Gedanken her und möchten auch als
Interpret gelten. Das mögen sie, nur müssen sie auch dem
Gedanken bis in seine letzten Schattierungen folgen. Die
Grundidee einer Rede ist etwas, was entsteht, Knospen treibt,
blüht und reift. Nie bricht sie jäh ab, nie wiederholt sie sich
im Verlauf der Rede. Sie ändert sich in jedem Augenblick, denn
nicht mehr sich ändern hieße nicht mehr leben. So sei denn die
Gebärde lebendig wie sie! Sie folge dem vornehmsten Gesetz des
Lebens, das da ist, nie sich zu wiederholen! Da aber kehrt ein
und dieselbe stehende Bewegung der Hand oder des Kopfes in
periodischen Abständen immer wieder. Wenn ich sie bemerke, wenn
sie so ist, daß sie mich ablenkt, wenn ich sie im weiteren
Verlaufe erwarte, und wenn sie sich einstellt da, wo ich sie
erwarte, werde ich ganz von selber lachen. Warum? Weil ich jetzt
vor mir einen automatisch funktionierenden Mechanismus habe. Das
ist kein Leben mehr, das ist Automatismus, der im Leben sitzt
und seine Stelle einnimmt. Automatismus aber ist immer etwas
Komisches.
Das ists auch, warum Gebärden, die an sich nichts Lächerliches
haben, sofort lächerlich werden, wenn sie von einem andern
nachgeahmt werden. Man hat sehr schwerfällige Erklärungen für
diese einfache Tatsache gesucht. Man braucht nur wenig darüber
nachzudenken, um zu wissen, daß unsere Seelenzustände von Moment
zu Moment wechseln und daß, wenn unsere Gebärden unsern innern
seelischen Bewegungen getreulich folgten, lebten, wie wir leben,
sie nie sich wiederholen würden. Daß sie es tun, dadurch fordern
sie die Nachahmung heraus. Wir werden erst in dem Momente
nachahmbar, wo wir nicht mehr wir selber sind. Ich meine, man
kann an unsern Gebärden nur nachahmen, was sie eintönig
Mechanisches und, was dasselbe ist, unsrer lebendigen
Persönlichkeit Fremdes an sich haben. Jemanden nachahmen, heißt
den Teil Automatismus herausstellen, den er in seiner Person
sich hat einnisten lassen. Und dadurch muß er nach unsrer
Definition komisch werden. Daß die Nachahmung uns zum Lachen
bringt, ist also gar nichts Sonderbares.
Aber wenn die Nachahmung von Gebärden schon an sich komisch
wirkt, wird sie noch komischer wirken, wenn sie sich darauf
verlegt, die Gebärden, ohne sie doch unkenntlich zu machen, im
Sinne irgendeiner mechanischen Handlung zu modifizieren, als da
ist Holzsägen oder auf einen Amboß schlagen oder unermüdlich am
Strang einer nicht vorhandenen Glocke ziehen. Keineswegs ist das
Vulgäre dabei der Kern des Komischen (obgleich es ohne Zweifel
etwas mit ausmacht), vielmehr ist es der Umstand, daß die
erfaßte Gebärde leichter mechanisch erscheint, wenn sie uns an
eine bekannte, von Haus aus mechanische Handlung erinnert. Eine
solche mechanische Interpretation nahelegen, muß eines der
Hauptverfahren der Parodie sein. Ich habe es eben a priori
deduziert, aber ich denke, die Clowns wissen längst darum
Bescheid.
So scheint sich mir jenes Rätsel, das Pascal an einer Stelle der
›Gedanken‹ aufgibt, zu lösen: »Warum werden zwei ähnliche
Gesichter, deren jedes für sich nichts Lächerliches hat,
nebeneinander durch ihre Ähnlichkeit lächerlich?« Aus dem
nämlichen Grunde, aus dem die Gebärden eines Redners, deren jede
für sich nichts Lächerliches hat, durch ihre Wiederholung
lächerlich werden. Das wahrhaft lebendige Leben soll sich eben
nie wiederholen. Da, wo Wiederholung und völlige Gleichheit ist,
argwöhnen wir immer einen hinter dem Lebendigen arbeitenden
Mechanismus. Man analysiere seinen Eindruck zwei Gesichtern, die
sich täuschend ähnlich sehen, gegenüber: man wird bemerken, man
denkt insgeheim an zwei Abgüsse ein und derselben Form oder an
zwei Abdrücke eines Siegels oder an zwei Abzüge ein und
desselben Klischees, kurz an fabrikmäßiges
Herstellungsverfahren. Diese Beeinflussung des Lebens in
mechanischem Sinne ist hier die wahre Ursache des Lachens.
Und das Lachen wird noch stärker, wenn man uns nicht nur, wie in
Pascals Beispiel, zwei Personen auf die Bühne stellt, sondern
mehrere, ja möglichst viele, die sich alle ähneln, die im Takte
gehen, kommen, tanzen, springen, zu gleicher Zeit dieselbe
Haltung einnehmen und in ein und derselben Weise gestikulieren.
In diesem Falle denken wir ganz bestimmt an Marionetten.
Unsichtbare Fäden scheinen von Arm zu Arm, von Bein zu Bein, von
jedem Gesichtsmuskel des einen zum entsprechenden des anderen zu
gehen: die Starrheit der Verbindung macht, daß die Weichheit der
Glieder vor unsern Augen erstarrt und alles in Mechanismus
verhärtet. Das scheint mir der Kniff dieser etwas plumpen
Belustigung zu sein. Ich weiß nicht, ob man dazu Pascal gelesen
haben muß, jedenfalls wird in einem solchen Auftritt die Idee
realisiert, die in Pascals Worten liegt. Und wenn der Grund des
Lachens im zweiten Falle die Vorstellung eines auf mechanische
Weise erzielten Effekts ist, so muß er es schon, freilich
weniger in die Augen springend, in jenem ersten sein.
Setzt man jetzt diesen Weg fort, so wird man immer ferner
liegende, aber auch immer bedeutsamere Nutzanwendungen des hier
aufgestellten Gesetzes gewahr. Man ahnt noch flüchtiger
auftretende mechanische Effekte, veranlaßt durch die
zusammengesetzteren Handlungen der Menschen und nicht mehr
einfach durch ihre Gebärden. Man vermutet, daß die üblichen
Kunstgriffe der Bühne, die periodische Wiederkehr eines Wortes
oder einer Situation, die symmetrische Rollenvertauschung, die
mathematische Anbahnung der Verwechslungen und noch viel anderes
Spiel seine komische Wirkung aus derselben Quelle herleiten
kann. Denn vielleicht besteht die Kunst des Schwankdichters
überhaupt darin, daß er den menschlichen Geschehnissen, die er
uns zeigt, zwar ihre äußere Wahrscheinlichkeit (das heißt: den
Anschein schmiegsamer Lebendigkeit) völlig wahrt, uns aber doch
deutlich die dahinterstehende mechanische Gliederung sehen läßt.
Aber nehmen wir keine Resultate vorweg, die wir mit
fortschreitender Analyse methodisch gewinnen werden.
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
23.08.2026