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Hans Assmann von Abschatz: [Schertz-Sonnette] (1704) - Textauswahl

« 33. Die Schöne Einfältige. »

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren
Hans Assmann von Abschatz (1656-1699)Überblick Lyrische Texte [ Schertz-Sonnette (1704) ▪ Überblick Sonettzyklus im Überblick Textauswahl ◄ ▪ Bausteine ] ...   Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Petrarca und die Überbietungspoetik des Barock
Petrarkismus und barocke Liebesauffassung
▪ 
Petrarkismus, Manierismus und galanter Stil

Der epigrammatische Text, den der Autor in seiner ▪ Vorschau über den Sonettzyklus zu diesem Gedicht verfasst, lautet:

33. Die Schöne Einfältige.

Wenn Rosen-Rote Scham und weißer Einfalt Seide
Ein Herze sonder Gall in Treue und Demut schmückt/
Ist dies für deine Braut der beste Zeug zum Kleide.

Hans Assmann von Abschatz
33. Die Schöne Einfältige.

Mein liebstes Rosen-Bild/ das nur der Unschuld Kreide/
Kein Firnis schlauer List noch falsche Schminke ziert/
Mein Täubchen/ das kein Herz/ wie keine Galle führt/
Daß du nichts weist/ und viel doch glaubst/ ist meine Freude.
Dein Sinn bekleidet sich mit reiner Einfalt-Seide/
Durch die man deine Liebe' ohne langes Suchen spürt:
Was sollte mir ein Weib/ die gerne disputiert/
Dein Deutsches Ja und Nein vergnügt uns alle beide.
Mein Wunsch ist/ daß ich stets im Friede leben kann/
Dich/ nicht die Eitelkeit/ hab ich zur Frau erwählt.
Wenn dort Xanthippen nur nichts mehr als dir gefehlt/
So stünde Socrates den Männern oben an.
Bist du ein lindes Wachs/ so ist mir_es ein Glücke/
Daß ich nur Ehre und Treue zum Siegel in dich drücke.

 

(Hans Assmann von Abschatz: Alexandri Adimari übersetzte Schertz-Sonnette oder Kling-Gedichte über die auch bey ihren Mängeln vollkommene und Lieb-würdige Schönheit des Frauenzimmers in: Abschatz, Hans Assmann von: Poetische Ubersetzungen und Gedichte. Leipzig, 1704., online verfügbar: In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/abschatz_gedichte_1704/294>,  abgerufen am 21.03.2022)

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Petrarca und die Überbietungspoetik des Barock
Petrarkismus und barocke Liebesauffassung
▪ 
Petrarkismus, Manierismus und galanter Stil

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 24.03.2022

 
   Arbeitsanregungen:
  1. Fassen Sie den Inhalt des Gedichts knapp zusammen.
  2. Inwiefern müntzt es den petrarkistischen Schönheitspreis in ein antipetrarktisches Hässlichkeitslob um? Was macht eine "Einfältige" "schön"?
  3. Das Gedicht ist Teil eines Sonettzyklus, den Hans Assmann von Abschatz "Schertz-Sonnette" nennt. Welche Vorstellung verbirgt sich Ihrer Meinung nach dahinter?
  4. Arbeiten Sie den Bezug des epigrammatischen "Vorschau"-Textes zu dem nachfolgenden Gedicht heraus.
  5. Das Gedicht kann als ein antipetrarkistisches manieristisches Werk angesehen werden. Inwiefern lässt sich dies begründen?
  6. Können Sie sich vorstellen, dass ein solches Gedicht heute Anklang finden würde?

 

 
 
 

 
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