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Fragen und Antworten (KI)

Was unterscheidet die Diskursanalyse von der thematischen Analyse?

Grundlagen der Textanalyse und InterpretationAntihermeneutische ModelleDiskursanalytisches Modell

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
LiteraturAutorinnen und Autoren Literarische Gattungen Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Überblick Hermeneutische Modelle Antihermeneutische Modelle Überblick Dekonstruktivistisches Modell [ Diskursanalytisches Modell Überblick Alltags- und bildungssprachlicher Diskursbegriff Diskursanalytischer Textbegriff Die Medialität der Diskurse Einzelne Begriffe und Konzepte (Foucault) Diskursanalyse in der Praxis Fragen und Antworten (KI) ] Intertextualität Kontextuelles ModellSonstige Modelle Literatur und Stil Textauswahl Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 
 

 

Da eine eingehendere Beschäftigung mit der • diskursanalytischen Perspektive zur Analyse und Interpretation von Texten im Anschluss an »Michel Foucaults (1926-1984) immer wieder an Grenzen stößt, wenn einem als in den jeweiligen Fachwissenschaften oder Spezialdiskursen nicht beheimateten "Laien" die hinter bestimmten Modellen stehenden Theorien mit ihren Kategorien interessieren, haben wir hier zur Frage auf dem Wege eines differenzierenden Promptings im Anschluss an die Frage:

Was unterscheidet die Diskursanalyse von der thematischen Analyse?

folgende Antwort(en) erhalten und diese etwas redigiert.

Die Diskursanalyse und die thematische Analyse sind zwei unterschiedliche Methoden zur qualitativen Untersuchung von Texten und Kommunikation. Beide haben Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich aber in ihren theoretischen Grundlagen, Zielsetzungen und Analyseverfahren.

Die Diskursanalyse ist eine tiefgehende, kritische Methode zur Untersuchung von Sprache, Macht und Wissensproduktion, während die thematische Analyse eine flexible, inhaltsorientierte Methode ist, die hilft, Muster in Daten zu identifizieren. Beide Methoden haben ihre Stärken und eignen sich je nach Forschungsfrage für unterschiedliche Zwecke.

1. Diskursanalyse vs. Thematische Analyse – Überblick

Merkmal

Diskursanalyse

Thematische Analyse

Ziel

Untersuchung gesellschaftlicher Wissensordnungen, Machtstrukturen und Bedeutungszuschreibungen

Identifikation und Interpretation von wiederkehrenden Themen in Daten

Theoretische Grundlage

»Sozialkonstruktivismus (z. B. »Michel Foucault (1926-1984), »Reiner Keller (geb. 1962) (• Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA), »Norman Fairclough (geb. 1941)soziolinguistische »Kritische Diskursanalyse)

Phänomenologie, Phänomenologische Soziologie, Psychologie (z.B. »Virginia Braun und Victoria Clarke (2006, 2013, 2021, 2021a)

Fokus

Analyse, wie Sprache Realität konstruiert und Machtverhältnisse stabilisiert

Inhaltliche Themen in Daten erfassen und kategorisieren

Methode

Untersuchung von Mustern, Regeln und Bedeutungen innerhalb von Diskursen

Kodierung und Gruppierung von Daten nach Themen

Einheit der Analyse

Diskursive Strukturen, sprachliche Praktiken, hegemoniale Narrative

Einzelne Textstellen, wiederkehrende Bedeutungen und subjektive Erfahrungen

Anwendungsbereiche

Medien, Politik, Wissenschaft, soziale Bewegungen, Ideologie-Analysen

Psychologie, Marktforschung, Sozialwissenschaften, Interviews

Ergebnis

Aufdeckung gesellschaftlicher Diskursformationen und Machtstrukturen

Beschreibung und Interpretation von inhaltlichen Mustern in Texten


2. Die Diskursanalyse

Grundannahmen

  • Diskurse sind nicht nur gesprochene oder geschriebene Texte, sondern strukturieren unser Denken, Handeln und gesellschaftliche Ordnung.

  • Sprache ist nicht neutral, sondern trägt zur Konstruktion sozialer Realität bei.

  • Diskurse produzieren Macht und bestimmen, was als "Wahrheit"“ gilt (Foucault).

Methodisches Vorgehen

  • Analyse von Sprachmustern, Deutungsrahmen und Narrativen.

  • Identifikation von hegemonialen Wissensformen und alternativen Stimmen.

  • Untersuchung der historischen Entwicklung von Diskursen.

  • Analyse von Akteuren, Institutionen und ihren Einfluss auf die Diskursproduktion.

Beispiel: Diskursanalyse zur „Flüchtlingskrise“

  • Untersuchung, wie Medien und Politik das Thema Migration darstellen.

  • Analyse, welche Begriffe dominieren ("Flüchtlingswelle", "Bedrohung" vs. "Willkommenskultur").

  • Untersuchung, welche Akteure den Diskurs bestimmen (Regierung, NGOs, rechte Parteien).

3. Die Thematische Analyse

Grundannahmen

  • Sprache spiegelt subjektive Erfahrungen und Perspektiven wider.

  • Die Methode ist flexibel und kann in verschiedenen Forschungsparadigmen genutzt werden (realistisch, konstruktivistisch, interpretativ).

  • Fokus liegt auf dem Inhalt der Daten, nicht auf der sprachlichen Form oder gesellschaftlichen Machtstrukturen.

Methodisches Vorgehen (nach Braun/Clarke 2006)

  1. Vertraut machen mit den Daten (z. B. Transkripte lesen).

  2. Erste Codes generieren (relevante Textstellen markieren, z. B. zu wichtigen Konzepten, Ideen, Grundgedanken, Muster ).

  3. Themen identifizieren (mögliche Themen erkennen, ähnliche Codes zu Themen gruppieren).

  4. Themen überprüfen (überprüfen, ob die Themen kohärent und relevant für die Fragestellung sind).

  5. Themen benennen und definieren. (Themen konkretisieren, präzise und prägnant formulieren und definieren

  6. Ergebnisse berichten. (die Themen in einem kohärenten theoretischen Zusammenhang darstellen und mit anschaulichen Beispiele aus den Daten unterstützen

Beispiel: Thematische Analyse zu "Mental Health bei Studierenden"

  • Interviews mit Studierenden zu ihrem Stress und psychischen Belastungen.

  • Identifikation von Hauptthemen wie "Prüfungsangst", "soziale Isolation" und "Druck durch Leistungsgesellschaft".

  • Interpretation dieser Themen und Ableitung von Implikationen für Hochschulpolitik.

4. Zentrale Unterschiede
  1. Diskursanalyse fragt "Wie wird über etwas gesprochen?", thematische Analyse fragt "Was wird gesagt?".
    Die thematische Analyse kann den Kontext berücksichtigen, aber er ist nicht ihr Hauptaugenmerk. Die Diskursanalyse legt großen Wert auf den Kontext, in dem Sprache verwendet wird. Sie untersucht, wie historische, soziale und politische Faktoren die Produktion und Interpretation von Diskursen beeinflussen.

  2. Diskursanalyse analysiert gesellschaftliche Machtverhältnisse und Ideologien, thematische Analyse fokussiert sich auf persönliche Erfahrungen und Bedeutungen.
    Die thematische Analyse betrachtet Daten oft als relativ neutrale Repräsentationen von Erfahrungen oder Meinungen. Die Diskursanalyse betont, dass Sprache und Diskurse nie neutral sind, sondern immer mit Macht und sozialen Konstruktionen verbunden sind. Sie untersucht, wie Diskurse soziale Hierarchien und Normen erzeugen und aufrechterhalten.

  3. Diskursanalyse untersucht sprachliche Strukturen und Regeln, thematische Analyse sucht nach wiederkehrenden inhaltlichen Mustern.

  4. Diskursanalyse ist theoriegeleitet und oft kritisch, thematische Analyse ist methodisch flexibel und kann auch rein beschreibend sein.

Vereinfachtes Beispiel für die unterschiedliche Vorgehensweise und die verschiedenen Ziele von thematischer Analyse und Diskursanalyse

Wenn z. B. eine Reihe von Interviews zum Thema "Klimawandel" untersucht werden soll, tun dies die thematische Analyse und die Diskursanalyse auf unterschiedliche Art und Weise und mit verschiedenen Zielen.

  • Eine thematische Analyse würde sich darauf konzentrieren, wiederkehrende Themen wie "Ursachen des Klimawandels", "Auswirkungen des Klimawandels" oder "Lösungsansätze" zu identifizieren.

  • Eine Diskursanalyse würde untersuchen, wie über den Klimawandel gesprochen wird. Sie würde sich beispielsweise fragen, welche Begriffe verwendet werden, um den Klimawandel zu beschreiben (z. B. "Klimakrise" vs. "Klimawandel"), welche Akteure als verantwortlich dargestellt werden und welche Narrative verwendet werden, um Handlungen zu legitimieren oder zu delegitimieren.

ChatGPT, GeminiAdvanced, ergänzt und redigiert, 1.3.2025

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.03.2025

    
 

 
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