▪ Übersicht
über die Transkriptionskonventionen
Rhythmus
(gr. ryhthmos = Gleichmaß) ist ein zeitlich gliederndes Strukturelement lautsprachlicher Äußerungen.
Er ergibt sich daraus, dass Akzentsilben isochron, d.h. in
perzeptiv gleichen Zeitintervallen produziert werden. Die rhythmische
Einheit aus einer Akzentsilbe plus den nachfolgenden unakzentuierten
Silben bis zum Beginn der nächsten rhythmisch isochronen Akzentsilbe,
diese aber ausgeschlossen, werden von
Auer/Couper-Kuhlen (1994)
Kadenz genannt.
Rhythmische Einheiten werden im
Feintranskript
mit der so genannten Kadenzschreibweise notiert.
Dabei werden die rhythmischen Kadenzen in Schrägstrichen untereinander
platziert.
Eine rhythmisch isochrone Einheit wie
/weg nach ber/lin zu den /kindern wird in Kadenzschreibweise wie
folgt notiert:
Beispiel (aus GAT):
Ida:
/ WEG nach ber= /
/ =LIN zu den
/
/ KINdern, (.)
Für jede rhythmische Kadenz wird hier eine neue Zeile angefangen.
Wenn die Schrägstriche exakt untereinander stehen, handelt es sich um
einen isochronen Rhythmus.
Wenn der Rhythmus gebrochen und eine Folgekadenz schnell oder langsam
angeschlossen, d. h. früher oder später als rhythmisch erwartbar begonnen,
werden die Schrägstriche versetzt.
Beispiel für die Notation eines zu frühen Schlages
(aus GAT):
Ida:
/ WEG nach ber= /
/ =LIN zu den
/
/ KINdern, und /
/
DA: (.) n neues leben ((...))
Beispiel für die Notation eines zu späten
Schlages:
Ida:
/ WEG nach ber= /
/ =LIN zu den /
/ KINdern, (.) und /
/ DA: (.) n neues leben ((...))
»Gesprächsanalytisches Modell (GAT) pdf-Dokument (=
Online-Version des Artikels "Gesprächsanalytische
Transkriptionssysteme" aus den Linguistischen Berichten 173, 1998,
S. 91-122)
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
18.12.2023