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Bausteine zu Andreas Gryphius: Einsamkeit

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FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren Andreas Gryphius (1616-1664)  Lyrische Texte
Es ist alles eitel Ebenbild unseres Lebens Abend Tränen des Vaterlands Menschliches Elende [ EinsamkeitText Aspekte der Analyse und Interpretation  Bausteine ] Thränen in schwerer Krankheit (Anno 1640) ... Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Die Arbeit mit dem ▪ Sonett ▪"Einsamkeit" von ▪ Andreas Gryphius lässt sich mit unterschiedlichen Zugängen zum Text und Zielen verbinden.

Das Thema der Einsamkeit zum Einstieg nutzen

Ein interessanter und motivierender Zugang zu dem, zumindest im Titel des Sonetts, direkt angesprochenen Thema Einsamkeit, kann sich durch die Erfahrungen ergeben, welche die Schülerinnen und Schüler gemacht haben, wenn sie sich selbst schon einmal einsam gefühlt haben und/oder wenn ein Ort, an dem sie sich aufgehalten haben, als einsam empfunden wurde. Solche Gefühle und Erfahrungen sind ▪ entwiclungspychologisch vom großer Bedeutung, gehören zu den Begleiterscheinungen der ▪ Änderung der Änderung der Objektbeziehungen bei der ▪ Ablösung der Jugendlichen von der Familie (Gefühl des Abschiednehmens) und den Schwierigkeiten und Problemen, die sich durch die Änderung der sozialen Kontakte in der Adoleszenz (Freundschaften mit gleichgeschlechtlichen Gleichaltrigen, Peergroup-Orientierung, Kontakt mit Mädchen/Jungen) ergeben.

Junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 19 Jahren sind es, die heutzutage in unserer Gesellschaft neben den alten Menschen über 80 Jahre am meisten unter Einsamkeit leiden und die psychischen und physischen Folgen dieses Zustandes ertragen müssen. Schon macht die These von der einsamen Generation die Runde, Sie stehen in diesem Alter meistens an der Schwelle zu einem Leben, das sich von ihrem bisherigen grundlegend unterscheidet. Nach dem Schulabschluss haben sie oft eine Ausbildung begonnen oder ein Studium angetreten, wofür sie an einen anderen Ort ziehen müssen und spätestens dann das Elternhaus verlassen. Sich in eine neue soziale Umgebung einzufinden, neue soziale Kontakte aufzubauen und vieles andere mehr sind Herausforderungen, die erst einmal bewältigt sein wollen, zumal wenn, wie dies bei den meisten jungen Menschen wohl der Fall ist, dies zum ersten Mal in so umfassender Weise tun muss. Hinzukommt, dass es jungen Leuten aufgrund ihrer stärkeren Ich-Bezogenheit dem Aufbau dauerhafter sozialer Beziehungen und ihrer Pflege nicht die größte Priorität geben. Oft bleiben die Kontakte vergleichweise oberflächlich. Auf der anderen Seite fällt es jungen Leuten auch immer schwerer, allein zu sein. Alles in allem, Prozesse also, die Einsamkeit zur Folge haben können, wenn man die Herausforderungen nicht bewältigen kann.

Einsamkeit als Google-Algorithmus

Einen interessanten Weg, sich dem Thema Einsamkeit zu nähern, hat Diana Kinnert in ihrem inzwischen zum Bestseller avancierten Buch "Die neue Einsamkeit" (2021, S.16f.) anschaulich beschrieben.

Sie stellt darin dar, wie se mit den Begriffen »einsam« oder »allein« "googelt" und sich dann, im "Ergebnismeer" (ebd.) auf die Bildsuche beschränkt,anzusehen, "was wir uns offenbar unter diesen Begriffen vorstellen. Was die Filter und Algorithmen uns vor Augen halten, wenn es um das Thema Einsamkeit geht."

"Ich sehe einen Herrn mittleren Alters, der allein auf einer Bank sitzt und aufs Meer blickt. Eine Frau, die unter ihrem Regenschirm auf einem Steg steht und aufs graue Wasser schaut. Da ist ein Mann, er hockt auf seiner Fensterbank, starrt verloren auf das Häusermeer zu seinen Füßen. Da ist eine Frau, allein auf ihrem Bett, die Beine angezogen, die Arme über den Knien verschränkt. Ich sehe eine Seniorin in ihrem Sessel sitzend, deren Blick durch ein offenes Fenster in die Leere fällt. Weiter unten spiegelt sich das Gesicht eines jungen Mädchens in einer Scheibe, der Blick traurig, melancholisch." (ebd., S.16f.)

In ähnlicher Weise fährt sie fort, um nicht lange danach festzustellen, dass sich "die Motive, die Bilder, die Ideen (wiederholen)" und die Vorstellungen von Einsamkeit ab einem gewissen Punkt, so scheint es, kommen  "an eine Grenze kommen" (ebd., S.18f.).

Dieser Ansatz ist aus mehreren Gründen interessant. Einer davon ist, dass die Google-Bilder sprachlich beschrieben werden. Ein anderer die auch medienkritische Betrachtung der Tatsache, ob das, was die Algorithmen in ihrem Ranking "ausspucken", abbildet, welche Vorstellungen in der Gesellschaft über Einsamkeit bestehen und ob, die Suchergebnisse überhaupt dem entsprechen, was sich die Schülerinnen und Schüler unter Einsamkeit vorstellen. Und, wenn nicht, wie es Ihrer Ansicht nach zu diesem Ranking und seiner Zusammenstellung von solchen Einsamkeitsmotiven kommt.

Neben der bildbeschreibenden Versprachlichung der Bildinhalte kann auch die Zusammenstellung von "Bildern" der Einsamkeit in digitaler oder analoger Form nach dem Ausdruck entsprechender Motive, die dann an einer Pinwand zusammengestellt werden können (z. B. kann jeder Schüler bzw. jede Schülerin aufgefordert werden 1 oder 2 Bilder auszuwählen und auszudrucken). Mit der Metaplan-Methode können Sie dann zusammengestellt werden, wobei die diesselben Motive übereinander gepinnt werden und am Ende Motivgruppen gebildet werden, die das Thema Einsamkeit z.B. positiv oder negativ, als ein Problem von Altersgruppen und des Geschlecht darstellen oder ob die Einsamkeit in diesen Bildern realistisch, kitschig, romantisch, bedrohlich, ... etc. ist.

Einsamkeit clustern

An der Tafel oder an einem Whiteboard u. ä. könnte vor der Lektüre des Gryphius-Textes auch ein gemeinsames Brainstorming oder Clustering zum Thema durchgeführt werden,  mit dem die Schülerinnen und Schüler ihre Assoziationen zum Thema festhalten können.

Motiv- und Textvergleich

Im Anschluss an das Clustering, aber auch ohne dieses, könnte ein Vergleich von Gedichten arrangiert, die sich mit diesem Thema befassen. Dabei könnte der Vergleich, der nicht in die Tiefe gehen sollte, unter der Frage stattfinden, welches der Gedichte am ehesten den Erfahrungen entspricht, die sie mit dem Thema gemacht haben.

Produktive Textarbeit

Ebenso wäre möglich, die Schülerinnen und Schüler selbst zur Gestaltung eines kleinen Gedichts zum Thema aufzufordern, um im Anschluss u. a. auch die Frage zu erörtern, ob Gedichte grundsätzlich dafür geeignet sind, solche Gefühle und Erfahrungen auszudrücken.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 25.11.2021

 
 

 
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