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Kompetenzorientierter Unterricht

Motivation und Volition

 
DIDAKTIK
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Motivationale, volitionale und soziale Bereitschaften und Fähigkeiten als Teil von Kompetenzen

Dass es sich bei Kompetenzen nicht nur um kognitive handelt, sondern auch motivationale, volitionale (= willentliche Steuerung von Handlungen und Handlungsabsichten) und soziale Bereitschaften geht, hat Franz E. Weinert (2001, S.28f.) in seiner Definition von Kompetenzen berücksichtigt.

Er definiert Kompetenzen als "die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ (Weinert 2001, S. 28f.)

Motivation und Volition bezeichnen Unterschiedliches

Volition sorgt im Allgemeinen dafür, dass man seine Absichten auch dann umsetzen kann, wenn man eigentlich keine oder nicht ausreichend Lust dazu hat.

Volition unterscheidet sich dabei von der Motivation durch die ihr zugrundeliegende Selbststeuerung (»Selbstregulation). Motivation betont dagegen den Aspekt des Strebens nach bestimmten Zielen oder Zielobjekten und befasst sich mit dem Setzung von Zielen. Diese können aber nur erreicht werden können, wenn weitere volitionale Prozesse der Selbststeuerung ablaufen, welche die Realisierung dieser Ziele anpacken.

Nach Goschke (2002, S. 325) ist Volition der "Sammelbegriff für metakognitive oder selbstregulatorische Funktionen, die die Verwirklichung von Absichten in Konfliktsituationen unterstützen, in denen starke Gewohnheiten, emotionale Versuchungen oder konkurrierende Motivationstendenzen unterdrückt werden müssen oder in denen perzeptuelle, kognitive und motorische Prozesse auf neue Weise im Sinne eines übergeordneten Ziels koordiniert werden müssen“. 

Um die Volition zu stärken, kann man verschiedene volitionale Strategien zur verwenden. Sie sollen dabei helfen, die Motivation, die Aufmerksamkeit und die Emotionen beim Verfolgen eines Ziels zu kontrollieren.

  • Die Motivationskontrolle sorgt dafür, dass "die mit einem Ziel verbundenen positiven Anreize gezielt beachtet und aufgewertet, Anreize von konkurrierenden Zielen [...] abgewertet [werden]; " (Roth/Sokolowski o. J., S.2)

  • Die Aufmerksamkeitskontrolle garantiert, dass nur solche Informationen zugelassen werden, die den Absichten zuträglich sind und andere, absichtshemmende Informationen ausgeblendet werden.

  • Die Emotionskontrolle sorgt mit Hilfe von Antizipationen dafür, dass Gefühle angeregt werden, die das Verfolgen der Pläne und Handlungen unterstützen und fördern (sog. "realisationsfördernde Gefühle" (Kuhl 1983, S. 305)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 17.04.2021

     
 

 
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