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Kreative Arbeitstechniken

Überblick

 
ARBEITSTECHNIKEN
Glossar Arbeits- und Zeitmanagement  
[ Kreative Arbeitstechniken Überblick Formen (Klassifikation des Batalle-Instituts)  Merkmale kreativer Methoden Brainstorming Clustering Mind Mapping Weitere Methoden zur Ideenfindung ] Teamarbeit ▪ Portfolio ▪ Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten  ▪ Arbeit mit Film und VideoMündliche Kommunikation Visualisieren Präsentation Arbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken
 

Produktive Textarbeit
Textproduktive Verfahren
Szenische Gestaltungen
Akustische Gestaltungen
Visuelle Gestaltungen
Multimediale Gestaltungen
Szenische Interpretation
Gestaltende Interpretation literarischer Texte

Kreativität - ein schillernder Begriff

"Kreativität ist ein formaler Begriff", betont Liebau (1995, S.7) "als solcher inhaltsleer. Er beschreibt zunächst nicht mehr als die bloße Tatsache der Erfindungskraft, der Kraft also zur schöpferischen Überbrückung der Differenz zwischen Vorhandenem und Neuem." 

Der Begriff kommt aus dem Lateinischen (creare) und bedeutet hervorbringen oder auch gebären.In diesem Sinne wird das Verb "creare" auch in der lateinischen Bibel verwendet, wo es in der Schöpfungsgeschichte heißt: “In principio creavit Deus caelum et terram.” (Im/am Anfang erschuf/kreierte oder brachte Gott den Himmel und die Erde hervor.) Kreativität ist demnach eine göttliche Kraft, und dies nicht erst im christlichen Schöpfungsmythos. Nur Gott oder den Götten ist sie eigen, denn sie sind dieser Vorstellung nach auch die einzigen die aus einem Nichts ein Sein oder Etwas erzeugen können. So hat es auch der  griechische Philosoph »Platon (428/427 v. Chr. -  348/347 v. Chr.) gesehen, für den in dieser Gott-Welt-Kreativät der Mensch demzufolge nicht wirklich kreativ sein, sondern kann nur umformen kann, was Ergebnis eines göttlichen Schöpfungsaktes darstellt. Die Produkte solcher Transformationen können dabei aber, auf der Grundlage der Einbildungs- und Gestaltungsmöglichkeiten der Menschen, unterschiedlich ausfallen.

»Kulturgeschichte der Kreativität (Wikipedia)

Heute hat das Denken über die Kreativität solche Begrenzungen hinter sich gelassen und dennoch oder vielleicht gerade deshalb konkurrieren unzählige Ansätze und Schulen miteinander um das richtige Verständnis von Kreativität, das auf ganz verschiedene Art und Weise definiert wird. Die Ergebnisse der modernen Kreativitätsforschung an dieser Stelle zu referieren oder kritisch zu würdigen, kann hier nicht geleistet werden.

So greifen wir eine unseres Erachtens didaktisch sinnvolle Definition aus der Fülle der Definitionen heraus, die von John F. Drevdahl (1923-1966) (1956, S.21) stammt. Sie setzt "einen Transfer von Informationen voraus, d. h. Informationen werden aus verschiedenen Mustern herausgelöst und sodann mit anderen Informationen in Beziehung gesetzt. Eine solche Informationskombination wird dann als kreativ zu bezeichnen sein, wenn sie neu ist und zur Lösung eines Problems oder einer Aufgabe beiträgt." (Sikora, 1976, 9f.) Drevdahls Definition dient kann zumindest als Arbeitsdefinition gute Dienste leisten:

"Kreativität ist die Fähigkeit des Menschen, Denkergebnisse beliebiger Art hervorzubringen, die im wesentlichen neu sind und demjenigen, der sie hervorgebracht hat, vorher unbekannt waren. Es kann sich dabei um Imagination oder um eine Gedankensynthese, die mehr als eine bloße Zusammenfassung ist, handeln. Kreativität kann die Bildung neuer Systeme und neuer Kombinationen aus bekannten Informationen involvieren sowie die Übertragung bekannter Beziehungen auf neue Situationen und die Bildung neuer Korrelate. Eine kreative Tätigkeit muss absichtlich und zielgerichtet sein, nicht nutzlos und phantastisch obwohl das Produkt nicht unmittelbar praktisch anwendbar, nicht perfekt oder gänzlich vollendet sein muss. Es kann eine künstlerische, literarische oder wissenschaftliche Form annehmen oder durchführungstechnischer oder methodologischer Art sein." (zit. n.: Sikora, 1976, 9f.)

Anmerkungen zur Bedeutung kreativen Arbeitens in der Schule

Kreative Arbeitstechniken haben in Schule und Unterricht seit den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts auf vielfältige Weise Eingang gefunden. Dabei folgt Schule nicht den Konjunkturen immer wieder neu auf den Markt geworfenen Krea-Techniken, die bei Entwicklung und Verbreitung reinen Geschäftsinteressen folgen und so immer wieder Wellen von neuartigen, noch mehr Kreativitätspotentiale erschließenden Techniken anpreisen, um sie mit Markenschutz versehen, zu versilbern.

in Schule und Unterricht geht es darum, Schülerinnen und Schüler und Schülern Freiräume für Kreativität zu eröffnen, kreative Zugänge bei der Lösung von Problemen zu schaffen und aufzuzeigen. Zugleich sollen die Schülerinnen und Schüler dabei gefördert werden, ihre eigenen kreativen Fähigkeiten zu erkennen und zu nützen. Schule stellt sich nicht in den Dienst eines Geniekults, kultiviert auch z. B. beim produktiv-kreativen Schreiben im Deutschunterricht keine Genieästhetik.

Dass Kreativität nicht primär ein Persönlichkeitsmerkmal darstellt, muss allerdings auch in Schule und Unterricht thematisiert werden, damit sich in den Köpfen von Schülerinnen und Schülern keine Vorstellung verfestigen, die an eine, geradezu in den Genen verankerte Kreativität ebenso glauben, wie an die prinzipielle Abhängigkeit von Kreativität und ▪ Intelligenz.

Mit Kreativität und Intelligenz werden dabei in der Regel zwei begrifflich ohne sehr schwierig zu fassende Konzepte in Verbindung gebracht, die sich alltagspsychologisch vielleicht ohne weiteres zueinander fügen, aber in Wahrheit aber doch theoretische Konstrukte sind, die mit psychologischen Experimenten in vielfältigen Arrangements untersucht werden. Aber gerade weil beide Begriffe, Intelligenz vielleicht noch stärker als der Begriff der Kreativität, Konstrukte sind, werden sie auch im Alltag in einer großen Bedeutungsvielfalt verwendet und miteinander ins Spiel gebracht.

Kreativität definiert sich aber keineswegs zwingend über Intelligenz. Insofern hofiert sie auch nicht jenen, deren außergewöhnliche Kreativität ganz besonders ausgeprägt ist, sondern zielt auf das Zusammenspiel von Begabungen, Wissen und Können.

Dabei fördert sie in unterschiedlich gestalteten Lernprozessen die intrinsische Motivation der Schülerinnen und Schüler, schafft ein dafür förderliches Setting und trägt im Rahmen ihrer allgemeinen pädagogischen Zielsetzung dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigene Persönlichkeit auf vielfältige Weise und unter Nutzung der ihnen mitgegebenen oder sukzessiv erworbenen "Talente" entwickeln können.

Im Zuge ihrer immer fortschreitenden Entwicklung könnte dann auch eine kreative Person stehen, die über viel Erfahrung beim Bewerten von Ästhetik besitzt, breite Interessen hat, von komplexen Sachverhalten angezogen wird, über sehr viel Energie, Autonomie, Intuition und Selbstbewusstsein verfügt, fähig ist, Widersprüche auszuhalten und zu beseitigen und gegenteilige Ansichten in das eigene Selbstkonzept einzufügen und die sich selbst als kreativ erfährt. (vgl. Barron/Harrington 1981, zit. n. Schmidtgrabmer 2012, S.18)

Alles das, und im Grund noch einiges mehr, macht klar, auch wenn es einen Idealfall beschreibt, weshalb Schule nie kreativen Moden hinterherlaufen kann und darf, die letzten Endes ganz anderen Zielen dienen sollen.

Kreatives Arbeiten in der Schule orientiert sich an der alltäglichen Kreativität, die in der Regel bei der Bewältigung von Alltagsproblemen als solche subjektiv erfahren und in der Regel mit positiven Gefühlen verbunden erlebt wird.

In schulischen Lehr- und Lernprozessen steht es nicht in einem Gegensatz zu rationalem Denken und sollte insofern auch nicht  primär "als Befreiung von den Blockierungen des zweckrationalen, wohlgeordneten, disziplinierten und kontrollierten Denkens, als das originelle, aus dem Unbewussten strömende, gefühlsgeleitete, phantasievolle, sich selbst verwirklichende Erleben" hingestellt werden (Kluge/Zysno 1993, S.5f.): "Wenig spricht für das Entweder Oder, viel für das Sowohl Als Auch." (ebd.)

Dennoch: Für die Entwicklung von Kompetenzen, die uns die Bewältigung von Problemen der Gegenwart aber auch von Problemen der Zukunft, über deren Form, Gestalt und Inhalt wir heute noch wenig oder gar nichts wissen, abverlangen, und für die jeweils erforderlichen Problemlösungen, wird kreatives Denken immer wichtiger.

Produktiv-kreative Schreibformen im Deutschunterricht

Im Deutschunterricht spielen produktiv-kreative Schreibformen (vgl. ▪ Produktive Textarbeit)  im Umgang mit pragmatischen und literarischen Texten ein große Rolle. Unter dem Begriff des gestaltenden Schreibens gehören die ▪ gestaltende Interpretation literarischer Texte und die gestaltende Analyse pragmatischer Texte zu den Grundformen  ▪ textbezogenen Schreibens , wie sie die ▪ KMK-Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife für das Fach Deutsch (2012) (vgl. »BISTA-AHR-D 2012) festlegen.

Produktive Textarbeit
Textproduktive Verfahren
Szenische Gestaltungen
Akustische Gestaltungen
Visuelle Gestaltungen
Multimediale Gestaltungen
Szenische Interpretation
Gestaltende Interpretation literarischer Texte

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.04.2021

                
 

 
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