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 IHr Brueder singt vnd stimmet mit mir an (Nr.28)

Aspekte der Analyse und Interpretation

Venus-Gärtlein (1656) - Textauswahl


FAChbereich Deutsch
Glossar
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Venus-gärtlein (1656)
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Das Lied im ▪ Venus-Gärtlein (1456), das mit der Verszeile IHr Brueder singt vnd stimmet mit mir an beginnt, ist im Venusgärtlein mit dem Untertitel "Sauff-Lied" versehen und signalisiert damit ganz deutlich Inhalt und Verwendungszweck dieses Liedes.

Es ist dabei in der Wiedergabe der Fassung des Lieds von Waldberg (1890, S.19-21) im Fließtext dargestellt. Die Auflösung der typographisch hervorgehobenen Strophenform wird dabei wohl darauf zurückzuführen sein, dass der Raumbedarf der Fließtextdarstellung sehr viel geringer als die Vers- und Strophendarstellung ist und das Liederbuch – Papier war ohnehin kein billiges Gut – weder übermäßig aufgebläht und damit auch unhandlich werden konnte. Schließlich wären damit auch die Druckkosten erheblich gestiegen. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass das Venus-Gärtlein in Format und Aufmachung nicht vergleichbar ist mit den aufwändig gestalteten ▪ Liederbüchern in den Niederlanden Anfang des 17. Jahrhunderts,  wie z. B. die immer wieder nachgedruckte und neu aufgelegte niederländische Liedsammlung ▪ Den Bloem-Hof Van de Nederlantsche Ieught« (1608) oder der ▪"Friesche Lusthof" von »Jan Jansz. Starter (1593-1626).

Auf der anderen Seite war die Reim- und Strophenform für jeden der die Melodie mit ihrem Refrain kannte, leicht zu rekonstruieren, zumal die Runda-Melodie für zahlreiche Lieder verwendet worden ist, die bei Zechgelagen, vor allem von (männlichen) Studenten gesungen worden sind.

Das Lied stammt aller Wahrscheinlichkeit von »Gottfried Finckelthaus (1614-1648), der es als erster gesungen haben soll und in dessen Liederbuch ("Deutshe (!) Gesänge" 1640 o. ä.) es mit einer kleinen Abweichung bei der Schlussstrophe aufgenommen ist. Im ▪ Venusgärtlein werden aber keine Angaben zu den Verfassern der präsentierten Lieder gemacht.

Das  "Sauff=Lied" zählt wohl am ehesten zu den ▪ Studentenliedern, die häufig bei geselligen Zusammenkünften, aber auch bei den ▪ exzessiven Zechgelagen der (männlichen) Studenten gesungen wurden und oft mit derben und zweideutigen Zoten aufwarteten. Die Anzahl solcher Trinklieder ist außerordentlich groß und sie gehören in besonderer Weise zum ▪ Studentenleben in der frühen Neuzeit.  Dass es im Venusgärtlein als solches bezeichnet wird, hat dabei durchaus seinen Grund.

So unterschied man, wenngleich natürlich nicht sonderlich trennscharf, Trinklieder von Saufliedern. Während erste "ein erheiterndes, auf den Genuß des Trinkens Bezug habendes Lied, welches man beim Trinken von geistigen Flüssigkeiten, beim Weine, Biere und Punsche singt" (Krünitz ab 1773, »Oeconomische Encyklopädie). Wird dagegen "das Maaß der weisen Fröhlichkeit dabei überschritten (...), (singt) man lärmend (...) , so heißt es ein Sauflied." (ebd.) Natürlich ist diese Gattungsdefinition einigermaßen willkürlich und ob das positiv besetzte Trinklied zum Sauflied wird, hängt von davon wie und in welcher Situation von ihm Gebrauch gemacht wird. So konnte natürlich auch in einer der Männern vorbehaltenen Trinkgesellschaft (Trinkvereiin, Trinkgelage), die beim Trinken einen fröhlichen Abend miteinander verbringen wollten, das gemeinsame Trinken und Singen und auch der Vortrag von scherzhaften Geschichten den sozialen Zusammenhalt der jeweiligen Gruppe stärken.

Auch namhafte Dichter wie Goethe, Schiller, Claudius, Hagedorn, Lessing oder Uhland scheuten sich jedenfalls nicht, Trinklieder zu verfassen, da geselliges Trinken und das Singen von Trinkliedern oft ein Muss für ein gelungenes Fest waren. Trinkgelage waren ebenso wie die weit verbreitete ▪ Trunksucht ein gesellschaftliches Problem dieser Zeit.

Die Runda, wie solche Lieder auch kurz genannt wurden, wurde gesungen "während ein Trinkgefäß, gewöhnlich von mächtigem Unfange, die Runde machte, wobei darauf geachtet wurde, dass kein Tropfen verschüttet wurde.“ (Bauer 1926, S.161)

Dass es als "Sauff=Lied" in das Liederbuch aufgenommen wurde, zeigt auch, dass die Auswahl der Lieder, die darin vorgenommen wird, sich im Wesentlichen danach gerichtet hat, ▪ welche Lieder eben populär waren und zugleich auch von ihren Melodien her bekannt waren.

Sozial- und mentalitätsgeschichtlich interessant kann es sein, das Lied in die ▪ Studentenkultur der Zeit einzuordnen. In jedem Fall nahmen solche Lieder, die bei zahlreichen Gelegenheiten von den Studenten gesungen wurden, "größtentheils Bezug auf das frohe, fidele Jugendleben, und auf sie selbst, auf ihren Stand" (Krünitz ab 1773, »Oeconomische Encyklopädie) und sollten "nur den frohen Genuß des Jugendlebens in verständiger, dabei anziehender Weise darstellen" und "die geweckte Fröhlichkeit im geselligen Kreise, bei einem Glase Wein, Punsch oder sonst einer gebotenen Flüssigkeit, erhöhen, den Freundschaftskreis erheitern, und  so eine Rückwirkung auf das ernstere Geschäftsleben geben, wodurch auch dieses an Lebendigkeit oder Thätigkeit gewinnt, weil dadurch der Ernst gemildert und in der heiteren Stimmung des Gemüths alle Beschwerden und Anstrengungen der Arbeit leichter getragen werden." (ebd.)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 19.03.2022

 
 

 
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