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Literarisches Lernen
»Wikipedia:
Liste von Chatbots
Der Umgang mit • Künstlicher
Intelligenz (K) im Literaturunterricht erfordert neben anderen
Kompetenzen (z. B. •
literarische
Kompetenz vor allem •
sprachliche Kompetenzen,
die bei der schriftlichen oder mündlichen Interaktion mit einem »
Chatbot
benötigt werden.
Ein »
Chatbot
stellt ein textbasiertes Dialogsystem dar, mit dem man mit einem
technischen System »chatten
kann. Er besitzt je einen Bereich zur Texteingabe (Input) und
Textausgabe (Output), über die man in natürlicher Sprache mit dem System
interagieren bzw. kommunizieren kann.
»Sprachmodelle
(»Large
Language Models, kurz: LLMs) wie sie auch im
Literaturunterricht zum Einsatz kommen können, sind in der Lage, auf
immer umfangreichere Datenbestände zuzugreifen.
Sie bieten auch
intelligente Dialoge für die Nutzerinnen und Nutzer, wie zum Beispiel
das bei OpenAI entwickelte ChatGPT oder Googles Gemini. Daneben gibt es
aber noch eine Vielzahl anderer Chatbots für die unterschiedlichsten
Kommunikations- und Anwendungsbereiche..
Nach der schriftlichen
oder mündlichen Eingabe einer Anweisung (Prompt) generiert die KI bzw.
das dahinter stehende Sprachmodell (LLM) seine Antwort, die auf den
ständig wachsenden Datenmengen beruht, die das System filtern, bündeln
und in unterschiedlichen Formaten darstellen kann.
Diese Anweisungen,
Prompts genannt, werden im Allgemeinen in natürlicher Sprache
formuliert, d. h. man muss keine bestimmte (Programmier-)Sprache mit
besonderen Befehlen eingeben, um die KI zu veranlassen, bestimmte
Operationen im Hintergrund auszuführen und dann ihre Ergebnisse wieder
in natürlicher Sprache auszugeben.
Je präziser der jeweilige Prompt
formuliert ist, je genauer der KI also gesagt wird, was von ihr erwartet
wird oder was sie tun soll, desto genauer ist dann auch ihre Antwort.
Ein guter Input führt dabei im Allgemeinen zu einem besseren Output.
Diesen Input kann man im Chatverlauf zu einem bestimmten Thema oder
zu einem dem System bekannten Text (z. B. •
Franz Kafka Vor dem Gesetz) oder einem
zur Analyse hochgeladenen Text (z. B. •
Shared Cheatah von Jens Ludwig)
nacheinander geben. Dabei kann man die Aufgaben zur Textanalyse und
Textinterpretation in eine selbstgewählte Abfolge von Fragen und
Antworten bringen, die die Erarbeitung eines eigenen Textverständnisses
an den Punkten unterstützen, an denen man diese Unterstützung
wünscht. Aber natürlich lassen sich auch globale Anweisungen zum
gesamten Text geben.
Die nachfolgende
Darstellung kann nur eine erste Übersicht darüber geben, wie man als
Anfänger mit der KI interagieren kann. Dabei liegt der Schwerpunkt auf
so genannten Text-Prompts, also
Anweisungen, die natürlicher Sprache in Textform gegeben werden. Je nach
Komplexität der Aufgabe variieren auch die Bestandteile eines
Text-Prompts.
Gewöhnlich umfassen sie
die Aufgabenstellung, die Kontextinformationen, die Rolle, die Tonalität
und das Ausgabeformat des gewünschten Ergebnisses.

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Prompts können in Form einer einzelnen langen und ausführlichen
Kettenaufforderung (Chained
Prompting) formuliert oder in einer Reihenfolge von Aufforderungen
wie beim •
Verfahren der schrittweisen Annäherung (iterativen Verfahren) (Chain
of Thought Prompting, kiurz CoT-Prompting)
in mehrere Zwischenschritte zerlegt werden. l
Eindeutige Anweisungen erteilen
KI-Chatbots
benötigen eindeutige Anweisungen (Instruktionen). Aus diesem Grunde ist
es am besten, wenn man dies mit einem Verb ausdrückt, das eine klare
Sprachhandlung beinhaltet.
Geeignet sind z .B.
Verben in der Imperativform wie "schreibe", "formuliere". "umschreibe"
("paraphrasiere"), "skizziere", "fasse zusammen", "kürze", "gliedere",
"nenne", "vergleiche", "erkläre", "übersetze" ...
Am besten verwendet man
ganze Sätze oder Stichpunkte, die sich aber u. U. auch gut
kombinieren lassen. Parataxen eignen sich oft besser als
Hautsatz-Nebensatz-Konstruktionen. Mit einzelnen Aussagen im parataktischen
Stil kann auch in der Regel
komplexe
Aufgabenstellungen in Teilaufgaben zerlegen.
Prompts sollten
keine vagen
und mehrdeutigen Formulierungen enthalten.
Die
Länge der Prompts
kann eine wichtige Rolle spielen. Zu kurze Prompts
können zu allgemeinen Antworten führen, zu
lange können u. U. nicht beantwortet werden.
Die Anweisung sollte dabei
so
spezifisch wie nötig sein, um die KI zu einer möglichst genau darauf
zugeschnittenen Antwort zu bewegen..
Ausreichende Kontextinformationen geben
Viele Prompts müssen
zusätzliche Informationen zum Kontext
enthalten, in dem der Anweisung
umgesetzt werden soll.
Das sind, allgemein
betrachtet, Hintergrundinformationen, die das System benötigt, um die an
es gerichtete Anweisung richtig zu verstehen. Dabei sollte man aber auf
keine überflüssigen Details verwenden.
So kann man die KI zum
Beispiel auffordern, einen Text zu analysieren oder bestimmte
Erzähltechniken zu untersuchen.
Wenn die KI bestimmte
textliche Informationen, Bilder und andere Materialien analysieren soll,
setzt man diese in
Anführungszeichen.
Das Output-Format festlegen
Wenn die KI ihre Antwort in einem bestimmten Format geben soll, wird
dies im Prompt angegeben. Dies kann u. a. verschiedene Formatmerkmale
betreffen mit Vorgaben z. B. zu
-
den Adressaten für den die
Antwort gedacht ist (z. B. "Antworte für eine Altersgruppe von 12
bis 14 Jahren ...", "Gib eine möglichst wissenschaftliche Antwort
...", "Erstelle eine Liste mit 10 Punkten", "Entwerfe eine
Unterrichtsstunde für die 9. Klasse eines Gymnasiums ...")
-
dem Umfang der gewünschten
Antwort (z. B. "Gib mir zehn/zwanzig Beispiele für ...", "Formuliere
die Antwort kurz/ausführlich")
-
dem allgemeinen
Textformat (z.
B. "Fasse in Stichworten zusammen", "Nenne zehn Stichworte zu ...",
"Erstelle eine Gliederung des Textes..." ,
-
dem Textmuster "Schreibe eine
Inhaltsangabe zu ...", "Schreibe die Geschichte weiter", "Schreibe
einen inneren Monolog der Figur ...".
-
der Rolle, aus der heraus die
Antwort gegeben werden soll ("Du bist eine Lehrperson, der das Thema
seiner Klasse vorstellt", "Nimm die Rolle von Nathan in Lessings
Drama "Nathan der Weise" ein ...")
-
zu der Tonalität
bzw. dem Stil
der erwünschten Antwort (z. B. "Antworte in einem sachlichen
(formellen/informellen, freundlichen. humorvollen, polemischen ...)
Stil ..." "Antworte in dem Stil (der Tonalität), den die Figur ...
in dem Text ... benutzt" ...)
Den Output optimieren
Die Antwort, die die KI
gibt, fällt nicht immer so wie gewünscht aus. Hier lohnt es sich
meistens, weitrer mit der KI zu interagieren. Die Strategie, die dabei
dahinter steht, kann man als
Chain of Thought (CoT) Prompting
„CoT-Prompting ist eine bestimmte Art des Promptings, bei dem das
Sprachmodell angeregt werden soll, ein schrittweises Vorgehen zur Lösung
einer Aufgabe im Output-Text darzustellen. Auf diese Weise wird eine
vermeintliche Gedankenkette für uns sichtbar. Neben diesem
Transparenzgewinn konnten Google-Forscher:innen auf Basis ihrer
Experimente mit unterschiedlichen Sprachmodellen sogar belegen, dass
durch das CoT-Prompting die Ergebnisqualität ab einer bestimmten
Modellgröße verbessert wird.“ (Wei/Zhou 2022). Die Eingabeaufforderungen
beinhalten aufeinander aufbauende Zwischenschritte, die das Modell
durchlaufen muss, um eine Aufgabe zu lösen (vgl. Larson/Weßels 2023).
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Literarisches Lernen
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
18.07.2024
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