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Kreatives Schreiben

Gestaltendes Schreiben in den KMK-Bildungsstandards

Schreibformen in der Schule

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Schreibformen Schreibformen in der Schule
Überblick Didaktische und methodische Aspekte Texte zusammenfassen ▪ Sachtexte analysieren (Textanalyse) Texte erörtern (Texterörterung) Texte interpretieren (Textinterpretation) Materialgestütztes Schreiben Offizielle Briefe schreibenErzählen BerichtenBeschreiben SchildernErörtern: Erörterndes Erschließen und Schreiben Einen Essay schreiben [ Kreativ Schreiben Surfbrett Überblick Gestaltendes Schreiben in den KMK-Bildungsstandards ◄ ▪ Produktive Textarbeit Literarisches Rollenspiel Szenische Interpretation Freies kreatives Schreiben Multimediale Objektpermutationen Multimediale Gestaltung von Gedichten Beispiele Gestaltendes Erschließen Gestaltende Interpretation ] Sonstige schulische Schreibformen   Operatoren im Fach Deutsch
 

 • Surfbrett Kreatives Schreiben

Gestaltende Interpretation
Didaktische und methodische Aspekte

Mit dem Begriff des ▪ "Kreativen Schreibens", das in einem engen Bezug zu den anderen Methoden des ▪ handlungs- und produktionsorientierter Unterrichts steht (z.B. der ▪ produktiven Textarbeit), hat im Anschluss an die außerschulische Schreibbewegung in den USA (= creative writing) auch im Deutsch- bzw. Literaturunterricht an deutschen Schulen ein, zumindest in Teilen, neuartiges Schreibkonzept Eingang gefunden.

Die ▪ KMK-Bildungsstandards für das Deutschabitur (BISTA-AHR-D 2012) nutzen im ▪ Kompetenzbereich Sich mit Texten und Medien auseinandersetzen  Elemente des • kreativen Schreibens für das Konzept des Gestaltenden Schreibens. Dieses bezieht sich auf den kreativen Umgang mit literarischen und nicht-literarischen Textvorlagen und ist an der philologischen Praxis der Textauslegung und Hermeneutik orientiert. (vgl. Ehlers 2016 , S.173, kindle-Edition) In diesem Zusammenhang soll das Gestaltende Schreiben dazu dienen, einen Text zu verstehen und für die Form und Wahrnehmung ästhetischer Mittel zu sensibilisieren. (vgl. ebd.) Im Mittelpunkt steht dabei aber nicht nur die Form der ästhetischen, epistemischen oder reflexiven Gestaltung des beim gestaltenden Schreiben entstandenen Textes.


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Die ▪ KMK-Bildungsstandards für das Deutschabitur (BISTA-AHR-D 2012) geben die nachfolgenden Könnensbeschreibungen zum Gestaltenden Schreiben:

"Die Schülerinnen und Schüler halten eigene Ideen, Fragestellungen, Ergebnisse von Textanalysen und -interpretationen in kreativ gestalteten Texten fest.

Die Schülerinnen und Schüler können

Gestaltendes Schreiben und die fachspezifische Erschließungsform des gestaltenden Erschließens beziehen sich in den KMK-Bildungsstandards auf pragmatische und literarische Texte.

Gestaltendes fiktionales Schreiben/Gestaltende Interpretation

Die KMK-Bildungsstandards für das Deutschabitur (BISTA-AHR-D 2012) weisen das ausschließlich gestaltende fiktionale Schreiben dem Lern- bzw. Übungsraum schulischen Lernens zu. Insbesondere geben sie vor, dass Schreibaufgaben, die lediglich das gestaltende fiktionale Schreiben umfassen, keine Prüfungsaufgaben für das Abitur sein können.

Im schriftlichen Abitur können sich Schreibaufgaben zum gestaltenden fiktionalen Schreiben nur als weiterführende gestaltende Arbeitsaufträge anschließen, "die ihren Schwerpunkt in den Bereichen des informierenden sowie des erklärenden und argumentierenden Schreibens haben".

Das gestaltende fiktionale Schreiben wird damit stets in eine • umfassende, komplexere Schreibaufgabe eingebettet, bei der die Anwendung ▪ kognitiv-analytischer Verfahren zur Herstellung eines vertieften Textverständnisses nachgewiesen werden müssen, wie sie den nachfolgenden Kriterien zugrunde liegen:

  • Die Textvorlage darf nicht nur "bloßer Auslöser eines subjektiven oder imitativen Schreibens" sein.

  • "Die Textproduktion im Anschluss an eine literarische Vorlage muss auf einem überprüfbaren Textverständnis basieren. Dazu zählt insbesondere der literarhistorische und sprachgeschichtliche Kontext."

Das bedeutet, dass eben nicht jede Gestaltung, wie sie einem schreibenden Subjekt gerade in den Sinn kommt, also ein freies, assoziatives Schreiben über einen Text, das darstellt, was beim gestaltenden fiktionalen Schreiben verlangt ist. Genauso wenig erschöpft es sich in einem einfachen Nachmachen und Kopieren von • Stilelementen der Vorlage.

Am Ende muss ein intersubjektiv nachvollziehbares, mit dem Text kompatibles Verständnis des fiktionalen Vorlagentextes stehen, das "einem allgemeinen Textverständnis nicht zuwiderlaufen" (EPA 2002) darf.

Das Gestaltende Schreiben im Abitur stellt also nicht nur eine textproduktive Umgangsweise mit einem Primärtext/Vorlagentext dar. Irgendwie ist es allerdings ein schwieriger Spagat: Auf der einen Seite zielt auch die • Gestaltende Interpretation, wie wir das gestaltende fiktionale Schreiben nennen, mit ihren Mitteln auf die Darstellung eines vertieften Textverständnisses des Primärtexts. Erst diese "Bindung an den Text" sorgt dafür, dass sich eine gestaltende Interpretation sich nicht zu sehr in rein subjektive Lösungen der Schreibaufgabe versteigt. Auf der anderen Seite muss sie aber auch, um ihr motivierendes kreatives Potential entfalten zu können, eine Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten in ihrer Bezugnahme auf den Referenztext (Primärtext) zulassen. Die Schreibprodukte müssen sich also stets vom Text her legitimieren, ohne dass damit der prinzipiellen Bedeutungsspielraum literarischer Texte über eine solche Hintertür grundsätzlich eingeengt wird.

Dabei ist die Bezugnahme auf ein irgendwie objektiv daherkommendes allgemeines Textverständnis natürlich selbst eine mehr als nur problematische Zielgröße. Besser spricht man hier wohl von der Herstellung eines intersubjektiv nachvollziehbaren, plausiblen Textverständnisses. Allerdings löst auch dies die Grundfragen nicht: Welche Gestaltungen können unter welchen Bedingungen diesen Anspruch einlösen? Mit welchen einigermaßen "harten" Kriterien lässt sich die Gestaltung beurteilen?

So bleibt auch hier kaum etwas anderes übrig, als immer wieder zu betonen, dass der inhaltlich-thematische, sowie der strukturelle und sprachlich-stilistische Bezug auf den literarischen Ausgangstext Grundlage der individuellen, kreativen Bewältigung der Aufgabe darstellen soll.

Reine Fantasieprodukte, die zwar irgendwie auch vom Text mit ausgelöst werden, aber es an dem nötigen Textbezug fehlen lassen, erfüllen die Aufgabenstellung beim gestaltenden Interpretieren/beim gestaltenden fiktionalen Schreiben nicht.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.01.2026

 
 

 
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