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Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
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Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische Repräsentation
von Macht
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Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
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Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens
Im Jahre 1775 verlegt Herzog Carl Eugen
(1728-1793) nach elf Jahren seine Residenz
überraschend von Ludwigsburg nach Stuttgart zurück, wohin im nächsten Jahr
auch die Karlsschule umzieht.
Am 18.11.1777 beziehen die Zöglinge ihre neue
Unterkunft in Stuttgart. Vier Jahre später wird die Militärakademie nach
einem Besuch des habsburgischen Kaisers
»Joseph II.
(1741-1790), der die württembergischen Verhältnisse bis dahin wohl nur
aus der Perspektive des gerade sieben Jahre zuvor mit dem ▪
Erbvergleich (1770)
zwischen dem Herzog und den Ständen (▪
Ehrbarkeit) zu Ende gegangenen
Rechtsstreits vor dem Wiener Hofgericht kannte, der
Anstalt zu einer wirklichen Hohen Schule mit Universitätsrang erhoben.
Spätestens seit dem kaiserlichen Besuch der Karlsschule, was eine "ungeheure
Aufwertung für Carl Eugen und sein pädagogisches Unternehmen" (Walter
1987, S.295) darstellte, "zum Vorzeigeobjekt Carl Eugens geworden, das
die immer noch bestehenden Missstände im Land verdecken sollte und offenbar
auch konnte." (ebd.,
S.296)

Untergebracht werden die Karlsschüler in Stuttgart in einem Nebenflügel der
großräumigen Anlage des Stuttgarter Stadtschosses, der nur ein Steinwurf
entfernt von den Privatgemächern des Herzogs liegt. Das erleichtert dem
Herzog seine tagtäglichen Inspektionen und führt auch dazu, dass Carl Eugen
sich noch mehr als bisher in die Belange der Akademie einmischt. Allerdings
genießen die Eleven in Stuttgart auch etwas mehr Freiheiten als in der
Ludwigsburger Zeit. Man erlaubt ihnen, ins Theater und die Oper zu gehen,
duldet sie als Gäste auf Bällen und lässt sogar gemeinsame Tanzstunden mit
den Elevinnen der
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École des
Demoiselles zu. (vgl.
Alt Bd. I, 2004, S.87)
Nach dem Tode ihres Gründers am 24.10.1793 kommt auch das Ende
seines größten und erfolgreichsten pädagogischen Projektes, die Karlsschule,
schneller als erwartet.
Anzunehmen ist, dass die Konkurrenz zur Universität
Tübingen maßgebend ist, das Argument, zwei Universitäten seien zuviel für
das Land eher nach- und vorgeschoben ist.
Jedenfalls fällt die Hohe Carls-Schule schon knapp drei Monate nach dem Tode Carl Eugens dem Sparkurs
seines im Amt nachfolgenden Bruders Herzog »Ludwig Eugen
(1731-1795) zum Opfer und wird
am 4. 1. 1794 aufgehoben und nach Ostern des gleichen Jahres endgültig
zugemacht. (vgl.
Sting 2005, S. 238)