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Die Karlsschule

Ständische Ungleichheit

 
GESCHICHTE
Grundbegriffe der Geschichte Europäische Geschichte Frühe Neuzeit (1350-1789) Zeitalter der Renaissance (ca.1350-1450)   Zeitalter der Entdeckungen (1415-1531) Reformation und Glaubenskriege (1517-1648)  Absolutismus und Aufklärung (ca. 1650-1789) Die Entstehung des frühmodernen Territorialstaats im Absolutismus  Repräsentation von Macht im höfischen Absolutismus ÜberblickLudwig XIV. (1638-1715) und der Hof von Versailles Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Zeittafel Württemberg und das Reich Fürst und Land: Dualistischer Ständestaat in Württemberg Herzöge und Könige von Württemberg 1628-1918 Carl Eugen von Württemberg: Kurzbiographie Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens Pädagogische Gründungen Carl Eugens Überblick [ Die Karlsschule Überblick Kurzer Abriss der Geschichte Die Schüler der Karlsschule Erziehung und militärischer Drill Lehr- und Unterrichtspraxis Privatleben - Fehlanzeige Ständische Ungleichheit Umzug nach Stuttgart 1775 Textauswahl ] Quellen Bausteine Beginn des bürgerlichen Zeitalters  ▪ Deutsche Geschichte
 

Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische Repräsentation von Macht
Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens
Textauswahl: Gustav Hauber (1907) Die finanzielle und privatrechtliche Stellung der Eleven der Karlsschule

Auch wenn die Aufnahme von ▪ Schülern bzw. Zöglingen oder Eleven, wie sie in dieser Zeit genannten werden, in die ▪ Karlsschule ohne jede ständische Bevorzugung erfolgt, sind die ständischen Schranken darin doch nicht aufgehoben. Allerdings fallen die Privilegien, die Eleven mit adeliger Herkunft genießen können, nicht allzu sehr ins Gewicht.

Von den vier Abteilungen, in die die Karlsschule und ihre Eleven eingeteilt ist, ist ein Corps unter Leitung eines Majors allein den Adeligen vorbehalten, während den anderen Corps ein Offizier in dem geringeren Hauptmannsrange vorsteht.

In ihrer Abteilung erhalten die adeligen Eleven ▪ nach einem eigenen Reglement Unterricht in Latein, ▪ Französisch, Zeichnen, ▪ Arithmetik und Geometrie, ▪ Geschichte, Geographie, Sittenlehre, ▪ Tanzen, Exerzieren, ▪ Reiten, ▪ Fechten und Musik. Später kommen noch ▪ Philosophie und Militärwissenschaft dazu. Am Unterricht der "Kavaliers- und Offizierssöhne" dürfen aber auch ein Teil der anderen Zöglinge teilnehmen. (vgl. Hauber 1907/1909, S. 4) In dieser Abteilung ähnelt das Curriculum also durchaus noch denen der  »Ritterakademie alten Typs, der exklusiv dem Adel vorbehaltenen Eliteuniversität (Alt Bd. I, 2004, S.82)

Auch äußerlich heben sich die adeligen von den sonstigen Eleven ab, eigentlich nichts Außergewöhnliches angesichts der noch allerorten gültigen »ständischen Kleiderordnungen.

So tragen die adeligen Karlsschüler silberne Achselschnüre. Sie dürfen in eigenen, kostbar dekorierten Speisesälen essen, in gesonderten Räumen schlafen und auch besondere Bäder zur Körperpflege benutzen (vgl. ▪ Hauber 1907/1909, S.10-25, vgl. Alt Bd. I, 2004, S.85).

Auch bei öffentlichen Feiern signalisiert die besondere Behandlung der adeligen Eleven ihren vom bürgerlichen streng zu scheidenden gesellschaftlichen Status.

Bei der ▪ alljährlichen Preisverleihung an besonders gute Eleven, die auf der »Solitude in Anwesenheit des Hofes im Lorbeersaal stattfindet, dürfen sie bei der Preisentgegennahme den Ring an der Hand des Herzogs küssen, während die bürgerlichen Preisträger, viel tiefer gebeugt, beim Küssen mit den Schuhen des Herzogs Vorlieb nehmen müssen.

Die Preise für herausragende Leistungen werden jährlich, und zwar am 14. Dezember, dem feierlich begangenen Stiftungstag der Akademie, vom Herzog in Anwesenheit des Hofes verliehen. Dabei werden Reden gehalten und die Preisträger werden mit einer Preisurkunde und silbernen Gedenkmünzen ausgezeichnet. Zwei adligen Eleven gelingt es bis 1783, acht Preise zu erlangen, was mit dem Großen Orden, der um den Hals getragen wird, und mit einem auf die Uniform gestickten Stern ausgezeichnet wird. (vgl. ▪ Hauber 1907/1909, S.10-25, S.10-25, vgl. Sting 2005, S. 237)

Natürlich hat Carl Eugen an der prinzipiellen ständischen Ungleichheit nicht gerüttelt, aber sein Bestreben, sich eine nur ihm selbst verpflichtete Beamtenschaft zu schaffen, die nicht dem Adel vorbehalten bleibt, hat dem von ihm vertretenen Leistungsprinzip den Boden bereitet. (v. Wiese 1959/1963, S. 23)

Sämtliche Staatsdiener, so ist es von ihm beabsichtigt, "sollen ihren Ruhm und ihre Würde nur dem Staat verdanken." (ebd.) So nimmt es also nicht wirklich Wunder, wenn von den insgesamt 1495 Eleven, die die Karlsschule in der Zeit ihres Bestehens durchlaufen, nur ca. ein Drittel, nämlich 471 Schüler, aus aristokratischen Familien stammen. (vgl. Alt Bd. I, 2004, S.83) 

Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische Repräsentation von Macht
Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens
Textauswahl: Gustav Hauber (1907) Die finanzielle und privatrechtliche Stellung der Eleven der Karlsschule

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.09.2021

   
 

 
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