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Kontrast- und Korrespondenzbeziehungen dramatischer Figuren

Überblick

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
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▪ Beispiel: Die Figur des Saladin in Lessings Nathan in seinen Kontrast- und Korrespondenzbezügen
▪ Vergleichende Interpretation (Didaktische und methodische Aspekte)

Die Figuren des ▪ dramatischen Texts unterscheiden sich und weisen mehr oder weniger zahlreiche Differenzmerkmale auf. Diese vielfältigen Unterschiede lassen sich auf einer globalen Ebene als ▪ Kontrast- und Korrespondenzrelationen auffassen. Was sie unterscheidet oder verbindet, wird gewöhnlich erst im Verlauf eines Dramas aufgebaut und kann sich auch während der Dramenhandlung verändern.

Durch eine vergleichende Analyse kann man feststellen, in welcher Weise sich die Figuren formal bzw. strukturell aufeinander beziehen. Damit gewinnt man wichtige Erkenntnisse über die Figurenkonstellation, -konzeption und -charakterisierung im Drama.

Die Ergebnisse der Korrespondenz- und Kontrastanalyse können auch bei der ▪ schriftlichen Textinterpretation in der Schule, z. B. im Rahmen einer ▪ vergleichenden intratextuellen oder textübergreifenden Interpretation wichtige Gesichtspunkte liefern.

Die Bezugspunkte sind dabei in der Regel einzelne oder mehrere Merkmale, die sich danach unterscheiden, ob sie einen Merkmalsgegensatz zwischen den Figuren darstellen (Kontrastbeziehung, Figurenkontrast) oder zeigen, dass sich bestimmte Figuren in bestimmten Merkmalen mehr oder weniger gleichen oder darin übereinstimmen (Korrespondenzbeziehung).

Nicht jedes Merkmal, das Figuren unterscheidet, ist dabei für den in einem Text zur Gestaltung genutzten Figurenkontrasts oder der Figurenkorrespondenz gleichermaßen relevant. So muss man entscheiden, in welchem Maße z. B. bestimmte "äußerliche", personenstrukturierende Merkmale überhistorische oder eher historisch variable Differenzmerkmale für den jeweiligen Zugriff auf den Text und die eigene Interpretation bzw. ▪ Sinnkonstruktion bedeutsam ist und plausibel textnah begründet werden kann.

Die kohärenzschaffende Bedeutung von Korrespondenz- und Kontrastrelationen für die Bildung von ▪ Mikro- und Makroprositionen auf dem Weg zu einem ▪ Situationsmodell des Textes dürfte, zumindest kognitionspsychologisch, unstrittig sein.

Kontrast und Korrespondenz als variable und dynamische Größen

Die charakteristischen Merkmalskombinationen von Kontrast und Korrespondenz, die eine Person auszeichnen, sind daher im dramatischen Text nie als statische Größen anzusehen, sondern dynamische (vgl. Pfister 1977, S.224f.) (vgl. Baustein 1: Analogie Figur in einem Schachspiel)

  • Kontrast:
    Figuren eines Dramas heben sich dadurch voneinander ab, dass ihre Gegensätzlichkeit oder Andersartigkeit hervortritt.

  • Korrespondenz:
    Zwischen den Figuren eines Dramas lassen sich bestimmte Entsprechungen und Übereinstimmungen erkennen.

Figurengruppen im dramatischen Text

Bei der Figurengestaltung im dramatischen Text unterscheidet man nach Pfister (1977, S.224f.) zwei verschiedene Figurengruppen:

Umfang des Personals: Vom Einpersonenstück bis zum vielfigurigen Stück

Der Umfang des Personals regelt das Ausmaß der vorhandenen Möglichkeiten für Kontrast- und Korrespondenzbeziehungen (von Einpersonenstück bis zu einem vielfigurigen Stück mit Massenszenen).

Quantitative und qualitative Kriterien

Grundsätzlich kann man quantitative und qualitative Kriterien heranziehen, um Kontrast- und Korrespondenzbeziehungen zwischen Figuren eines Dramas zu untersuchen.

Dabei muss man allerdings auch beachten, dass derartige Bezüge mal offenkundiger oder - wie z. B. häufig in der Komödie - mal eher verborgen sind und sich im Verlauf eines Dramas erst entstehen und weiterentwickeln können.

Quantitative Kriterien Dauer der Bühnenpräsenz und Anteil einer Figur am Haupttext Haupt- und Nebenfiguren; aber: Relevanz einer Figur für die Handlungsentwicklung nicht immer daran ablesbar; eher intuitives Abschätzen nach "tragenden Figuren", "Nebenfiguren", "Episodenfiguren" oder "Hilfsfiguren"; daher lediglich Parameter für zentrale oder eher periphere Position einer Figur im Personal
Qualitative Kriterien personenstrukturierende Merkmale; aber: besondere Ausprägungen für jeweils bestimmte Textgruppen oder historischen Textgruppen z.B. 
a) überhistorische Differenzmerkmale wie biologisches Geschlecht, Generationszugehörigkeit, sozialer Stand

b) eher historisch variable Differenzmerkmale wie  soziales Geschlecht (Gender), Gegensatz von Stadt und Land (Restaurationskomödie)

(vgl. Pfister (1977, S.226f.)

▪ Beispiel: Die Figur des Saladin in Lessings Nathan in seinen Kontrast- und Korrespondenzbezügen
▪ Vergleichende Interpretation (Didaktische und methodische Aspekte)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 06.12.2020

 
 

 
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