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Zitieren oder sich mit anderen Federn schmücken?

Eine deutsche Redensart lautet: Sich mit anderen Federn schmücken. Die Wendung auf die nachfolgende alte ▪ Fabel »"Der Pfau und die Dohle" von »Aesop (um 600 v. Chr.) zurück:

"Ein Pfau und eine Dohle stritten sich um die Vorzüge ihrer Eigenschaften. Der Pfau brüstete sich mit dem Glanz, der Farbe und der Größe seiner Federn.

Die Dohle gab all dieses zu und bemerkte nur, daß alle diese Schönheiten zur Hauptsache nicht taugten – zum Fliegen. Sie flog auf, und beschämt blieb der Pfau zurück.

Sei nicht stolz auf bloß äußerliche Vorzüge."

Die Fabel wurde im Laufe der Zeit leicht verändert. Auch der römische Fabeldichter Phaedrus (um 20/15 v. Chr. - 50/60 n. Chr.) hat die ursprüngliche Fabel verändert und die moralischen Sentenz am Ende anders formuliert. In der Übersetzung von Siebelis (1857) lautet ihr Titel und Wortlaut in verslosen Jamben:

"Die hochmütige Dohle und der Pfau

Daß dich's nicht lüst' om fremdem Schmuck zu prangen,

Vielmehr im eignen Kleid und Stand zu bleiben,

Hat dir Aesop dieß Beispiel aufgestellt.

Von eitlem Stolz gebläht hob eine Dohle

Die Federn auf, die einem Pfau entfallen,

Staffirt sich aus und mischt sich dann, die Schwestern

Verachtend, in die prächt'ge Schaar der Pfauen.

Die reißen ihr den angemaßten Putz ab

Und hacken sie hinaus. Arg zugerichtet

Kehrt zögernd und beschämt sie zu den Ihren;

Doch die auch jagten Sie mit Schanden fort.

Da sprach zu ihr der erst Verschmähten eine:

» Hätt'st du mit unserem Range dich befriedigt

Und, was Natur dir gab, dir g'nügen lassen,

Litt'st weder dort du schmähliche Verhöhnung

Noch trieb' man hier dich aus in deinem Unglück.«

Die Fabel, die im Verlauf ihrer Geschichte auch statt Dohle, die Bezeichnung Krähe im Titel führte, soll nach Weinzierl (1797) angesichts der Tatsache, dass "seine honigsüßen Gedichte" von Autoren seiner Zeit , als es noch keinerlei Urheberrecht gab, immer wieder plagiatiert wurden, die Botschaft von Phaedrus transportieren: "Der Dichterling, der fremde Schätze stilt,/ Erbau sich an der Krähe Bild."

Dass der Schluss der Fabel in ihren modernen Adaptionen heute vor allem mit der Sentenz: "Schmücke dich nicht mit fremden Federn" wiedergegeben wird, zeigt, wie sich die Redensart, die sich auch auf Gebräuche bei der Jagd auf Federwild bezieht, bei der sich ein Jäger als Jagdtrophäe mit Federn des erlegten Vogels schmückte, mit den ursprünglichen Fabelversionen verbunden hat.

Sich mit fremden Federn schmücken (wollen), zielt also auf bestimmte Wirkungen beim Zitieren, dessen Urheber verschleiert werden soll, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Wer Zitate in dieser Weise verwendet, nutzt sie auch in der Regel zur Selbststilisierung.

Zitieren in Argumentation und Kommunikation

Neben der Funktion der Selbststilisierung kann das Zitieren in der Alltagskommunikation noch weitere Funktionen haben, z. B.

Zitieren im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen und schulischen Arbeit mit Medien

Im Zusammenhang wissenschaftlicher und schulischer Arbeit mit Medien unterschiedlicher Art ist das Zitieren eine grundlegende Arbeitstechnik, die bestimmten Regeln folgt. Dabei haben Zitate eine mehr oder weniger genau umgrenzte Funktion.

Auf die besondere Bedeutung von Zitaten im Konzept der sogenannten »Intertextualität, das davon ausgeht, dass sich alle Texte intertextuelle Bezüge aufweisen und damit jeder Text "als Mosaik von Zitaten auf(baut), jeder Text (...) Absorption und Transformation eines anderen Textes (ist)" (Kristeva 1972, S.348, zit. n. Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie, 52013, S.349), kann  hier nur verwiesen werden.

Zitate sind in der modernen Mediengesellschaft längst nicht mehr auf "wörtliche oder nichtwörtliche (sinngemäße) Übernahme oder Wiedergabe schriftlicher oder mündlicher Äußerungen anderer" beschränkt (Rückriem, Stary & Frank, 1987, S. 187).

Schon in vordigitaler war dies so, ist aber heute in der Welt digitaler Medien unmittelbar einsichtig. Sämtliche Medienprodukte können nämlich oft nur mit einem Mausklick kopiert werden, egal ob es sich um ein Wort, eine Wendung, einen Satz, einen Vers, einen längeren Textauszug oder einen gesamten Text handelt oder ein Foto, ein Bild oder Bildausschnitt, eine Grafik, ein Video oder ein Musikstück etc. aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und ggf. bearbeitet wird.

Digitales Kopieren ist indessen nur eine Technik der Informationsentnahme, die durchaus auch den Zwecken des Zitierens dienen kann. Worauf es aber beim Zitieren ankommt, ist schließlich etwas anderes als das Kopieren.

Zitate nennen nämlich den Verfasser, meistens auch die Quelle (Quellenangabe) und machen dies durch besondere "Hinweise im Text, sei es durch Fußnoten oder Anmerkungen, im Druck meist durch graph. Auszeichnung (Anführungszeichen, Kursivdruck etc.)" (Metzler Literaturlexikon 21990, S. 511) deutlich.

Lediglich bei Zitaten, die einen hohen Bekanntheitsgrad haben und bei denen im Allgemeinen nicht die Gefahr besteht, dass sich jemand mit fremden Federn schmücken will, wie z. B. bei geflügelten Worten ("Die Akt im Haus erspart den Zimmermann") kann man, auf solche Angaben verzichten.

Im Allgemeinen also gilt: Die Kenntlichmachung von Zitaten ist Pflicht

Beim wissenschaftlichen Arbeiten, aber auch bei verschiedenen Formen des Umganges mit Texten in der Schule, muss die Verwendung von fremden Äußerungen oder Gedanken bei der Übernahme in eigene Arbeiten eindeutig kenntlich gemacht werden.

Dabei müssen die unterschiedlichen ▪ Formen beim Zitieren beachtet werden.

Und man muss die Regeln kennen, die zur Kenntlichmachung von Zitaten gelten. Diese Regeln sind für die beiden Formen des Zitates unterschiedlich.

  • Wer also bei einer Klausur oder Facharbeit in gewissen Fächern bestimmte Textstellen aus der Primär- bzw. Sekundärliteratur wörtlich "einbauen" möchte, muss dies nach bestimmten Regeln tun.

  • Ebenso muss auch derjenige, der nur die Gedanken eines anderen in eigenen Worten wiedergibt (paraphrasiert) deutlich machen, dass auch dieses Gesagte eine sinngemäße Wiedergabe von fremden Äußerungen sind.

Zitieren hat auch eine (urheber-)rechtliche Seite

Zitieren hat stets auch eine rechtliche Seite, denn Werke, die von jemandem geschaffen wurden, sind, wenn nichts Gegenteiliges vom Urheber bzw. der Urheberin verfügt ist, ▪ urheberrechtlich geschützt. Wer gegen dessen Regeln verstößt und "geistigen Diebstahl" begeht, kann, zum Teil sehr empfindlich, bestraft werden.

Wer abschreibt, ohne die Quellen kenntlich zu machen und die Schranken des Urheberrechts missachtet, verstößt gegen das Recht an geistigem Eigentum, das für einen Zeitraum - in der Regel 70 Jahre - bei seinem Urheber verbleibt. Dieser geistige Diebstahl wird als Plagiat bezeichnet.

Darunter versteht man die unrechtmäßige Nachahmung bzw. Veröffentlichung eines künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkes, das von einem anderen geschaffen worden ist. Im Zeitalter der Digitalisierung haben sich Plagiate exponential vervielfacht. Paste and Copy, Strg+C und Strg+V und schon ist ein in die Windows-Zwischenablage kopierter Text aus dem Internet oder einem sonstigen elektronischen Datenträger in das gerade geöffnete Dokument der Textverarbeitung "hineingezaubert."
Viele von denen, die sich heute ungeniert mit wörtlichen Übernahmen einzelner Passagen oder ganzer Seiten aus dem Internet "bedienen", wenn es um die Anfertigung von Hausarbeiten, Referaten oder gar Staatsexamens- oder Diplomarbeiten geht, tun dies im Bewusstsein damit bestenfalls ein tolerierbares Kavaliersdelikt begangen zu haben. Und viele glauben sogar, dass das, was im Internet von allen genutzt werden kann, auch allen gleichermaßen gehört.

Zugleich gibt es aber auch Apps, die es den Plagiateuren leicht machen wollen, ihren geistigen Diebstahl zu verschleiern. Sie sollen bei der Täuschung helfen und ▪ Hinweise auf mögliche Plagiate ausmerzen und damit Gegenmaßnahmen entgegenwirken. Sie bieten das automatisierte »"Umschreiben" von Texten, kommen aber dabei in der Regel zu wenig brauchbaren oder nur mir erheblichem Korrekturaufwand verbundenen "Lösungen".

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.07.2020

     
 

 
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