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Drei-Ebenen-Modell

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Rhetorik und Stilistik in der Antike
Stilprinzipien

Ausdruckswerte
Rhetorische Stilmittel: Figuren und Tropen

Stilanalyse im Rahmen der schulischen Textinterpretation

Der Wortschatz (Lexik), aber auch andere Beschreibungsbereiche der Sprache zählen in der ▪ pragmatisch orientierten Text- und Textmusterstilistik, wie sie vor allem »Barbara Sandig (1939-2013) (22006, S.3) vertreten wird, zu den ▪ Stilebenen, die wie "Ressourcen zum Ausdruck von globalen Einstellungen" (Sandig 22006, S.290) zu verstehen sind.

Bei ihren Überlegungen orientiert sie sich an Hausmann (1989), der die diese Ressourcen nicht als voneinander abgetrennte Bereiche versteht, sondern Stilebenen insgesamt als Kontinuum versteht, das von einem neutralen Zentrum, z. B. essen, ausgeht und sich nach den Rändern hin stilistisch differenziert, z.B. essen/speisen/dinieren oder schlingen/futtern/fressen.

Zudem übernimmt Barbara Sandig (22006, S.291) die Kategorientrias von Ludwig (1991) mit der neutralen, der ▪ überneutralen und ▪ unterneutralen Stilebene, ohne sich aber auf die von diesem als Subebenen eingezogenen Stilebenen "umgangssprachlich", "salopp" und "derb" einzulassen, von denen die ersten beiden ohnehin nicht scharf voneinander zu trennen seien.


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Sandig ( 22006, S.306) kombiniert beide Konzepte, geht davon aus, dass sich die Stilebenen ohnehin nicht streng von einander trennen lassen und visualisiert ihr Konzept, "als wahrnehmbare Bereiche mit prototypischen Elementen verschiedener Art auf einer einzigen Skala". Soll ein Wort oder ein anderes sprachliches Element, das die gleiche Funktion erfüllt, einer bestimmten Stilebene (im Kontext der Skala wäre wohl besser von Stilbereich die Rede) zugeordnet werden, dann kann dies an einer beliebigen Stelle der Skala markiert werden, die eher im Zentrum der entsprechenden Stilebene oder eben mehr an den Rändern und damit im fließenden Übergangsbereich zur neutralen Stilebene liegt.


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Das hier vereinfachend Drei-Ebenen-Modell bezeichnete Stilebenenkonzept passt zudem nicht für alle Sprecher der Sprachgemeinschaft. Es lässt sich am ehesten auf Sprecher und Sprecherinnen aus der Mittelschicht anwenden und "trifft nicht zu für Unterschichtssprecher oder Vertreter von Subkulturen." (ebd., S.295)

Die neutrale Stilebene ist selbst dann die Bezugsebene oder der "»Grund«" für die Markierung auf der Skala, wenn sie/er wie, wie allgemein der Fall sein dürfte, also solche/r gar nicht wahrgenommen wird.

Stilebenen, das unterscheidet das Konzept von Sandig und anderen vom rein lexikografischen Ansatz, der Stilebenen ausschließlich auf Wörter (Lexeme) im Wortschatz beschränkt (z. B. ▪ Vier-Ebenen-Modell), stellen für Sandig nicht nur ein Wortschatzphänomen dar, sondern da, wo sie in Erscheinung treten, kommen auch auch Elemente anderer Sprachbeschreibungsebenen hinzu, die sich für die Zuordnung zur neutralen (n), überneutralen (ü) oder unterneutralen Stilebene (u) eignen. Daher lassen sich Stilebenen auch am besten über ein Bündel von Merkmalen (lautlich, grafisch und morphologisch) beschreiben.

So können Stilebenen danach unterschieden werden,

  • wie klar und deutlich gesprochen wird. Wird eine Wort sehr deutlich artikuliert (z.B. haben), dann zählt es zur ▪ überneutralen Stilebene, während im entgegengesetzten Fall, wenn es zu starken Verschleifungen kommt (z. B. ham), das Wort zur ▪ unterneutralen Stilebene gehört.

  • auf welche Art und Weise die Wörter etc. verschriftet ( Schriftgestaltung, ▪ Schriftdesign) werden und mit und auf welchem Material, das geschieht (z. B. gilt die alte Rechtschreibung eher als überneutral, die neue Rechtschreibung hingegen als neutral)

  • wie bestimmte Formen der Wörter gebildet werden (z. B. bei Imperativformen: "lies, wirf, iss (ü/n) gegenüber les, werf, ess (u)" (Sandig 22006, S.292)

Auch umfangreichere Äußerungen lassen sich den drei Stilebenen zuordnen. Dies zeigt Sandig an zahlreichen Beispielen, von denen hier einige ausgewählt und mit den entsprechenden Kennzeichnungen ü, n, u) für die jeweilige Stilebene markiert sind:

  • Dies mag hilfreich sein (ü) – vs. – Das hilft möglicherweise (n) – vs. – Das hilft vielleicht. Das kann helfen. (u)

  • Das ist so aufregend nicht (ü) – vs. – Das ist nicht so aufregend (n) – vs. – (Das,) so toll ist das nicht (u)

  • Ich kann nicht umhin zu x en (ü)  – vs. – Ich muss unbedingt x en (n/u)

  • Es wäre besser, wenn sie länger schliefe (ü) – vs. – Wär besser, sie würd(e) länger schlafen (u)

  • meine Stimme erheben (ü)  – vs. – mich äußern (n)

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Stilanalyse im Rahmen der schulischen Textinterpretation

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 09.01.2024

 
 

 
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