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Literatur und Stil

Rhetorische Stilmittel: Figuren und Tropen

Literarische Stilistik

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
LiteraturAutorinnen und Autoren Literarische Gattungen Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Überblick Hermeneutische Modelle Antihermeneutische Modelle [ Literatur und Stil   Überblick Rhetorik und Stilistik in der Antike StilprinzipienAusdruckswerte Rhetorische Stilmittel: Figuren und Tropen Stilanalyse im Rahmen der schulischen Textinterpretation ] Textauswahl Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

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In der Literaturwissenschaft dominiert wohl bis heute die Vorstellung einer deskriptiven Stilanalyse, die sich vor allem "der Figurenlehre der Rhetorik (bedient), um die stilistischen Merkmale eines Textes terminologisch präzise zu erfassen." (Becker/Hummel/Sander 22018, S.47) Dabei ist im Allgemeinen ein ▪ weiter Stilbegriff maßgebend, auch wenn in der Praxis wohl oft nicht alle gestalterischen Möglichkeiten in Texten eingeschlossen sind, wie es immer wieder gefordert wird. (vgl. Anderegg 22006., S.375)

Der weite Stilbegriff, der "die gesamte Textgestaltung in ihren kommunikativen Verwendungs-Relationen" (Sandig 22006, S.150) umfasst, stellt die Basis der "integrativen Stiltheorie", die nach »Bernd Spillner (*1941) (1996, S.246) die Grundlage der literarischen Stilistik sein muss.

Im Rahmen der deskriptiven Stilanalyse in der Literaturwissenschaft kann eine makro- und eine mikrostilistische Ebene unterschieden werden:

Da es aber keine einheitliche Stilbeschreibungssprache gibt, werden Termini aus so unterschiedlichen Bereichen wie der ▪ Rhetorik, der ▪ Grammatik, der ▪ (Text-)Linguistik oder der Semiotik, aber auch Termini der literaturwissenschaftlichen ▪ Erzähl-, ▪ Dramen- oder ▪ Lyrikanalyse herangezogen, um den Stil eines Textes zu beschreiben. Dazu kommen Termini für bestimmte ▪ textstilistische Handlungsmuster ein, wie sie Barbara Sandig (1939-2013) in ihrer ▪ pragmatisch-textlinguistischen Stilistik (Sandig 1986, 22006) beschrieben hat.

Es geht also bei der literarischen Stilistik keineswegs nur um den ▪ Schmuck (ornatus) in der ▪ rhetorischen Tradition der Antike, die annimmt, "dass im Prozess der Textproduktion zunächst eine neutrale, unmarkierte Textfassung entsteht, die dann in der Produktionsstufe der elocutio einer besonderen Bearbeitung unterzogen wird" (Spillner 1996, S.242). Für diese besondere Bearbeitung steht dem Autor bzw. der Autorin eines literarischen Textes ein großes und reichhaltiges Repertoire von ▪ Stilfiguren und ▪ Tropen (ornatus in verbis singulis) zur Verfügung.

Die rhetorische Tradition der Antike: Figuren und Tropen

Die Termini ▪ Figuren und Tropen sind Kategorien der ▪ Rhetorik. Sie werden oft als rhetorische Stilmittel bezeichnet. Damit wird auf die enge Verbindung zwischen Rhetorik und ▪ Stilistik verwiesen. Besser wäre indessen in diesem Fall wohl von ▪ rhetorischen Mitteln zu sprechen, zumal sie, nur weil das eine oder andere in einem Text Verwendung findet, nicht per se stilbildend sind. Stil ist nämlich eine Qualität, die dem Text als Ganzem oder bestimmter größerer Teil zukommt. Dies muss man vor allem im Zusammenhang mit der mikrostilistischen Analyse beachten, die den funktionalen Zusammenhang auf Textebene nicht aus den Augen verlieren darf, wenn sie sich nicht wieder im Netz des ▪"Stils an sich" verfangen soll.

Auch die Betrachtung der bestimmten rhetorischen Mitteln zugrundeliegenden ▪ Änderungsoperationen macht für die deskriptive Stilanalyse eines literarischen Textes nicht sonderlich viel Sinn und die Analyse der in der Rhetorik für die einzelnen Mittel mehr oder weniger normativ festgelegten Wirkungsakzente müssen sich der funktionalen Betrachtung des Textstils unterordnen.

Im rein textstilistischen Sinne sind eigentlich nur die rhetorischen Mittel von Bedeutung, die die Zusammengehörigkeit von Textteilen oder Texten aufzuzeigen, und zwar "in der Art von wiederkehrenden Mustern" (Anderegg 22006., S.37).

Alle Textelemente, die dies leisten, gelten als stilistisch relevant. Sie werden in einem Text auf verschiedene Art und Weise markiert. Dazu wird eine "spezifische Auswahl und Anordnung graphischer und phonischer sprachlicher Zeichen" vorgenommen, "wobei das Mittel der Rekurrenz (Wiederkehr, Wiederholung eines sprachlichen Zeichens im Text) die wichtigste Rolle spielt." (ebd., S.249)

In diesem Sinne richtet sich das Interesse "auf das, was im Vielfältigen eines Textkorpus in charakteristischer Weise gleich bleibt oder wiederkehrt." (Anderegg 22006., S.375) und dabei vor allem auf die Wahlmöglichkeiten des Autors im Bereich des Wortschatzes und des Satzbaus (besonders der Satzstellung)". (Spillner 1996, S.249)

Rhetorische Mittel, die eine derartige textstilistische Funktion haben können, sind z. B. die Anapher (Wiederholung derselben Ausdrücke am Anfang mehrerer Sätze oder Absätze), die Epipher (Wiederholung derselben Ausdrücke an Ende mehrerer Sätze oder Absätze) und der (grammatische) Parallelismus (Wiederholung einer bestimmten syntaktischen Struktur). Sie müssen aber im Hinblick auf ihre Funktion im Kontext und im Vergleich zu anderen Möglichkeiten sowie im Blick auf den Leser betrachtet werden. (vgl. Spillner 1996, S.253)

Der grammatische Parallelismus kann (stilistisch gesehen) "für Klarheit und logische Gliederung sorgen, er kann Aufzählungen strukturieren, er kann die leichte Einspeicherung ins Gedächtnis und Merkfähigkeit sichern, er kann – vor allem in politischen und religiösen Texten – dem Zweck intensiver Überredung dienen." (ebd.)

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 28.12.2022

    
 

 
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