Dramatische Texte
sind gewöhnlich nicht in aller erster Linie zum Lesen gedacht.
Ausgesprochene •
Lesedramen, Dramen also, die nicht für eine Inszenierung
bestimmt oder geeignet sind, die es seit dem 18. Jahrhundert gibt,
orientieren sich dabei wenig an wirkungsorientierten und auf die
Bühnenwirksamkeit hin ausgerichtete Normen. Ein Lesedrama ist auch
nicht eingeschränkt durch die begrenzten Möglichkeiten, die die
Bühnentechnik bietet.
Inszenierungen eines •
dramatischen Textes,
seien es improvisierte Rollenspiele von Laiendarsteller*innen oder
seien es Aufführungen für ein Theater, machen sichtbar und hörbar,
was in einem solchen Text mit •
Partiturcharakter steckt.
Genauer gesagt: Sie
machen unseren verschiedenen Sinnen zugänglich, wie ein Regisseur
bzw. eine Regisseurin, das Ensemble der darstellenden
Schaupieler*innen sowie viele andere •
an der
Inszenierung Mitwirkende (z.B. Bühnenbildner*innen,
Kostümverantwortliche, Beleuchtungstechniker usw.) den Text
verstehen und dieses Verständnis zu einem Inszenierungskonzept
zusammenfügen, mit dem sie den Text auf die ihren Intentionen
gemäßen Art und Weise auf die Bühne bringen.
Ein
dramatischer Text hat viel mit einer Partitur (italienisch partitura
‚Einteilung‘; französisch partition (d’orchestre) in der Musik
gemeinsam, die in Notenschrift abgefasst ist. In einer Partitur
werden alle Instrumental- und Vokalstimmen einer Komposition
untereinander angeordnet. Gewöhnlich entsteht die Partitur bei der
Niederschrift der Komposition durch den Komponisten, kann aber auch
erst bei speziellen Arrangements eines Musikstückes zum Zweck seiner
Aufführung verfasst werden. Gewöhnlich enthält eine Musikpartitur
auch Hinweise zur Aufführung des Musikstücks (z. B. Tempo, Dynamik
und andere Spielanweisungen), so dass ein Dirigent bzw. eine
Dirigentin das Ganze auf einen Blick überschaubar kann.
Auch ein
dramatischer Text besitzt im Grunde •
Partiturcharakter und wird dementsprechend als •
szenisch realisierter Text aufgefasst. Wer ihn rezipiert, muss
also bemüht sein, ihn auch •
auf
seine szenische Inszenierung hin zu lesen.

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Dabei muss man sich
im Klaren darüber sein, auf welche Art und Weise ein dramatischer
Text seine Informationen vermittelt. Dies tut er nämlich auf
vielfältige Art und Weise, so dass man auch von der •
Plurimedialität des dramatischen Textes spricht. Jede
Inszenierung des Textes nutzt dabei eine Mehrzahl unterschiedlicher
• Codes und Kanäle,
mit denen sie die Informationen, die ein dramatischer Text enthält
oder die ihm bei der Inszenierung zugeschrieben werden,
kommuniziert.

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In der •
teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der
zerbrochne Krug" haben wir einige derzeit auf der
Videoplattform YouTube verfügbare Videos von Inszenierungen
zusammengestellt, die die Grundlage einer vergleichenden Analyse der
dramatischen Inszenierung des 1. Auftritts in •
Heinrich von Kleists (1777-1811) ▪
Drama
• »Der zerbrochne Krug«
darstellen können.