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Konzepte und Methoden beim Annotieren von Texten

Allgemeine Tipps für das Annotieren

 
ARBEITSTECHNIKEN
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Für das Lesen Zeit nehmen

Wer ▪ einen Text inhaltlich erfassen will, muss sich, das ist das Wichtigste, für das Lesen hinreichend Zeit nehmen.

Wenn es sich dabei um ▪ schulische Schreibaufgaben zur ▪ Textwiedergabe, ▪ Textanalyse, ▪ Texterörterung und ▪ Textinterpretation handelt, geht man dabei am besten ▪ Schritt für Schritt vor. Und bei diesem Vorgehen ist stets vorgesehen, dass ein Text mehrfach zu lesen ist.

Keine Annotationen beim ersten Lesen des Textes

Bevor man mit dem Annotieren zur eigentlichen Textarbeit kommt, sollte der Text einmal in ganzer Länge durchgelesen werden, um sich einen Eindruck davon zu machen, worum es darin geht. Markierungen sollten bei dieser Primärrezeption des Textes dabei prinzipiell (noch) nicht vorgenommen werden.

Mit der zweiten Lektüre geht es los

Hat man sich auf diese Weise einen Überblick über den Text verschafft, kann man beim zweiten Lesen dazu übergehen, den Text mit Annotationen zu erschließen. Das geschieht in der Regel nicht nur mit einem weiteren Lektüredurchgang, sondern kann mehrmaliges Lesen erforderlich machen, um den Inhalt, Aufbau und Strukturen eines Textes herauszuarbeiten.

Am besten kein Lineal und kein Textmarker nach der Primärrezeption

Es ist meistens keine gute Idee, den Text zeilenweise über einem Lineal zu lesen und dann Unterstreichungen vorzunehmen. Sehr oft wird dann am Lineal entlang zeilenweise unterstrichen, was einen bei der Erfassung des Textes häufig nicht viel weiter bringt. Genauso verhält es sich beim Einsatz von Textmarkern, mit denen - vor allem wenn es sich um eine einzige Farbe handelt - oft längere Textpassagen flächenhaft angemalt werden. Eine strukturierte Erfassung unterschiedlicher Textmomente ist dann kaum möglich. Kommen Textmarker zum Einsatz, sollten sie erst gegen Ende des Annotationsprozesses zum Einsatz kommen, wenn man wirklich weiß, was man mit einem Textmarker zum Leuchten bringen will.Statt ganze Zeilen mit einem Textmarker anzustreichen oder zu unterstreichen, ist es mitunter sehr viel hilfreicher, wirklich gute Randmarkierungen anzubringen, die etwas darüber aussagen, was einem an der Textstelle aufgefallen ist!

Die Faustregel: Nie mehr als eineinhalb Zeilen am Stück hintereinander markieren

Wenn man Text markiert, sollte man tunlichst vermeiden, mehr als eineinhalb Zeilen hintereinander am Stück hervorzuheben. Manchmal scheint der Textmarker oder Stift wie von selbst weiterzuarbeiten, so dass am Ende nichts gewonnen ist.


Beispiel mit MS Word annotiert

Markierungen und Hervorhebungen variabel und bedacht verwenden

Um die Informationen eines Textes genau zu erfassen, kann man verschiedene Mittel zum ▪ Annotieren einsetzen. Sie werden, je nach Textsorte verwendet. Eine kleine Auswahl:

Kontinuierliche Sachtexte annotieren

Literarische Texte annotieren

Randmarkierungen

Markierungen innerhalb des Textes

Randkommentare

Sachtext
(Auswahl)

literarische Texte (Auswahl)

/ wichtig
// sehr wichtig
! erstaunlich
? fragwürdig
+ gut
- schlecht
einkreisen

einkasteln

unterstreichen

farbige Markierungen mit Leuchtmarker o. ä.

Th (These)

Arg (Argument)

Def (Definition)

Log? (Logik)

Bsp (Beispiel)

Anrede

vgl. S.

Raum

eZ (erzählte Zeit)

EZ (Erzählzeit)

ChFigur1 (Charakteristik Figur 1)

Metapher

Vergleich

vgl. S.

 

  1. Mit Unterstreichungen können bei der zweiten Lektüre eines Textes wichtige Gesichtspunkte hervorgehoben werden. Allerdings sollte man nicht zeilenweise, d. h. mehrere Zeilen nacheinander unterstreichen. Stattdessen ist ein Längsstrich am Rand des Textes angebracht, wenn die Unterstreichung zwei ganze Zeilen übersteigt.
    Im zweiten Lektüredurchgang können dann bei genauerer Textkenntnis einzelne Begriffe und Wendungen in dem so markierten Abschnitt hervorgehoben werden. Selbstverständlich können auch Textmarker zum Einsatz kommen, wenn sie mit Bedacht und sparsam verwendet werden. Einen "Gesamtanstrich" sollte man vermeiden!

  2. Auch quer über den Text gezogene dünne Linien (am besten mit einem dünnen Bleistift!) können bestimmte Aussagen/Begriffe/Konzepte so miteinander in Verbindung bringen, dass das Begriffsnetz dahinter sichtbar wird.

  3. Schüsselbegriffe und -konzepte können umrandet werden. Dies gilt auch zur Hervorhebung von Verknüpfungswörtern zur Hervorhebung argumentativer Strukturen in einem Text. Auf solche Verknüpfungswörter kann man z. B. gut zurückgreifen, wenn als ▪ Visualisierung des Textes eine ▪ Argumentationsskizze oder eine ▪  Concept Map erstellt werden soll.

  4. Mit Markierungen am Rand und innerhalb eines Textes und kurzen Randkommentaren verschafft man sich den nötigen Überblick über einen Text.

  5. Auch unterschiedliche Farben zur Kennzeichnung von Zusammengehörigem sind gut geeignete Mittel. 

Weitere Beispiele
Der Parallelkonspekt als integrierte Form zur Texterfassung

Eine zahlreiche Methoden der Texterfassung einschließende Technik ist die Erarbeitung eines ▪ Parallelkonspekts zum Text. Dieser setzt ▪ intensives Lesen des Textes voraus. Dieser kann auch sehr gut mit einem Annotationsprogramm am PC oder Tablet erstellt werden. (Digitales Annotieren am PC oder mit dem Tablet)

Beispiele für Parallelkonspekte

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 02.07.2020

     
 

 
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