teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte - So navigiert man auf teachSam - So sucht man auf teachSam - teachSam braucht Werbung


deu.jpg (1524 Byte)

 

 

 Leerstellen

Überblick

 
FAChbereich Deutsch
Center-Map Glossar LiteraturAutorinnen und Autoren Literarische Gattungen
Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Überblick Werkinterpretation Hermeneutische Modelle Überblick Rezeptionsästhetisches Modell Überblick Literaturdidaktische Bedeutung Unbestimmtheitsstellen [ Leerstellen Überblick Leerstellentypen Leitfragen zur Leerstelleninterpretation ] TextauswahlAntihermeneutische Modelle Textauswahl   Literaturunterricht   Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Als eine Variante des ▪ Unbestimmtheitskonzepts »Roman Ingardens (1893-1970) hat »Wolfgang Iser (1926-2007) bei seiner ▪ Konstanzer Antrittsvorstellung im Jahre 1969 die Kategorie der »Unbestimmtheit« zum »Umschaltelement zwischen Text und Leser« (Iser) gemacht.

Iser unterscheidet Unbestimmtheitsstellen im engeren Sinne und Leerstellen und Negationen.

Unbestimmtheits-
stellen
Leerstellen Negationen
  • ergeben sich aus den "schematisierten Ansichten" bzw. der Aspekthaftigkeit und daraus folgenden Unbestimmtheit der dargestellten Objekte

  • zeigen dem Leser eine »Komplettierungs-
    notwendigkeit« (Iser) an

  • »unformulierte Beziehungen« (Iser)

  • den Textstrategien zuzuordnen

  • zeigen dem Leser »Kombinationsnot-
    wendigkeit« an

  • Stelle zwischen Textelementen, deren Beziehung zueinander durch Hypothesenbildung geklärt werden muss

  • dem Textrepertoire zuzuordnen

  • Bekanntes wird aufgerufen und quasi "durchgestrichen"

  • bewirkt  Modifizierung der Einstellungen des Lesers durch »gezielte Teilnegationen« »eingekapselter Normen« (Iser)

Der wirkungästhetische Ansatz Wolfgang Isers weist dem Leser die Aufgabe zu, die Sinnkonstituierung vorzunehmen. Er tut dies, indem er dem im Text enthaltenen und an ihn herangetragenen Appell nachkommt. Dabei können die Leerstellen als eine Art vorgegebener Provokation des Urteilsvermögens durch den Autor angesehen werden. (vgl. Turk 1976, S.47f.)

Nach Turk (1976, S.47f.) kann man zwei verschiedene Arten von Leerstellen unterscheiden:

  1. Aussparung einer eindeutigen Bewertung des Geschehens mit einer Reihe von möglichen Erfüllungsvariablen für die daraus entstehenden Leerstellen

  2. Angebot von Bewertungen (impliziter Leser) gegen die beliebige Ausfüllung von Leerstellen

Katalog von textlichen Bedingungen für Leerstellen

  • Technik des harten Schnittes (vgl. Kuleschow-Effekt im Film)

    • Abbrechen einer Erzählsequenz

    • unvermittelte Neueinführung von Figuren

    • Beginn neuer Handlungsstränge (z.B. bei Kapitelgrenzen)

  • Nicht auktorial-verbindliche Erzählerkommentare, die selbst nur Hypothesen entwerfen; müssen vom Leser koordiniert bzw. als Anspielung oder Ironie usw. erkannt werden.

  • Strategien literarischer Camouflage 

  • Verfremdungstechnik

(vgl. Richter 1996, S.528f.)

Eine detaillierte und mit vielen Beispielen versehene Auflistung von ▪ Leerstellentypen stammt von Michael Titzmann (1977).

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.11.2020

    
 

 
ARBEITSTECHNIKEN und mehr
Arbeits- und Zeitmanagement Kreative Arbeitstechniken Teamarbeit ▪ Portfolio ● Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten Arbeit mit Film und VideoMündliche Kommunikation Visualisieren PräsentationArbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken 

 
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz