Bei der Analyse der
in •
Kurzgeschichte • "Shared Cheatah" von •
Jens Ludwig behandelten Themen geht es
darum,
den Inhalt des Textes einem über den Text hinausweisenden,
abstrakteren Thema zuzuordnen. In diesem Kontext entspricht der
Begriff eher dem im englischsprachigen Raum üblichen
Hauptthema (main idea).
Damit wird so etwas
wie der • Grund- bzw.
Leitgedanke eines fiktionalen Textes bezeichnet. Er steht dabei Seite an
Seite neben Begriffen wie
Handlung,
Charakter,
Schauplatz oder Stil und zählt zu den Grundelementen der
literarischen Fiktion.

So wie es keine "richtige" Interpretation gibt, gibt es auch auf
einen konkreten Text bezogen •
kein "richtiges" Thema, denn das Thema selbst ist, unabhängig
davon, ob es sich um Sachtexte (auch:
pragmatische Texte,
Gebrauchstexte,
nicht-fiktionale Texte)
oder literarische Texte
(auch:
fiktionale Texte) handelt, keine
objektive Textgröße. Ebenso wenig
besitzt es eine bestimmte Gestalt. (vgl.
Brinker
1985/2001, S. 55; vgl.
Lahn/Meister 2013, S.206)
Daher kann man es im Allgemeinen auch nicht ohne Weiteres "im" Text
finden.
Was
man bezogen auf • "Shared Cheatah" von •
Jens Ludwig also für das (Haupt-)Thema
dieser Kurzgeschichte und/oder seine Neben- bzw. Randthemen ansieht, liegt
vor allem im Auge des Betrachters. Es ist in jedem Falle sehr
subjektiv und hängt von einer ganzen Reihe von textinternen und
textexternen Faktoren ab.
Und ob ein Rezipient oder eine Rezipientin bei der Lektüre den Text
überhaupt in einen übergreifenden thematischen Zusammenhang stellt,
ist ohnehin nicht zwingend. Tut er/sie es allerdings •
schreibt er damit auch Bedeutung zu.
Auf ein einziges quasi "objektives" lässt sich die Kurzgeschichte
angesichts der prinzipiellen Vieldeutigkeit fiktionaler Texte
ohnehin nicht festlegen. Allenfalls
kann man von einem
plausiblen Thema sprechen und zwar dann, wenn das, was von einem
dazu gesagt wird, von anderen nachvollzogen und ggf. sogar geteilt
werden kann.

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Man kann, da die Geschichte zum größten Teil davon handelt, wie sich
Yvonne und einige ihrer Mitschüler*innen während der Physikklausur
verhalten, das Hauptthema des Textes in dem dadurch zur Sprache
gebrachten Leistungsdruck in der Schule und die u. U. daraus
resultierenden sozialen Folgen in den Beziehungen der Schülerinnen
und Schüler untereinander sehen. Die Geschichte als Ganzes
beleuchtet die negativen Auswirkungen dieses Drucks auf die
Schülerin Yvonne, die sich aufgrund ihrer schlechten Vorbereitung in
Physik wie manch andere in der Klasse gezwungen sieht, zu schummeln.
Mit dem Hauptthema lässt sich auch das Ende der Geschichte in
Verbindung bringen, wenn man es als soziale Folge des von Konkurrenz
und Leistungsdruck charakterisierten Klimas in der Schulklasse
liest.
Zudem werden
weitere Themen angesprochen, die man als Nebenthemen betrachten
kann, da sie nicht die gleiche thematische Relevanz für das Ganze
besitzen wie das dargestellte Hauptthema, aber mit diesem thematisch
verknüpft sind.
-
Spicken in der Schule
und seine Bewertung
-
Vorurteile: Yvonne hat Vorurteile gegenüber ihrem Mitschüler
Dimitrij aufgrund seiner Herkunft als Migrant aus Armenien und
wegen seines Interesses an Computern und Computerspielen. Diese
können als Ausdruck der
kognitiven
Verzerrung des •
Meine-Seite-Denkens
(My-side-Bias) verstanden werden,
-
Cybermobbing: Die Geschichte thematisiert Cybermobbing, indem
Yvonne (und Dimitrij/Cheatah) am Ende Opfer der Online-Attacke
mit der herabwürdigenden Fotomontage auf ihrem Facebook-Account
werden..