Hier ist ein möglicher Monolog Walters im Anschluss an den 10.
Auftritt, im Tonfall und Duktus eines aufgeklärten, aber noch
tastenden hohen Beamten formuliert:
Monolog Walters
Wie leicht man doch in seinem Eifer zu weit greift. Seit meinem
Eintreffen in Huisum schien alles darauf hinzudeuten, dass Richter
Adam in dieser Sache nicht mit reinen Händen verkehre. Die
offenkundige Verwirrung seines Amtsstabs, die Spuren nächtlicher
Ausschweifung, die widersprüchlichen Angaben über seine Verletzungen
und der fortwährende Versuch, den Verfahrensgang in unnötige Umwege
zu lenken – dies alles schien ein Bild zu zeichnen, das sich nur
schwerlich mit der Würde eines Richters vereinbaren lässt. Und dann
der Umstand, dass der Krug aus dem Hause der Rulls stammt, aus eben
jenem Hause, das Adam, wie mir schien, mehr zu meiden als zu
betreten suchte; ein Umstand, der meine Vermutung nährte, er habe
dort zur Nachtstunde Dinge getan, die er nun durch sein Amt zu
verdecken trachte.
Doch nun diese Aussage der Marthe Rull, die mit einer Art naiver
Bestimmtheit behauptet, Adam verkehre eigentlich gar nicht in ihrem
Haus. Wäre dies wahr, so verlöre ein zentrales Indiz meines
Verdachts an Gewicht. Wenn der Richter niemals bei ihr ein- und
ausgeht, wie sollte er gerade in jener Nacht dort gewesen sein? Und
ist es nicht möglich, dass ich mich, geblendet von dem ersten
Eindruck seines auffälligen Benehmens, zu rasch auf eine einzige
Erklärung versteift habe?
Aber dennoch – etwas in seinem Auftreten bleibt mir suspekt. Ein
Mann, der nichts zu verbergen hat, hätte die Verhandlung mit
Klarheit und Festigkeit geführt; Adam hingegen weicht aus,
verheddert sich in Ausflüchte, sucht nach Vorwänden, den Saal zu
verlassen, und bemüht sich mit auffälliger Hast, die Parteien
voneinander fernzuhalten. Solches Verhalten passt schlecht zu der
Rolle eines unbefangenen Richters.
Und doch muss ich mich fragen, ob nicht auch Marthe Rull sich irren
kann. Kennt sie die Wege des Richters wirklich so genau? Oder glaubt
sie nur zu wissen, wer ihr Haus betritt und verlässt? Ihre Aussage
mag aus ehrlicher Überzeugung stammen, aber nicht jede Überzeugung
ist Wahrheit.
So stehe ich nun zwischen Anzeichen, die drängen, und Zeugnissen,
die zurückhalten. Ich darf nicht richten nach bloßem Schein, und ich
darf keinen Verdacht zur Gewissheit erheben, ehe die Beweise
sprechen. Vielleicht wird das Verhör selbst, wenn es ungestört
seinen Lauf nimmt, das Dunkel lichten. Bis dahin aber muss ich mir
eingestehen: Sicher bin ich nicht – weder in meinem Verdacht noch in
dessen Widerlegung. Nur eines weiß ich: Diese Sache ist nicht so
einfach, wie sie zuerst erschien. Und Adam, so viel steht fest, ist
kein Mann, dessen Verhalten man ohne weiteres durchschaut.
(Fortsetzungs-Prompt)
Formuliere den Monolog im Stil des Zerbrochenen Krugs
Hier ist der Monolog im Stil und Sprachduktus des Zerbrochnen
Krugs – dichter, rhythmischer, stärker an Kleists syntaktische und
lexikalische Muster angelehnt:
Monolog Walters (im Stil des Zerbrochnen Krugs)
Wie wunderlich doch oft der Schein den Geist bethört! Seit ich
den Fuß in dieses Huisum setzte, schien mir alles wider den Adam zu
sprechen: sein verstörter Anblick heut am Morgen, die zerrissne
Perücke, die Schrammen, deren Ursprung er mit schwerer Zunge deutet;
sodann sein beständiges Aus- und Einlaufen, sein Bemühn, den
Fortgang der Verhandlung in Windungen zu lenken, die selbst dem
geduldigsten Mann den Kopf verwirren müssten. Ja, und daß der Krug
aus dem Hause der Rull stammt – aus jenem Hause, in dessen Nähe der
Richter, wie mir dünkte, weit häufiger schleicht, als es einem Manne
seines Amtes geziemt –, all dies ließ den Verdacht in mir keimen, er
sei in dieser nächtlichen Händel nicht unbeteiligt.
Doch nun tritt Marthe Rull hervor und spricht mit einer Sicherheit,
die kaum Raum zum Widerspruch läßt, Adam verkehre gar nicht in ihrem
Hause. Wär dies so, so stürz’ ein Hauptpfeiler meines Argwohns in
sich zusammen. Denn wie sollte er in jener Nacht dort geweilt haben,
wenn er kein täglicher oder nächtlicher Besucher ist? Und hat nicht
mancher redliche Mann ein wunderlich Wesen, das dem Fremden als
Schuld erscheint? Vielleicht hat mich nur der erste Anblick seines
verwirrten Hauptes zu voreiliger Meinung verführt.
Und dennoch – des Richters Tun bleibt mir verdächtig. Kein
Unschuldiger windet sich so unruhig, lenkt Fragen ab, sucht die
Parteien zu zerstreuen, ja schielt nach jeder Gelegenheit, den Saal
zu verlassen, als stünde ihm draußen ein noch größerer Schrecken
bevor als hier drinnen die Wahrheit. Wäre sein Herz frei, er stünde
fest auf seinem Posten.
Doch mag auch die Rull sich irren. Was weiß ein Weib, das früh zu
Bett geht, wer um Mitternacht an ihre Türen schleicht? Vielleicht
hat Adam Wege zu ihrem Hause, die nicht durchs Auge einer Mutter
laufen. Ihre Aussage kann redlich gemeint sein – doch redlich
gemeint ist nicht immer wahr.
So ring’ ich nun mit zweifacher Stimme in mir: die eine drängt zum
Verdacht, die andre ruft mich zur Vorsicht. Und wahrlich, es ziemt
sich nicht für meinen Stand, dem Schein zu folgen, eh’ die Beweise
reden. Doch daß der Adam ein Spiel treibt, das schwer zu deuten ist
– das fühl’ ich gleichwohl. Wie’s sich auch wenden mag: die Sache
liegt tiefer, als der erste Blick vermuten lässt, und der Richter
Adam ist kein Mann, den man mit einem einzigen Worte durchschaut.
(Fortsetzungs-Prompt)
Schreibe den Monolog in Blankversen
Monolog Walters (Blankvers)
Wie leicht der Schein den wankenden Verstand
In seinem ersten Urteil irre führt!
Seit ich den Fuß in dieses Dorf gesetzt,
Schien alles wider Adam laut zu sprechen:
Sein wirrer Blick, die Wunden in dem Haupt,
Die Perücke, die er kaum zu tragen weiß,
Das hastige Hinüber und Zurück,
Mit dem er heut die Sache übertäubt,
Und all die Wendungskünste, die er sucht,
Um Recht und Ordnung aus dem Sinn zu drängen.
Doch nun tritt Marthe Rull mit festem Wort,
Und sagt, er kehre gar nicht bei ihr ein.
Wär dies bewährt, so bräch ein Pfeiler ein,
Auf dem ich meinen Argwohn aufgebaut.
Denn wie gewänne er bei Nacht den Weg
Zu jenem Haus, wenn er’s am Tag nicht kennt?
Und ist’s nicht möglich, daß ein redlich Herz
Durch wirres Wesen Schuld nur scheinen lässt,
Die keine ist, wenn man sie näher prüft?
Doch dennoch bleibt in mir ein dunkler Zug,
Der seinem Tun die Farbe nicht vertraut.
Ein Unschuldiger steht mit festem Fuß,
Er wankt nicht so, wie Adam heute wankt;
Er suchte nicht mit hundert kleinen Kniffen
Dem hellen Blick der Wahrheit auszuweichen,
Noch flöhe er den Saal, als stünd’ darin
Ein Feind, der größer wär als das Gesetz.
Und mag die Rull auch reden, wie sie glaubt –
Ein Weib verkennt, was in der Nacht geschieht.
Wer weiß, durch welche Pfade Fuß sich schleicht,
Die nicht in ihre wachen Augen fallen?
Ihr Wort mag redlich sein, doch redlich Wort
Allein verrät die Wahrheit eben nicht.
So steh ich zwischen Zweifeln und Verdacht,
Die eine Kraft drängt vor, die andre hemmt.
Und eh der Beweis mit klarer Stimme spricht,
Darf ich nicht richten, was noch ungewiß.
Doch fühl ich wohl: Die Sache liegt im Dunkeln,
Und Adam ist ein Mann, der solches Dunkel
Mit jedem Schritt noch tiefer webt als lichtet.
(Fortsetzungs-Prompt)
Gestalte den Monolog kürzer.
Hier ist eine gekürzte Fassung des Monologs in Blankversen,
weiterhin im Stil des Dramas gehalten:
Monolog Walters (gekürzt, Blankvers)
Wie leicht der Schein den eiligen Verstand
Zu raschen Schlüssen treibt! Seit meinem Schritt
In dieses Dorf schien alles wider Adam:
Sein wirrer Blick, die Schrammen in dem Haupt,
Das hastge Fliehn aus jeder klaren Frage.
Doch nun spricht Marthe Rull mit ernstem Wort,
Er kehre gar nicht in ihr Haus hier ein.
Nimmt man dies hin, so stürzt ein Teil Verdachts,
Der mich bisher so sicher dünkte, ein.
Und dennoch bleibt sein Wesen mir verdächtig:
Kein Unschuldiger scheut den Blick des Rechts,
Noch windet sich in solchem Angstgebaren.
Mag Rull auch glauben, was sie wahr sich meint –
Ein Weib sieht nicht, was durch die Nacht sich schleicht.
So steh ich zwischen Vorsicht und Verdacht,
Die eine Hemmung, und die andre Trieb;
Bis sich der Sachverhalt im Lichte zeigt,
Bleibt nichts mir als die Zweifel auszuhalten.
(ChatGPT)