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Figuren in einem •
Versdrama
sprechen,
wie sie sprechen. Wenn sie in einer irgendwie "unnatürlich"
wirkenden, poetisch "durchgestylten" Sprache reden, tut dies
ihrer Kommunikation untereinander keinen Abbruch. Sie tun eben
so, als sei ihre stark poetisch stilisierte Sprache so
"normal", wie wenn sie sich im
Prosastil der
Normalsprache unterhielten.
Für die ▪
sprachliche und stilistische Analyse
der
•
dramatischen Rede im •
Haupttext, der eigentlichen Figurenrede, kann man sich bei der schulischen •
Analyse
und Interpretation dramatischer Texte von •
Versdramen den folgenden Fragen
zur
Versform und ihrer Funktion, zur
Wortwahl und zum
Satzbau orientieren. Dabei
sind Fragen nach der Verwendung von rhetorischen und weiteren
stilistischen Mitteln in die übergeordneten Kategorien
integriert.
-
Welches
Versmaß
liegt vor (z. B. •
Blankvers,
Alexandrinervers,
Knittelvers)
und wie wirkt es auf den Rhythmus des Textes? Sprechen alle
Figuren in demselben Versmaß?
-
Sind die Verse in Reimform
gestaltet? Welche Reimformen werden verwendet? Gibt es
ein bestimmtes Reimschema oder freie Rhythmen? "Welche
Wirkung geht davon aus?
-
Wie verhält sich die
Satz- zur Versgestaltung? Gibt es Sätze, die über einen Vers
hinausreichen? (Enjambement)
-
Findet der
Sprecherwechsel auch innerhalb eines bestimmten Verses statt? (Hakenstil)
-
Gibt es Stellen im
Stück, in dem das Versmaß von dem vorherrschenden metrischen
Schema abweicht? Welche Gründe gibt es dafür?
-
Gibt es beim
Versmaß Unterschiede bei der dramatischen Rede verschiedener
Figuren unterschiedlicher sozialer Herkunft, Bildung oder
sozialem Status?
-
Gibt es im
Text bzw. Textauszug, Verse, in denen bestimmte •
Sprachfunktionen jenseits der im Allgemeinen
dominierenden poetischen Funktion maßgeblich sind? Dienen
Sie vor allem zur Darstellung von Sachverhalten (•
referentielle Funktion), zum Ausdruck von Gefühlen (•expressive
Funktion), zur Einflussnahme auf den
Kommunikationspartner (•
appellative Funktion), zur Kontaktherstellung und
-pflege (•
phatische Funktion) oder zur metasprachlichen Reflexion
über das Gesagte (•
metasprachliche Funktion)?

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-
Lassen sich
in der durch die Versform vergleichsweise homogenen
dramatischen Rede der Figuren
•
textstilistische Handlungsmuster erkennen, mit denen
eine Figur •
Bewertungshandlungen
vornimmt? Welche
• thematischen Eintellungen der Figur zu einem
bestimmten Thema werden damit verdeutlicht?
-
Fallen
bestimmte stilistische Formen auf, mit denen eine Figur, das
von ihr Gesagte, •
emotionalisiert?

Für
größere (740px) und
große Ansicht (1200px) bitte an*klicken*tippen! Bei der Untersuchung des Satzbaus
und der Wortwahl im Rahmen der •
sprachlichen Analyse kann man sich z. B. an den folgenden
Fragen orientieren:
-
Welche
Satzarten werden im Text verwendet? Kommt eine Satzart
besonders häufig oder in auffälliger Weise vor?
-
Welche Formen
der
Satzverbindung (Parataxe,
Hypotaxe) sind zu erkennen? Dominiert eine davon? Den
ganzen Text über oder nur an einer bestimmten Textstelle?
-
Werden die
Sätze unverbunden (asyndetisch) aneinandergereiht oder
besteht eine enge Verknüpfung durch beiordnende
(koordinierende) oder unterordnende (subordinierende)
Konjunktionen oder
Pronominaladverbien?
-
Werden Sätze
vollständig mit allen notwendigen Satzgliedern gestaltet
oder "Halbsätze" formuliert, z. B. als
Ellipsen?
-
Welche
Wirkung hat der Satzbau auf den Leser/Zuschauer? Erzeugt er eine
besondere Dynamik oder Vorstellungen von Gleichförmigkeit
des Geschehens?
-
Lassen sich
Zusammenhänge zwischen dem Satzbau und der
Aussageabsicht erkennen?
-
Gibt es
Wörter oder Wendungen, die
-
Werden vom
Autor bestimmte Begriffe in auffälliger Weise umschrieben
oder vermeidet er bestimmte Begriffe (Euphemismen/Tabuisierungen)?
-
Enthält der
Text Wörter und Ausdrücke, die in einem übertragenen Sinn
verstanden werden müssen (sprachliche
Bilder,
Metaphern,
Vergleiche)? Welche
Wirkung haben sie?
-
Kommen
Schlagwörter,
Leerformeln, sonstige
Stereotype
oder Wörter mit einer eine Person herabsetzenden oder über die
Maßen idealisierenden Funktion (z. B. Flüche, •
Wörter der Zuwendung und Kränkung)
vor? Wie wirken sie? Was wird mit ihnen beabsichtigt?
-
Sind
Wörter / Wendungen schon veraltet (Archaismus)
oder neu gebildet (Neologismus)
-
Lassen sich
bestimmte Wörter einem bestimmten
Kommunikationsbereich zuordnen (z.B. Verwaltung,
Wirtschaftsbereich, Kunst ... )? Wie wirkt das?
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▪
Dramatische Texte (Analyse von Dramen)
▪
Didaktik: Das Drama im Literaturunterricht
▪
Aspekte
der Sprache in dramatischen Texten
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
28.09.2025
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