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Propositionaler Akt des Sprechaktes

Überblick


FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Linguistik (Sprachwissenschaft)
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Die ▪ Sprechakttheorie ist der propositionale Akt einer der drei bzw. vier ▪ Teilakte eines Sprechakts, zu denen auch der Äußerungsakt, der Illokutionsakt und der perlokutive Akt zählen.

Was versteht man unter Proposition?

In der Alltagssprache, in der wir den Begriff wohl eher selten zu lesen oder zu hören bekommen, haben wir doch auch ein Verständnis von dem, was wissenschaftlich als Proposition bezeichnet wird. Ganz allgemein kann man darunter nämlich etwa Aussage verstehen.

  • Alltagssprachlich kommt dem Begriff wohl nahe, was wir meinen, wenn wir von Bedeutung sprechen etwa im Sinne von Inhalt, Gemeintes oder Bezeichnetes sowie den Sinn einer Aussage.

  • Manchmal steht die alltagssprachliche Verwendung aber auch dafür, einen Satz unter inhaltlichen Gesichtspunkten zu bezeichnen oder auf den in einem Satz ausgedrückten Gedanken(gang) zu verweisen. In dieser Weise verwenden wir z. B.  den Begriff der Proposition in Lehr-Lernsituationen, wenn wir davon sprechen bei der ▪ Erfassung und ▪ Zusammenfassung von Texten eine ▪ Aussagenliste zu erstellen.

In der Sprechakttheorie geht der Begriff der Proposition und des propositionalen Aktes auf »John R. Searle (geb. 1932) zurück. Er teilt die noch im lokutiven Teil des Sprechakts bei »John Austin (1911-1960) als rhetischer Teilakt bezeichnete semantische Komponente des lokuktiven Aktes in die beiden logisch-semantischen Teilakte Referenzakt und Prädikationsakt auf und fasst sie als Teilakte des ihnen übergeordneten propositionalen Aktes auf. Eine Proposition ist in seinem Sinne eine Aussage über "Welt" und ihre Objekte.

Propositionale Akte beinhalten also "Aussagen über die Welt" (Linke/Nussbaumer/Portmann, 2. Aufl., 1994, S.189).  Typische Propositionen sind z. B. "Das Haus ist schön." - "Sokrates ist ein Mensch." – "Der Ball ist rund." etc.

In gewisser Weise kann man hart an der Grenze des alltäglichen Sprachgebrauches des Wortes Bedeutung orientiert, sagen, der propositionale Akt gibt  "die Bedeutung der Äußerung im engeren Sinn wieder" (Engel, 2. Aufl. 2009; S.34)

Zugleich wird im Vollzug des propositionalen Akt  eine prinzipiell wahre oder unwahre Proposition (hier etwa: eigentlicher Satzinhalt, Sachverhaltsbeschreibung) realisiert.

Damit der Sprechakt in der Kommunikation auch funktioniert oder "glückt" müssen natürlich auf für den propositionalen Akt mindestens zwei Bedingungen erfüllt sein:  Erstens müssen die Kommunikationspartner dieselbe Sprache sprechen bzw. denselben sprachlichen  Code verwenden und zweitens müssen sie beide auch das Objekt kennen, auf das der Sprecher Bezug nimmt bzw. referiert.

Die zweite Bedingung ist in dem nebenstehenden Beispiel wohl kaum zu realisieren.

Referenzakt und Prädikationsakt

In der Theorie Searles besteht der propositionale Akt aus zwei verschiedenen logisch-semantisch geprägten Teilakten, und zwar, dem Referenz- und Prädikationsakt.


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  • Mit dem Referenzakt bezieht man sich mit einer sprachlichen Äußerung auf ein Objekt. Tut man dies nicht, kann ein Sprechakt nicht "glücken".

  • Der Prädikationsakt ordnet einem Objekt, auf das sich die sprachliche Äußerung bezieht, eine Eigenschaft zu. Der Begriff des Prädikats wird dabei nicht wie in der Grammatik als Satzteil verstanden, sondern so verwendet, wie es die so genannte Prädikatenlogik tut, nämlich als Aussage (prädizieren bedeutet etwas aussagen)

So erhält das Haus, auf das sich die sprachliche Äußerung in  den oben und unten stehenden Abbildungen als Objekt bezieht, die Eigenschaft "schön" zugeordnet.

Dabei ist es egal, ob diese Prädikation als Behauptung, Frage, Befehl etc. formuliert wird (= illokutionäre Akte, ▪ Illokutionsakt). So prädiziert also auch die Frage "Ist das Haus schön?" das Objekt, auf das es es sich bezieht (referiert).

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 02.02.2021

 
 

 
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