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Aspekte der Szenenanalyse

Überblick

Heinrich von Kleist Der zerbrochne KrugHandlungsverlaufEinzelne SzenenDritter Auftritt

 

Fachbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) Überblick Biografie Erzählende Texte Dramatische Texte Überblick Der zerbrochne Krug Gesamttext (Rechercheversion) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Historischer Hintergrund • Literaturgeschichtlicher Kontext Entstehungsgeschichte
Stoffgeschichte Komposition des Dramas Handlungsverlauf Überblick Analytische DramenstrukturSzenenüberblick Einzelne SzenenÜberblick1, Auftritt 2. Auftritt Dritter Auftritt Text [ Aspekte der Szenenanalyse Überblick ] Bausteine Fragen und Antworten (KI) 4. Auftritt 5. Auftritt 6. Auftritt 7. Auftritt 8. Auftritt 9. Auftritt 10. Auftritt 11. Auftritt 12. Auftritt 13. Auftritt Variant (12. Auftritt) Bausteine Bausteine Figurenkonstellation Einzelne Figuren Sprachliche Form Weitere Aspekte der Analyse RezeptionsgeschichteInterpretationsansätze Bausteine Textauswahl Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet Sonstige Texte BausteineLinks ins Internet ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

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Die • Analyse des • Dritten Auftritts  (• Text) in ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811)Komödie • ›Der zerbrochne Krug‹ kann unter • zahlreichen Aspekten erfolgen.

Inhaltlich steht der 3. Auftritt ganz im Zeichen des bevorstehenden Eintreffens des Gerichtsrats • Walter in der Gerichtsstube von Dorfrichter • Adam und seinem Schreiber • Licht und des am gleichen Tag stattfindenden Gerichtstags. Dramaturgisch erfüllt er die Voraussetzung einer Vorausdeutung dessen, was sich im Laufe dieses Tages noch ereignen wird.

Im weiteren Verlauf des Gerichtstages wird sich bewahrheiten, dass Adam einen Prozess gegen sich selbst führen wird, aus dem er sich zwar, wie im Traum geschildert, auf alle erdenkliche Weise herauszuwinden ("Und schält' und hunzt' und schlingelte mich herunter, / Und judiziert den Hals ins Eisen mir". V 272f.) versucht, aber sich dennoch am Ende selbst verurteilen muss. Auch wenn er am Ende gar nicht dazu kommt, als Richter über sich selbst dieses Urteil zu fällen, sondern sich seiner Selbstverurteilung durch Flucht entzieht, nimmt der Traum das Ende des Prozesses dennoch mit bestimmten Details (Übernachtung "in den Fichten", • 3. Auftrittt, V 276 und "Der dort den Fichtengrund heruntertrabt", • 12. Auftritt (Variant), V 2412) Und auch die Beobachtung • Marthe Rulls am Fenster, dass • Adam auf seiner Flucht den Rücken von seiner Perücke gepeitscht bekomme (• 12. Auftritt (Variant), V 2414) nimmt das von Adam in seinem Traum geschilderte Motiv der Vereinigung der beiden zunächst voneinander unabhängig agierenden Traumfiguren angeklagter Täter und Richter zu einer Person auf ("Drauf wurden beide wir zu eins, und flohn" • 3. Auftrittt, V 275)

Im Rahmen der Exposition des Stückes dominiert an dieser Stelle eindeutig der Zukunftsbezug und zwar auf das Geschehen bezogen während des Besuchs des Gerichtsrats ausgerechnet an einem Gerichtstag und dem möglichen Verlauf der Prozesse bzw. Sessionen. 

Adams Erzählung seines Alptraums liefert dem Zuschauer/Leser dabei eine Bestätigung seiner schon im • 1. und • 2. Auftritt gewonnenen Annahmen und Einsichten, dass Adam, zumindest was die Ereignisse in der Vornacht angehen, sich irgendetwas hat zuschulden kommen lassen, was an diesem Tag aufgedeckt und schwerwiegende Konsequenzen (Verurteilung, Inhaftierung und Pranger) für ihn mit sich bringen könnte.

Adam erzählt, er habe geträumt. dass er selbst vor Gericht stünde und gleichzeitig aber auch auf dem Richterstuhl über sich selbst gerichtet habe. Auch wenn er sich als Angeklagter noch so sehr habe herauswinden wolle, habe er als Richter sich selbst verurteilt und seinen Hals ins Eisen legen lassen. Am Ende hätten sich beide Personen seines Selbst wieder zu einer einzigen Person vereint, seien geflohen und hätten im Wald übernachten müssen. Als Licht wissen will, ob er in diesem Alptraum eine Art Prophezeiung vermute, die Wirklichkeit werden könne, tut Adam seine nächtliche Vision jedoch als Unsinn ab. Dennoch hört Licht die Sorgen heraus, die sich Adam macht. Solange Adam sich während des Besuchs von Gerichtsrat Walter an die Vorschriften halte, sei seiner Ansicht nach nichts zu befürchten.

Im Nachhinein liefert der Alptraum die Erklärung für Adams Panik und das Chaos, mit dem er sich zuvor auf die bevorstehende Situation einzustellen versucht. Die Szene, in denen Adams und Lichts Gesprächsbeiträge diskursiv angelegt sind und ohne komisierende Effekte auskommen, beendet damit auch die sehr stark von komischen Elementen geprägten Entwicklung der Dramenhandlung in den ersten beiden Auftritten und wirkt unmittelbar vor dem Eintreffen des Gerichtsrates in gewisser Hinsicht wie die Ruhe vor dem Sturm, der auch den Zuschauer*innen und Leser*innen Gelegenheit gibt, die Lachmuskeln zu entspannen und ihre Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Fortgang der dramatischen Entwicklung zu richten.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2026

 

 
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