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Den Inhalt eines Textes erfassen

Schlüsselbegriffe

Kernbegriffsmethode

 
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Lesen und Textverstehen (CI-Modell)

Mit Schlüsselbegriffen (auch "Kernbegriffe" genannt) kann der ▪ Inhalt eines Textes erfasst werden.

Unter dem Terminus »Schlüsselbegriff» werden in diesem Zusammenhang einzelne Wörter, Begriffe oder Fügungen, verstanden die

  • für das Textverständnis unerlässlich sind,

  • für den inhaltlichen Textzusammenhang sorgen und

  • die Brückenfunktion für das Textganze besitzen.

Auch wenn damit die Funktion der Schlüsselbegriffe umschrieben ist: ob ein Wort, ein Terminus oder eine Wortfolge diese Funktionen ausfüllt, sieht man ihm in der Regel von außen nicht an. Schlüsselbegriffe finden sich, wenn man so will, nicht auf der Wortebene, sondern entstehen als solche erst, wenn wir die Wort- und Satzfolgen beim Lesen verstehen und in einen Sinnzusammenhang bringen.

Da der Begriff aber nicht einheitlich definiert ist und definiert werden kann, wird unter Schlüsselbegriffen auch immer wieder mal etwas anderes verstanden.

Hier werden Schüsselbegriffe als übergeordnete Begriffe verstanden, mit denen sich über mehrere Sätze hinweg Bedeutungszusammenhänge herstellen lassen. Sie bilden auch Grundlage von Sinnabschnitten, die wir beim Lesen konstruieren können und sorgen dafür, dass wir ein allerdings noch immer nicht vertieftes, aber textnahes, an der Textoberfläche orientiertes Verständnis eines Textes gewinnen können. Es geht als nie nur darum, Schlüsselbegriffe nur zu zu finden oder bestimmte Begriffe zu solchen zu erklären, sondern stets darum, sie auf ihre kohärenzbildende Funktion bei der ▪ Sinnkonstruktion zu hinterfragen. 

Schlüsselbegriffe bei verschiedenen Leseweisen

Dabei hängt die Art und Weise, wie man mit Schlüsselbegriffen zur inhaltlichen Erfassung eines Textes arbeitet, auch davon ab, mit welcher ▪ Leseweise (Lesetechnik oder Lesestrategie) diese Texterfassungsmethode verbunden wird.

  • So können Schlüsselbegriffe, die in einem Text, vor allem in Sachtexten auf der "Sprachoberfläche" (Christmann 2015, S.173) mit skripto- und typographischen Signalen (Überschriften, Zwischenüberschriften, Aufzählungen etc.) hervorgehoben werden, aber auch mit expliziten Formulierungen wie "zum Beispiel", Überleitungen usw. markiert sein können, eine Hilfe beim ▪ orientierenden Lesen (Skimming) oder ▪ diagonalen Lesen sein, mit dem man sich zunächst einmal einen Überblick über einen Text verschaffen will. Ob diese Signale allerdings die oben genannten Anforderungen an Schlüsselbegriffe erfüllen, erweist sich erst bei einer vertiefteren Lektüre, z. B. beim ▪ intensives Lesen.

  • Wenn man vor der Lektüre eines Textes Suchbegriffe entweder selbst gebildet hat oder bestimmte Begriffe als Relevanzkriterien vorgegeben sind, kann man sie nicht nur als Grundlage für ▪ suchendes Lesen (Scanning) nehmen, sondern dabei auch prüfen, ob die die gewählten Begriffe als Schlüsselbegriffe zur weiteren Erschließung des Textes geeignet sind.

  • Auch nach einer vollständigen Lektüre in einem sequenziellen Leseprozess kann man  beim ▪ kursorischen und/oder intensiven Lesen versuchen, die an der "Sprachoberfläche" (Christmann 2015, S.173) gefundenen Bedeutungszusammenhänge mit Schlüsselwörtern zu versehen, in die auch das eigene Vorwissen (z. B. Wissen über das Thema, allgemeines Weltwissen, Sprachwissen, Textmusterwissen) eingeht.

  • Und schließlich können Schlüsselbegriffe einem vorzügliche Dienste leisten, wenn man das Lesen und die Erfassung eines Textes nach einer Unterbrechung des Lesevorgangs wieder aufnimmt. Sie helfen beim rekapitulierenden  Lesen sich erneut in den Text "einzulesen".

Vorwissen und Motivation als Voraussetzungen des Erfolgs bei der Texterfassung

Auch Schlüsselbegriffe "springen einen nicht direkt an" und springen einem auch nicht immer gleich ins Auge. Wie bei allen ▪ Methoden zur Erfassung von Texten hat ein Erfolg auch bei dieser Methode viele Mütter und Väter. Je mehr man über einen Textes weiß (s. o.), desto leichter gehen einem aber auch Schlüsselbegriffe von der Hand.

Natürlich hat dies mit dem Text selbst zu tun, der Tatsache, wie explizit er selbst Begriffe so im Text markiert, dass sie als Schlüsselwörter aufgefasst werden können.

Viel entscheidender aber ist, dass man selbst weiß, dass man dabei eine wirklich aktive Rolle spielen muss und eine ▪ aktive Lesehaltung einnehmen muss.

Dazu gehört auch, dass man bei auftretenden Schwierigkeiten, z. B. weil es einem einfach nicht recht gelingen will, Schlüsselbegriffe zu finden, nicht die Motivation und die Bereitschaft verliert weiterzuarbeiten und die Methode zur inhaltlichen Erfassung des Textes flexibel wechseln kann, ohne das Gesamtziel eines vertieften Textverständnisses preiszugeben. Dazu gibt es eine Reihe unterschiedlicher sogenannter ▪ Stützstrategien (▪ metakognitive Strategien und ▪ affektive und volitionale Strategien), die einem helfen eigenverantwortlich seinen weiteren Textarbeitsprozess weiter selbst zu steuern.

Schlüsselbegriffe und unterschiedliche Textarten

Nicht für alle und jede Textart eignen sich Schüsselbegriffe in der gleichen Art und Weise. Das gilt in gewisser Hinsicht schon für ▪ kontinuierliche und diskontinuierliche Texte.

Noch offensichtlicher ist dies jedoch, wenn man literarische und pragmatische Texte (auch: Sachtexte, Gebrauchstexte, expositorische  oder nichtfiktionale Texte)  unter diesem Blickwinkel betrachtet.

Während man bei Sachtexten, wie schon erwähnt, an der "Sprachoberfläche" (Christmann 2015, S.173) mit Überschriften, Zwischenüberschriften, Aufzählungen, expliziten Formulierungen sowie sogenannten rhetorische Relationen, die mehr oder weniger explizit mit Signalwörtern bestimmte thematische Strukturen des Textes wie z. B.  Relationen wie Problem und Problemlösung, Ursachen und Folgen oder mit Vergleichen Schüsselbegriffe markieren können, ist dies bei literarischen Texten im Allgemeinen so nicht der Fall.

Bei literarischen Texte kann man im ▪ Modus des literarischen Lesens auf derartige Strukturen der Sprachoberfläche nämlich nur selten zurückgreifen. Dementsprechend lässt sich das Schlüsselbegriffskonzept, abgesehen von der Analyse einzelner Textssegmente die auch unter einer bestimmten thematischen Perspektive analysiert werden können, wohl nur dann sinnvoll anwenden, wenn man schematheoretisch fundiert. Das heißt für den Umgang mit literarischen Texten, dass man sein Vorwissen über literarische Texte im Allgemeinen und über bestimmte literarische Gattungen und Genres in kognitiven Schemata gespeichert hat, die aber gewisse Leerstellen (Slots) lassen, die erst beim Lesen gefüllt werden. Solche Leerstellen könnten sich z. B. um bestimmte Erzählstrukturen befinden (z. B. Figuren, Raum-, Zeitgestaltung, Perspektiven), die als Schüsselbegriffe dafür sorgen, dass wir in einem linearen Leseprozess das Ganze zusammenhalten und verstehen können. Diese Arbeit mit Schlüsselbegriffen ist allerdings von vornherein wissengeleitet, d. h. ohne Kenntnis der entsprechenden Kategorien, über die wir auf unterschiedlichem Niveau verfügen können, lässt sich das Schlüsselbegriffskonzept für die inhaltliche Erfassung von literarischen Texten kaum sinnvoll nutzen.

An Leseweise und Textart angepasst vorgehen

Grundsätzlich kann man mit Schlüsselbegriffen - wie oben dargestellt - in unterschiedlichen einzelnen Lese- und Schreibweisen, aber auch im Rahmen ▪ komplexer Lesestrategien arbeiten.

Was sich in jedem Fall empfiehlt, ist Schüsselbegriffe auf der lokalen Textebene (Text-, Sprachoberfläche) zu ▪ markieren und in geeigneter Weise hervorzuheben, sie ggf. zu eigenen Schlüsselbegriffen, in die auch das eigene Vorwissen eingeflossen ist, in Randnotizen oder Randbemerkungen als analoge oder digitale ▪ Annotationen hinzuzufügen.

Wenn die Texterfassung mit Schlüsselbegriffen erfolgreich gestaltet werden konnte (▪ metakognitive Strategien), dann ist es oft ein guter Weg, diese Begriffe ▪ in Form einer Tabelle aufzulisten und mit dieser als ▪ einfache (lineare) oder ▪ strukturierende Stichwortliste an seinem weiteren Verständnis des Textes zu arbeiten.

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 31.08.2020

 
 

 
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