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Leistungsaufgaben

Leistungsraumsetting

 
DIDAKTIK
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Das Setting, in dem Leistungsaufgaben bewältigt werden, lässt sich als Leistungsraum bezeichnen. Damit ist kein Ort im konkreten Sinn gemeint, sondern die Gesamtheit der Bedingungen, unter denen die Akteure beim Bewältigen dieser Schreibaufgaben agieren und interagieren. In diesem Sinne kann man auch von einem ▪ Leistungsraumsetting sprechen, das sich von denen des Lernraums und Übungsraums unterscheidet.

Leistungsaufgaben zur Kompetenzmessung. In der Aufgabenkultur gibt es keine so lange Tradition wie bei den Leistungsaufgaben. Diese dienen der Bewertung von Lernerleistungen und geben Auskunft über den erreichten Kompetenzstand. Worauf es dabei ankommt, ist das jeweilige Schreibprodukt.

Das Setting von Lernaufgaben und Leistungsaufgaben als Schreibaufgaben

Um sich den Unterschied zwischen beiden Aufgabentypen klar zu machen, muss man sich vor Augen halten, was Lernen im Vergleich zum Beurteiltwerden bedeutet und welche Konsequenzen die Unterschiede zwischen beiden auf das didaktische Design von Schreibaufgaben und das jeweilige Setting haben.

  • Das Lernraumsetting steht ganz im Zeichen des Kompetenzerwerbs. Dabei geht es u. a. darum, Bewährtes auszuprobieren, neue Wege zu gehen, Neues zu lernen und zu verstehen. Irrwege sind zulässig, Fehler erlaubt, die im besten Fall selbst wieder Lernprozesse auslösen. Die Schreiberinnen und Schreiber erproben schon erworbene Schreibkompetenzen und dürfen, selbst auf die Gefahr des "Scheiterns" hin, eigene Wege gehen.

  • Die Schreibaufgaben können dabei auch mit unterschiedlichen Formen des kooperativen Schreibens bewältigt werden. d. h. die Bewältigung von Lernaufgaben findet entweder allein oder gemeinsam mit anderen Lernern, mit Beratern i. w. S. (z. B. auch Elternteilen) oder Lehrpersonen statt, die eine förderlichen Begleitung des Schreibprozesses anbieten und für ein angenehmes und förderliches Lernklima sorgen.

  • Ganz anders das Leistungsraumsetting, das im Zeichen der Leistungsmessung (Kompetenzmessung) und Leistungsbewertung steht. Was dabei im Einzelnen gemessen werden soll, muss allerdings klar formuliert sein und auch den Schreiberinnen und Schreibern bewusst, verständlich und klar sein.

    Oft handelt es sich dabei um ▪ schwierige oder ▪ komplexe Schreibaufgaben. Sie müssen in einem individuellen und produktorientierten Schreibprozess mit in der Regel frei gewählten ▪ Schreibstrategien in einem vorgegebenen Zeitrahmen bewältigt werden. Dabei ist das normative Textmuster vorgegeben (= textmusterorientiertes Schreiben).

    Solche umfassenden und komplexen Schreibaufgaben stellen besonders hohe Anforderungen an die jeweiligen Schreiber/-innen. Wer diese "harte(n) Anforderungen" ("Motorik, Rechtschreibung, Wortwahl, Syntax, Zweck des Textes, Textaufbau, Klarheit, Publikumsreaktionen, Rhythmus, Klang usw.") (Kruse/Ruhmann 2006, S.23) bewältigen will, muss über eine hinreichend entwickelte Schreibkompetenz bei allen Teilkompetenzen ( Zielsetzungskompetenz, inhaltliche Kompetenz, Strukturierungskompetenz, Formulierungskompetenz) verfügen.

    Die Schülerinnen und Schüler arbeiten im Leistungsraum unter Leistungsdruck und müssen neben den Anforderungen, die die Schreibaufgabe an ihre Schreibkompetenzen stellt, diesen Druck auch psychisch kontrollieren.

    Dazu kommt, dass sie beim Schreiben überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie nicht von ihren Mitschülern abschreiben. Tun sie es, wird dieses Verhalten sanktioniert.

    Die Umgebung ist gewöhnlich das Klassenzimmer oder ein Kursraum, ist aber auch oft auch ein anderer, größerer Raum, in dem die Schreiberinnen und Schreiber an Einzeltischen mit deutlichem Abstand voneinander arbeiten. Handys, Smartphones u. a. nicht zulässige Hilfsmittel müssen in der bei der Lehrkraft für die Dauer der Klausur bzw. Klassenarbeit abgegeben werden.

    Trotzdem: Auch im Leistungsraum kann versucht werden eine angenehme, förderliche Atmosphäre zu gestalten, wenn den Schreiberinnen und Schreibern z. B. gestattet ist, sich während des Schreibens mit Getränken und Essen zu versorgen oder ihre "Kuscheltiere" oder andere Glücksbringer mitbringen können.

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 28.10.2020

   
 

 
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