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Argumente entfalten

Unterschiede des mündlichen und schriftlichen Argumentierens beachten

Den Hauptteil bei der Niederschrift einer freien Problem- und Sacherörterung gestalten

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Schreibformen Schreibformen in der SchuleÜberblick Didaktische und methodische Aspekte Texte zusammenfassen Erörterndes Schreiben
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Mündliches und schriftliches Argumentieren
Überblick
Oralität (Mündlichkeit) und Literalität (Schriftlichkeit)
Kompetenzerwerb beim Argumentieren
Argumentative Grundkompetenzen und besondere Kompetenzen beim schriftlichen Argumentieren
Textordnungsmuster zur Strukturierung beim schriftlichen Argumentieren

 Textprozeduren
Überblick
Texthandlungstypen mit ihren Subhandlungsschemata (indem-Relationen)
  Überblick
Texthandlungstyp Argumentieren
Texthandlungstyp Erzählen
Texthandlungstyp Anleiten
Texthandlungstyp Berichten
Texthandlungstyp Beschreiben
Texthandlungstyp Erklären
Weitere Texthandlungstypen

Argumente entfalten und gestalten

Bei der • Niederschrift der freien Problem- und Sacherörterung müssen die zuvor gesammelten und in eine überzeugende Reihenfolge gebrachten Gesichtspunkte zu Argumentationen "umgestaltet" werden. Diese betrifft im Grunde genommen alle Teile des Aufsatzes, also gleichermaßen die Einleitung, den ▪ Hauptteil und den ▪ Schluss des Aufsatzes.

Die Gesichtspunkte müssen dazu • argumentativ so • entfaltet werden, dass sie dem Schreibziel, den Leser von den eigenen Ansicht zu überzeugen, dienlich sind. Dazu gehört auch die entfalteten Argumente sprachlich-stilistisch schreibrollen- und textmustergemäß zu gestalten bzw. zu formulieren.

Den Unterschied zwischen einer mündlichen Alltagsargumentation und ihrer schriftlichen Variante beachten

Bei der schriftlichen Gestaltung von Argumentationen im Rahmen des ▪ erörternden Schreibens ist es immer wieder wichtig, sich den ▪ Unterschied zwischen dem mündlichen Argumentieren und dem schriftlichen Argumentieren in den so genannten Alltagsargumentationen zu verdeutlichen. Beim mündlichen Argumentieren in gesellschaftlichen Alltagssituationen gelten nämlich durchaus andere "Regeln" als beim schriftlichen Argumentieren.

Letzten Endes geht es bei mündlichen argumentativen Auseinandersetzungen dabei darum, einen anderen unter Einsatz verschiedener argumentativ-rhetorischer, emotionaler und körpersprachlicher Mittel von etwas so zu ▪ überzeugen, dass er die vorgebrachten Argumente letztendlich "glaubt". Dabei ist das, was vorgebracht wird, häufig auch wenig sachlich, nur bedingt zielorientiert oder auf einen Konsens ausgerichtet, dazu vielleicht noch sehr lückenhaft, unstrukturiert und ungeordnet, oft sehr emotional, manchmal auch polemisch (vgl. Kolmer / Rob-Santer 2002, S.148).

Beim mündlichen Argumentieren können wir den jeweiligen Sprecher bei einer gleichberechtigten Face-to-face-Kommunikation jederzeit auffordern, seine vielleicht ohne jede Begründung oder mit unzureichenden Argumenten und Beispielen aufgestellten Behauptungen zu erläutern und zu präzisieren. Beim schriftlichen Argumentieren (Ausnahme: Instant Messaging), in einer so genannten "zerdehnten Kommunikation" (vgl. Ehlich 1983), bei der Sender und Hörer räumlich und zeitlich voneinander getrennt sind, ist dies nicht so ohne weiteres möglich. Daher muss manches, was man vielleicht bei einer mündlichen Argumentation so stehen lassen kann, beim schriftlichen Argumentieren, also auch bei den verschiedenen Formen des erörternden bzw. argumentierenden Schreibens in der Schule genauer ausgeführt werden.

Hinzukommt, dass im Gegensatz zur Praxis mündlicher argumentativer Auseinandersetzungen als Stilgebot gilt, dass das, was vorgebracht wird, sachlich, zielorientiert, im Idealfall auf einen Konsens ausgerichtet und strukturiert formuliert wird, und emotionale, manchmal auch polemische Färbungen des Formulierten nur dann erwünscht sind, wenn sie sich den anderen Stilvorgaben unterordnen. Dabei ist es aber gewöhnlich so, dass jeder Schreiber bzw. jede Schreiberin durch unterschiedliche stilistische Mittel signalisiert,  "ob er persönliche, individuelle Sichtweisen für kommunikativ angemessen hält oder nicht, ob ihn der Sachverhalt emotional berührt oder nicht." (Hoffmann 2017, S.302) (vgl.• Stilzüge und Ausdruckswerte)

Vom • Stiltyp her gesehen kann man den bei den • schulischen Schreibformen zum erörternden Schreiben von einer Mischung gängiger • Funktionalstile ausgehen. Diese Mischung umfasst Elemente wie die • Einfachheit aus dem • Funktionalstil der Alltagskommunikation, die Elemente des informierenden und kommentierenden Schreibens aus dem • Funktionalstil des Journalismus sowie die themenbezogene Darstellung von abstrakten Gedanken aus dem • Funktionalstil der Wissenschaft.

Diese stilistischen Überlegungen schlagen sich auch im • Konzept des erklärenden und argumentierenden Schreibens der KMK-Bildungsstandards für das Deutschabitur (BISTA-AHR-D 2012) nieder, in dem u. a. gefordert wird,

  • dass die "Schülerinnen und Schüler (...) erklärend und argumentierend über strittige oder fragliche Sachverhalte unter Bezug auf literarische oder pragmatische Texte unterschiedlicher medialer Form und auf eigenes Wissen (schreiben)"

  • dabei "informierende Textpassagen in erklärende und argumentierende Textformen (integrieren)

  • sowie "adressatenbezogen, zielorientiert und geordnet über Sachverhalte und Texte (informieren)".

Dabei müssen sie u. a.

  • "in Anlehnung an journalistische, populärwissenschaftliche oder medienspezifische Textformen eigene Texte schreiben" können und

  • "wissenschaftspropädeutische Texte, zum Beispiel Fach- oder Seminararbeiten, planen, strukturieren, verfassen und überarbeiten" können.

Normal-/Standardsprache als dominierende Stilschicht für alle Textordnungsmuster beim erörternden Schreiben

 
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Was die • sprachliche Gestaltung der verschiedenen Textordnungsmuster angeht,, die den verschiedenen • Formen des erörternden Schreibens in der Schule zugrunde liegen, gilt allgemein, dass sie standardsprachlich, d. h. in einer normalsprachlichen Stilschicht, zu verfassen sind. Die Formulierungen, die dazu verwendet werden, können dabei aber auch aber stilistisch so "eingefärbt" (• Stilfärbung) werden, dass ihre ursprüngliche lexikalischen Bedeutung textstilistisch überschrieben wird. (vgl. Hoffmann 2017, S.226f.) Dabei ist allerdings im Einzelfall zu entscheiden, ob dies auch wirklich gelingt.

Den • klassischen Formenerörternden Schreibens in der Schule wie der ▪ linearen und der ▪  dialektischen Erörterung liegt dabei im Allgemeinen ein material-systematisches und/oder ein formal-systematisches Textordnungsmuster zugrunde, während ▪ neuere Formen und ▪ freiere Formen des erörternden Schreibens die Akzente hin zu linear-entwickelnden und ▪ linear-dialogischen Textmustern verschieben.

Mündliches und schriftliches Argumentieren
Überblick
Oralität (Mündlichkeit) und Literalität (Schriftlichkeit)
Kompetenzerwerb beim Argumentieren
Argumentative Grundkompetenzen und besondere Kompetenzen beim schriftlichen Argumentieren
Textordnungsmuster zur Strukturierung beim schriftlichen Argumentieren

 Textprozeduren
Überblick
Texthandlungstypen mit ihren Subhandlungsschemata (indem-Relationen)
  Überblick
Texthandlungstyp Argumentieren
Texthandlungstyp Erzählen
Texthandlungstyp Anleiten

Texthandlungstyp Berichten
Texthandlungstyp Beschreiben

Texthandlungstyp Erklären
Weitere Texthandlungstypen

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.01.2024

     
 

 
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