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Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe

Überblick

 
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Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe (Allgemeintyp)
Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe von Sachtexten
Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe von literarischen Texten
Man kann je nach gestellter Schreibaufgabe unterschiedlich vorgehen
Für die schulische Schreibform Inhaltsangabe gilt wie bei anderen Schreibaufgaben auch, dass grundsätzlich unterschiedliche Strategien zur Bewältigung der Aufgabe zum Ziel führen können.

Wie man dabei vorgeht, welche ▪ Schreibstrategie man sich also letzten Endes entscheidet, kann jede/r selbst entscheiden.

  • Dies hängt meistens auch davon ab, wie der Text am Ende aussehen soll.

  • Darüber hinaus können Schreibaufgaben zur Inhaltsangabe natürlich auch unterschiedlich gestellt sein.

Bei den einen steht das Textprodukt, also die geschriebene Inhaltsangabe im Zentrum, bei anderen kommt es eher auf den Schreibprozess in seinen einzelnen Phasen an.

Während man Schreibaufgaben nach dem ersten Muster als produktorientiert bezeichnet, nennt man die anderen prozessorientiert.

Besonderheiten bei Sachtexten und literarischen Texten

Die wichtigsten ▪ Merkmale der Inhaltsangabe als Endprodukt treffen auf sämtliche kontinuierlichen Texte zu, die auf diese Weise zusammengefasst werden sollen.

Die  Erschließung des jeweiligen Textes (Primärtextes), die neben der Formulierung der Inhaltsangabe (Sekundärtext) eines der beiden Kernelemente der Schreibaufgabe darstellt, unterscheidet sich allerdings deutlich voneinander, wenn man Sachtexte (auch: pragmatische Texte, Gebrauchstexte, expositorische Texte, nicht-fiktionale Texte) und literarische Texte (auch: fiktionale Texte) miteinander vergleicht.

Aus diesem Grund behandeln wir die Inhaltsangabe von Sachtexten und die Inhaltsangabe von literarischen Texten auch in verschiedenen Arbeitsbereichen.

Aus pragmatischen Gründen haben wir allerdings auch den Arbeitsbereich "Arbeitschritte" bei den allgemeinen Merkmalen der Inhaltsangabe  belassen, auch wenn sich dadurch ein gewisser Widerspruch und vor allem auch eine Doppelung mancher Ausführungen ergibt. 

Produktorientiertes Vorgehen: Jede/r schreibt für sich allein

Oftmals verlangt die Schreibaufgabe einfach das Verfassen einer Inhaltsangabe zu einem bestimmten Text. Ziel des Schreibens ist dann die von Anfang bis Ende allein geschriebene Inhaltsangabe als fertiges Schreibprodukt, das den verlangten Normen des Textmusters entsprechen muss, also in ▪ Inhalt und Form so aussehen soll, wie es gemeinhin verlangt ist. Es kommt also vor allem darauf an, was am Ende herauskommt (Output-Orientierung).

Bei Schreibaufgaben, die auf dem dem produktorientierten Schreiben jede/r für sich beruhen, kann jede/r selbst entscheiden, auf welchem Weg sie/er seine Inhaltsangabe verfasst. Entscheidens ist ja nur, was am Ende "abgeliefert" wird.

Diese vorwiegend output-orientierte Variante der Textzusammenfassung zu schreiben ist häufig mit (einfachen) Schreibaufträgen wie den folgenden verbunden:

  • Geben Sie den Inhalt des Textes/der Dramenszene/der Geschichte (in eigenen Worten) wieder.

  • Verfassen Sie eine Inhaltsangabe zum Text.

Diese Schreibaufträge können auch dadurch erweitert werden. So kann eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Text verlangt sein oder ein knapper Bericht über eigene Erfahrungen im Umgang mit dem Thema. Solche komplexen Schreibaufträge sind stets mehrteilig. Sie könnten z. B. wie folgt lauten:

  1. Geben Sie den Inhalt des Textes in Form einer Inhaltsangabe wieder.

  2. Welche Erfahrungen haben sie (da-)mit ... gemacht? Berichten Sie knapp darüber.
    oder:
    Was ist Ihre Meinung zum Thema des Textes?

Wird nach der eigenen Meinung in dieser Weise gefragt, ist keine kritische Auseinandersetzung mit den Hauptthesen oder einzelnen Argumenten verlangt, die im Text auftauchen, sondern die Abgabe der eigenen generellen Ansichten zum Thema.

Meistens keine weiteren Vorgaben, welche Informationen aus dem Text wichtig sind

In der Regel bekommt man zur Inhaltsangabe keine Kriterien genannt, die einem dabei helfen zu entscheiden, was als wichtig und unwichtig angesehen werden sollte.

▪ FAQ: Woher soll ich wissen, was wichtig und was unwichtig im Text ist?

  • Solche Relevanzkriterien könnten natürlich helfen, werden aber nur selten nach dem folgenden Muster vorgegeben: Fassen Sie zusammen, was der Text über die Ursachen und Folgen des Sachverhalts X beinhaltet.

  • Selten wird mit weiteren Vorgaben auch irgendwie präzisiert, wozu und für wen - außer der beurteilenden Lehrkraft natürlich - die Informationsentnahme aus dem Text überhaupt erfolgen soll. Die Angabe eines solchen irgendwie gearteten Kommunikationsrahmens kann aber durchaus vorkommen und hilft dann dabei, die dafür notwendigen Informationen aus einem Text "herauszulesen". So bleibt Schülerinnen und Schülern oft nur die Hoffnung, dass sie das treffen, was auch die Lehrkraft für das Wesentliche des Textes hält. (vgl. ▪ lernstrategische Orientierungen beim Schreiben)

Prozessorientiertes Vorgehen: Mit Teamunterstützung schreiben

Eine andere Vorgehensweise und andere Schreibaufgaben machen das prozessorientierte Schreiben einer Inhaltsangabe aus.

Beim ▪ schrittweise kooperativen Schreiben (Interactive writing) geht es nicht mehr nur um den Output, das Schreibprodukt, das am Ende herauskommen soll.

Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit dabei besonders darauf, wie man eine Inhaltsangabe schreibt, genauer gesagt; wie man den Schreibprozess plant, organisiert und gestaltet.

Im Team zu schreiben ist dabei eine ziemlich komplexe Angelegenheit, weil sich auch die Beziehung der Mitglieder zueinander und andere gruppendynamische Faktoren auf das Arbeiten jedes einzelnen auswirken. Nur wenn alle auch wirklich bereit sind, zusammenzuarbeiten und einen Beitrag zu leisten, können sich die positiven Wirkungen kooperativen Arbeitens einstellen.

Das kooperative Schreiben einer Inhaltsangabe stellt also auch Anforderungen an die soziale Kompetenz jedes einzelnen, die bei einem individuellen Schreibprozess keine Rolle spielen. Man will damit vor allem erreichen, dass jeder einzelne Schreiber bzw. jede einzelne Schreiberin mit Hilfe der anderen Teammitglieder eine möglichst zutreffende und weiterführende Einschätzung seiner Leistungen gewinnen kann.

Wenn man das textmusterkonforme und produktorientierte Schreiben von Inhaltsangaben beim prozessorientierten Vorgehen beiseite lässt, können inhaltliche Zusammenfassungen von Texten auch ganz unterschiedlich aussehen und einem trotzdem wichtige Kenntnisse und Schreiberfahrungen für das normgerechte Schreiben von Inhaltsangaben vermitteln.

Für die Informationsentnahme aus einem Primärtext sind dann vor allem Fragen wie die folgenden wichtig:

  • Welchem (kommunikativen) Zweck soll die Textzusammenfassung dienen?

  • Welche Inhalte zur Klärung eines bestimmten Problems sind in einem Text vorhanden?

  • Wie lassen sich diese Informationen verdichten?

  • In welcher Weise soll die Textzusammenfassung gestaltet sein, damit sie ihrer Informationsfunktion gerecht werden kann?

Auf diese Weise erhalten auch inhaltliche Zusammenfassungen Raum, die nicht dem geschlossen Textmuster Inhaltsangabe als schulische Schreibform folgen müssen. Dazu gehören, je nach Funktion in einem themen- und problemorientierten Lernprozess, auch bloß lineare oder auch strukturierte Stichwortlisten, zitierte oder paraphrasierte Kernstellen und zusammenfassenden Notizen bis zu ausformulierten Texten mit Angabe von Quellen usw. (vgl. Becker-Mrotzek/Böttcher (2011, S.171, die solche inhaltliche Zusammenfassungen von expositorischen Texten (Gebrauchstexten) als Exzerpt bezeichnen)

Arbeitsschritte bei der Inhaltsangabe (Allgemeintyp)

Gert Egle. zuletzt bearbeitet am: 03.06.2020

 
 

 
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