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Aspekte der Erzähltextanalyse

Die Titelmetapher

Ilse Aichinger, Das Fenstertheater

 
FAChbereich Deutsch
Center-Map Glossar Literatur Autorinnen und Autoren... Ilse Aichinger Das Fenstertheater [ Aspekte der Erzähltextanalyse Texterfassung als ParallelkonspektInhaltliche Gliederung nach Sinnabschnitten ▪  Erzähltechnische Mittel im Überblick Sprachliche, stilistische und rhetorische Mittel Titelmetapher ◄ ▪ Motive und Motivgegensätze Interpretationsskizze FigurencharakterisierungSchritt für Schritt zur literarischen Charakteristik Inhaltsangabe ] ▪  Bausteine Links ins Internet
Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch

▪  Metapher
Rhetorische Mittel
Überblick
Auswahlliste gebräuchlicher rhetorischer Mittel
Baustein: Textpuzzle: Verdreht und ohne Titel und Schluss - Die richtige Reifenfolge wiederherstellen und den Text ergänzen
Baustein: Ideen für den Titel und den Schluss: Kreative Lösungen miteinander vergleichen

Die Wirkung der Titelmetapher für die Rezeptionslenkung berücksichtigen

Der Titel der Kurzgeschichte ▪ "Das Fenstertheater" von ▪ Ilse Aichinger stellt eine Metapher dar. Sie lenkt die Rezeption in bestimmter Art und Weise, in dem sie das Geschehen mit dem Motiv des Theaters verbindet.

Um dies für die Textarbeit produktiv zu machen, lohnt es sich den Text als Lückentext ohne Titelvorgabe zu präsentieren und die Schüler/-innen aufzufordern, der "titellosen" Geschichte einen ihrer Meinung nach passenden Titel zu geben.

Baustein: Textpuzzle: Verdreht und ohne Titel und Schluss -
Die richtige Reifenfolge wiederherstellen und den Text ergänzen

Merkmale des Theaters
  • Szenische Anordnung des Geschehens gleicht einer Guckkasten-Bühne mit verschiedenen Rängen/Logen für die Zuschauer: Fenster des alten Mannes als Bühne, Fenster der alten Frau und des Kindes als Zuschauerränge

Theaterformen

Moderne (19./20. Jh.)

 

»Guckkastenbühne

  • Bezeichnung kommt von dem »Guckkasten her, der zu den Attraktionen von Jahrmärkten zählt

  • ehemals eher spöttische Bezeichnung für eine Art von Theaterbühne, die auf die Barockbühne folgt und im 19. Jahrhundert besonders verbreitet ist

  • Bühnenarchitektur: drei Wände, nur die »Vierte Wand zum Publikum hin ist offen (so wie oft im »Marionettentheater); Elemente des Bühnenaufbaus: Rampe, Rahmen, erleuchteter Bühnen- und dunkler Zuschauerraum

  • oft auch mit Rahmenbühne (meistens ohne sichtbare Wände links und rechts) gleichgesetzt; diese besitzt einen feststehenden Rahmen als »Proszenium; dadurch im Allgemeinen vollständige Trennung von Publikum und Bühne. auch wenn sie oft noch eine Vorbühne im Zuschauerraum besitzt

  • Bühne des realistischen Illusionsdramas ("Absolutheit der dramatischen Fiktion", Pfister 1977,S.43)

  • Stärkung der Rolle des Regisseurs und dessen Interpretation des dramatischen Textes bei den Inszenierungen klassischer Dramen (=Regietheater)

  • Spiel des Mannes mit Elementen des Theaters: Verkleidung (Hut, Mantel, Schal, Turban, Leintuch), Clownereien und artistische Einlagen (Mann hängt über die Brüstung, steht auf dem Kopf), Kommunikation mit einem Publikum (zuwinken, verneigen), Pantomime.

  • Einfache, kleine Gesten

Bild des Theaters als Modell der Welt mit grotesken Zügen
Frau
  • kann die Zeichensprache des Mannes nicht verstehen

  • Beobachtungen lösen bei ihr Angst aus

  • "Unnormales" bricht in ihre streng gefügtes Wirklichkeitskonzept ein

  • scheitert mit ihrer vermeintlich klaren Wirklichkeitskonstruktion im Moment des Perspektivenwechsels (beim Blick durch das Fenster des Mannes auf Kind und eigenes Fenster), der ihr eine andere Wahrnehmungsperspektive ermöglicht

Alter Mann
  • seine Beziehung zur Wirklichkeit realisiert sich über das Spiel

  • Kontaktaufnahme ist in der Welt der Erwachsenen mit ihrer gelebten Beziehungslosigkeit nicht mehr möglich

Die Polizei
  • in einer beziehungslos gewordenen Welt wird der Polizeieinsatz völlig überdimensioniert vollzogen ("Motivierung" ihres Vorgehens: die nicht sehr klaren Erklärungen" und die aufgeregte Stimme der Frau bei ihrem Anruf

  • Gegensatz zwischen harmlosem Spiel des alten Mannes und der Polizeiaktion

Die metaphorische Weitergabe des Lachens als zentrales Bild
  • zweimal im Text verwendet (alter Mann, kleiner Junge)

  • vom Jungen "mit aller Kraft den Wachleuten ins Gesicht" geworfen

  • Das Theater, das Spiel, das Lachen als zentrales Element des Theaters befreit von den Zwängen einer grotesk daherkommenden Wirklichkeit.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.11.2019

     
 

 
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