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teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der
zerbrochne Krug"
Der •
Elfte Auftritt (•
Text)
in
▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) •
Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ kann in die nachfolgenden vier Abschnitte gegliedert
werden.
-
Das neue Beweisstück: Frau Brigittes Fund der Perücke
-
Als • Licht mit •
Frau Brigitte in der Gerichtsstube
eintrifft, lässt •
Walter den Tisch, an dem er zuvor mit •
Adam den Imbiss zu sich genommen
und den Wein getrunken hat, von den Mägden abräumen. Adam spricht währenddessen noch
einmal • Eve direkt an und kündigt
an, sie und ihre Mutter am gleichen Abend besuchen zu wollen..
-
Als •
Walter die von •
Frau Brigitte mitgebrachte Perücke
erblickt, will er wissen, wo sie diese gefunden habe und erfährt von
ihr, dass sie diese im Spalier unterhalb des Fensters zu •
Eves Kammer in •
Marthe Rulls Haus gehangen habe.
-
Walter fragt •
Adam daraufhin, ohne dass es die
anderen hören können, ob er ihm etwas anzuvertrauen habe, denn
schließlich stehe nun auch die Ehre des Gerichts auf dem Spiel. Als
dieser nicht darauf eingeht, will •
Walter von ihm wissen, ob es sich um seine Perücke handle.
-
Adam bejaht dies, erklärt aber,
dass er •
Ruprecht vor Wochenfrist darum gebeten habe, sie nach Utrecht
zum Auftoupieren mitzunehmen, was dieser aber offenkundig nicht
getan habe, weil er sich damit habe bei seinem nächtlichen Besuch
bei • Eve habe tarnen wollen.
-
Frau Brigitte widerspricht und
betont, dass sie nicht glaube, dass •
Ruprecht in der Nacht bei • Eve
gewesen sei. Auf ihrem Weg zu ihrer schwangeren Tante habe sie
nämlich beim Vorüberkommen gehört, wie •
Eve sich sehr aufgeregt und mit
klaren Botschaften gegen einen Mann zur Wehr gesetzt habe. Auf ihre
Nachfrage hin habe sie ihr erklärt, dass es •
Ruprecht sei und sie unbesorgt weitergehen könne.
-
Auf dem Rückweg sei sie, so • Frau Brigitte
weiter, um Mitternacht wieder an •
Marthe Rulls Garten vorbeigekommen. Dort sei ein kahlköpfiger
Kerl mit einem Pferdefuß an ihr vorbeigehuscht und habe eine nach
Pech und Schwefel stinkende Wolke hinter sich hergezogen, dessen
Glatze wie faules Holz den Lindengang erleuchtet habe. Als •
Ruprecht daraufhin wissen will, ob sie meine, dass es sich um
den Teufel gehandelt habe, wird dieser (womöglich aber auch •
Frau Brigitte) aufgefordert, sich
nicht einzumischen bzw. die Teufelsgeschichte weiter auszuführen.
Und auch •
Walter will von dieser Geschichte nichts wissen und lässt sich
von • Licht bestätigen, dass daran
nichts dran ist. Allerdings gibt er zu verstehen, dass er ihre
faktischen Beobachtungen (Pferdefuss, Glatze und Dampf) nicht
anzweifle.
-
Die Spuren im Schnee: Frau Brigittes Beschreibung der
sonderbaren Spuren zu Adams Haus
-
Von • Licht aufgefordert, fährt •
Frau Brigitte damit fort, dass sie
am Morgen des folgenden Tages, nachdem ihr die Krugsache zu Gehör
gekommen sei, noch einmal zu • Marthe
Rulls Garten gegangen sei, wo sie die Perücke gefunden hatte.
Dort habe sie sonderbare Spuren im Schnee gefunden, die von rechts
von einem normalen Menschen-, rechts von einem unförmig klotzigen
Pferdefuß gestammt hätten.
Walter tut dies als Geschwätz ab, muss aber hören, dass •
Frau Brigitte diese Beobachtung
vehement verteidigt.
-
Die Teufelgeschichte •
Frau Brigittes gibt •
Adam die Gelegenheit, einzuwerfen,
dass sich •
Ruprecht womöglich als Teufel verkleidet habe.
Frau Brigitte widerspricht und
betont, dass angesichts der Tatsache, dass der Teufel im Spiel ist,
es ein aussichtloses Unterfangen darstelle, einen Schuldigen für das
Zerbrechen des Krugs in dem laufenden Prozess zu finden.
-
Walter will dann von • Licht
wissen, ob er die Beobachtungen, was die sonderbaren Spuren im
Schnee anbelange, bestätigen könne. Als dieser diese im Kern
bestätigt, will •
Adam unter Hinweis auf die
mögliche Beteiligung des Teufels an dem Geschehen, den Prozess
vertagen und erst von der kirchlichen Synode in Utrecht klären
lassen, ob das Dorfgericht in einem solchen Fall zuständig ist. Doch
•
Walter weist dies zurück und auch • Licht
gibt seiner Überzeugung Ausdruck, dass sich der Fall durch den
weiteren Spurenbericht •
Frau Brigittes lösen werde.
-
So berichtet •
Frau Brigitte davon, dass sie
zusammen mit • Licht sich genauer
angesehen habe, wohin die Spuren im Schnee von •
Marthe Rulls Garten aus geführt hätten. Dabei erwähnt sie, dass
sie dabei, schon etwas weg davon, an einem Denkmal vorbeigekommen
seien, wird aber von • Licht
darauf hingewiesen, weitere Ausführungen zu diesem Detail zu
unterlassen.
-
Als •
Frau Brigitte daraufhin auf eine
entsprechende Frage •
Walters erklärt, dass die Spuren direkt zu •
Adams Haus, allerdings nicht mehr
auf der anderen Seite des Hauses fortführten, erklärt •
Adam, dieses Indiz damit, dass •
Ruprecht damit dem Gesetz als solchem etwas anhängen wolle.
-
Der Klumpfuß und die Perücke: Walters Indizienkette gegen Adam
-
Walter erinnert sich nicht mehr daran, ob der linke oder der
rechte Fuß Adams missgebildet ist und fordert •
Adam auf, ihm die Schnupftabakdose
zu bringen, was dieser jedoch dadurch vermeidet, dass er • Licht
anweist, dies zu tun. So fragt •
Walter nun in aller Öffentlichkeit, ob es in Huisum jemanden
gebe, der missgeschaffene Füße habe.
-
Als •
Walter von • Licht zur Antwort
erhält, er müsse dazu nur • Adam
fragen, zieht dieser, wie • Marthe
Rull zu ihrer Verwunderung beobachtet, seine Füße abrupt zurück
und entzieht sie damit den Blicken der anderen. Dann zeigt er seinen
missgestalteten Fuß, den •
Walter als unauffällig begutachtet, aber •
Adam zum sofortigen Abschluss des
Prozesses drängt.
-
Als •
Frau Brigitte noch einmal auf die
Perücke zurückkommt und erklärt. dass einzig die gefundene Perücke
auch bei ihr Zweifel an der Beteiligung des Teufels aufkommen
ließen, verteidigt • Adam die
Teufelsbeteiligung damit, dass niemand wisse, was dieser sich
einfallen ließe, um angesehene Honoratioren in Misskredit zu
bringen.
-
Noch einmal fordert •
Walter •
Adam auf, den Prozess zu beenden,
wenn er nicht mit Schimpf und Schande von seinem Richterstuhl
vertrieben werden wolle. Adam will
nicht glauben, dass er jetzt verdächtigt wird, die Perücke in der
Nacht zuvor am Spalier des Weinstocks eingebüßt zu haben. Doch •
Walter und • Licht
spotten als Antwort ganz offen über die verschiedenen Versionen, die
ihnen • Adam über seinen
Perückenverlust aufgetischt haben.
-
Doch • Adam wehrt sich mit
dem Hinweis, dass zu Unrecht vorverurteilt werde, solange •
Eve sich weigere, zur Sache auszusagen. Zudem droht er jedem,
der behaupte, dass die vorgelegte Perücke seine sei, vor dem
Oberlandgericht in Utrecht verklagen wolle. Als •
Licht ihm daraufhin einfach gegen
seinen Willen die Perücke aufsetzt und diese ihm genau passt,
fordert ihn • Walter ein letztes
Mal ultimativ auf, den Prozess sofort zu beenden.
-
Das Ende des Prozess: Adams Urteil gegen Ruprecht, Eves Aussage
und Adams Flucht
-
Adam folgt der Aufforderung
und spricht • Ruprecht in der
Krugsache schuldig und verurteilt ihn unter Zustimmung •
Walters wegen ungebührlichen
Verhaltens vor Gericht, ins Halseisen gelegt zu werden und zu einer
Gefängnisstrafe. Auf die lautstarken Proteste •
Ruprechts und •
Eves hin versucht •
Walter die beiden in väterlichem
Ton zu beruhigen, und nachdem • Adam
seinem Urteil über Ruprecht noch hinzufügt, dass es in dessen
Belieben gestellt sei. ob er den zerbrochnen Krug ersetze oder
nicht, beendet • Walter offiziell
den Prozess.
-
Das Urteil gegen • Ruprecht
veranlasst • Eve dazu, ihr
Schweigen zu brechen und • Adam
als denjenigen preiszugeben, der den Krug zerbrochen hat. Zugleich
fordert sie • Ruprecht auf,
handgreiflich gegen • Adam zu
werden und ihn von seinem Richterstuhl zu werfen.
-
Doch • Adam flieht rechtzeitig,
worüber vor allem • Ruprecht
wütend ist, der in seiner Wut auf den zurückgebliebenen Mantel •
Adams einschlägt.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026
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