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Diskursanalyse in der Praxis

Diskursanalyse im Deutschunterricht

Antihermeneutische ModelleDiskursanalytisches Modell

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
LiteraturAutorinnen und Autoren Literarische Gattungen Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Überblick Hermeneutische Modelle Antihermeneutische Modelle Überblick Dekonstruktivistisches Modell Diskursanalytisches Modell Überblick Alltags- und bildungssprachlicher Diskursbegriff Diskursanalytischer Textbegriff Die Medialität der Diskurse Einzelne Begriffe und Konzepte (Foucault) [ Diskursanalyse in der Praxis Überblick Arbeitsschrittemodell einer wissenschaftsorientierten Diskursanalyse Literaturwissenschaftliche Diskursanalysen Sprachwissenschaftlich-linguistische Diskursanalysen Sozialwissenschaftliche Diskursanalysen Diskursanalyse im Deutschunterricht Links ins Internet ] Fragen und Antworten (KI) Intertextualität Kontextuelles Modell Sonstige Modelle Literatur und Stil Textauswahl Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

 

Die allgemeinen Aufgaben der Diskursanalyse können im Deutschunterricht unter den didaktischen Rahmenbedingungen natürlich nicht 1:1 umgesetzt werden.

Da die wissenschaftsorientierte Diskursanalyse eben auch nicht den "Normalleser" im Blick hat, sondern "mit wenigen Ausnahmen allein die dezidiert theoriegeleitete rezipierenden, professionellen Leser, meist aus dem akademischen Umfeld" (Köppe/Winko (2008, S.104), wird die Sache für die • (schulische) Literaturdidaktik auch nicht unbedingt einfacher, wenngleich es auch für den Literaturunterricht in der Schule brauchbare Modelle postrukturaler Lektürepraxis gibt, die "quer zum hermeneutischen Einsammeln von Sinn (stehen)" (Förster 2002, S.241)

Didaktische Diskursanalysen, die in der Schule durchgeführt werden, können und müssen, das theoretische Konzept des Diskurses nur in einem sehr eingegrenzten Umfang reflektiere, und zwar nur soweit dies für die Durchführung der Operationen an ihrem "Material" • diskursiver und nichtdiskursiver Praktiken, von Gesagtem und Ungesagten, im Rahmen eines Diskurses nötig ist.

Begriffliche Voraussetzung ist die Unterscheidung der Bedeutung des • Alltagsbegriffs von dem wissenssoziologisch fundierten Begriff von Diskurs im Rahmen von Diskursanalysen. Für eine didaktische Diskursanalyse bedarf es, von der antihermeutisch ausgerichteten Art Analyse einmal abgesehen, die Schülerinnen und Schüler, die bis dahin stets auf hermeneutischem Weg zu einem Textverständnis angeleitet worden sind, fremd erscheinen mag, weder der Beschäftigung mit dem komplexen Denken Michel Foucaults noch seiner Terminologie. Arbeitsdefinitionen, die besagen, dass die Diskursanalyse weder nach der Entstehung und den Ursachen von "Dingen" und "Ereignissen" fragt und letztlich auch nicht beurteilen will, ob das, was in einer bestimmten Epoche oder in einem bestimmten Bereich "gesagt" wird und/oder gesagt werden darf, meistens nur für eine gewisse Zeit, lang als "wahr" gilt, dürften hier zunächst einmal ausreichen, um Foucaults Weg der "archäologischen" Spurensuche, Bestandsaufnahme und -beschreibung von Elementen in Gang zu bringen, die das Wissen und Verständnis über ein bestimmtes Thema im sozialen Leben der Menschen gestern oder heute zunächst einmal in Gang zu setzen. Indem der Blick am Ende darauf gerichtet wird, wie es kommt, dass sich die vermeintlichen "Wahrheiten" eines Diskurses letzten Endes verfestigen und unter Umständen aber auch wieder überwunden werden können, richtet die Aufmerksamkeit am Ende darauf, dass Diskurse eben auch eng an • "Machtstrukturen" gekoppelt sind. Der zugegeben nicht einfache Machtbegriff Foucaults dürfte die Schülerinnen und Schüler allerdings überfordern.

Bei der Beschäftigung mit Sachtexten (Gebrauchstexten, pragmatischen Texten), mit literarischen Texten und mit medialen Texten (z. B. Film, Theateraufführungen etc.) durchgeführt werden. Ferne können auch spezielle nicht-diskursive Praktiken wie z. B. Buchmessen, Zensur u. ä. untersucht werden, wobei die Diskursanalyse dann in die Analyse von bestimmten Dispositiven übergeht.

Auch andere Beispiele können hier als Prototypen für eine didaktisch reduzierte Diskursanalyse oder für die • Analyse von Dispositiven herangezogen werden.

Darüber hinaus wird das Vorgehen im didaktischen Umfeld des Deutschunterrichts, selbst wenn die Diskursanalyse als • Einzeltextanalyse durchgeführt wird, wohl eher in einem prozessorientierten, teilweise kooperativen Verfahren zu organisieren sein als in einem produktorientierten Schreiben eines Einzelnen.

 

Möglichkeiten und Grenzen der diskursanalytischen Einzeltextuntersuchung

Man kann solche Einzeltextanalysen aber durchführen, wenn danach gefragt wird,

  • welche Diskurse in einem solchen Text angesprochen bzw. thematisiert werden

  • wie diese Diskurse in einem Text zur Sprache gebracht werden

Bei der Analyse einzelner Texte können dabei, wenn man diese Fragen genauer betrachtet, nach  Köppe/Winko (2008) drei Perspektiven gewählt werden:

  • Die Untersuchung des Einzeltextes richtet sich auf die Frage, auf das Was und Wie von Diskursen, die sich in einem Text nachweisen lassen, wobei analysiert und beschrieben wird, ob der Text diese Diskurse reproduziert, ihnen etwas Neues hinzufügt oder sie auf andere Art und Weise modifiziert oder sie auf irgendeine Art und Weise subversiv unterläuft. Wenn ein literarischer Text etablierte diskursive Praktiken so aufgreift, dass diese in Frage gestellt werden können, der literarische Text im Grunde einen Gegendiskurs aufzeigt und sich an dessen Etablierung beteiligt, wird darin meistens ein Argument für die besondere Qualität des Textes gesehen.

  • Der Einzeltext wird unter dem Blickwinkel seiner materialen und diskursiven Bedingungen analysiert.

  • Der einzelne Text wird in seinen intertextuellen Bezügen untersucht und dabei seine Beziehungen zu Texten untersucht und beschrieben, die irgendeine Ähnlichkeit mit ihm haben. (vgl. Köppe/Winko 2008, Kap. 7.2.4 Methode des wissenschaftlichen Umgangs mit Literatur, Kindle Edition)

Das Muster, nach dem die diskursanalytische Analyse von Einzeltexten verlaufen, besteht gewöhnlich aus den Schritten.

  • Suche nach Daten unterschiedlicher Art, die die Materialität und die Medialität des Textes betreffen

  • Identifizierung und Beschreibung von Mustern, Bildern oder Themen in dem Einzeltext sowie nach Texten mit ähnlichen Mustern, Bildern oder Themen

  • Die Ergebnisse dieser Suche werden in Beziehung zueinander gesetzt, um einen Schluss auf begründende oder legitimierende Diskurse zu ermöglichen.

  • Im Anschluss daran können Vergleiche zwischen rekonstruiertem Diskurs und Einzeltext vorgenommen werden, z.B. unter der Frage, ob der Text einen Diskurs reproduziert, modifiziert oder ihm in irgendeiner Weise subversiv entgegegenarbeitet. (vgl. ebd.)

In keinem Fall solles bei der Diskursanalyse darum gehen, quasi über die Hintertüre "durch Einbettung in einen geeigneten Kontext »die Bedeutung« eines Textes interpretativ zu erschließen." (Köppe/Winko 2008, S.104) Stattdessen ordnet die literaturwissenschaftliche Diskursanalyse "die Inhalte literarischer Texte in thematisch verbundene Kontexte ein und bestimmt so ihre Abhängigkeit oder ihre Abgrenzung von vorhandenen Diskursen". (Baasner 2005, S.146)

Indem Texte bzw. "Textpassagen durch die Identifikation relevanter Diskurse in einen erhellenden historischen Bezug gestellt werden und Verbindungen aufgezeigt, die zwischen Figuren, Bildern oder Handlungselementen in einem oder mehreren literarischen Texten und zeitgenössischen diskursiven Einheiten bestehen" (Köppe/Winko 2008, S.104), lässt sich "z. B. die Abhängigkeit der literarischen Texte von bestimmten zeitgenössischen Diskursen belegen." (ebd.)

Pädagogisch legitimiert erscheint der diskursanalytische Umgang mit Literatur dabei allemal, wenn man einem Literarunterricht, der sich daran orientiert, die Potenz zuschreibt, auf diesem Weg Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, "die prinzipielle Relativität eigener oder fremder Sinnzuweisungen auf ihre Grundlagen hin zu durchschauen." (Förster 2002, S.245)

Dass die Diskursanalyse naturgemäß, wie bei den • hermeneutischen Verfahren eben auch, nicht den "Normalleser" im Blick hat, sondern "mit wenigen Ausnahmen allein die dezidiert theoriegeleitete rezipierenden, professionellen Leser, meist aus dem akademischen Umfeld" (Köppe/Winko (2008, S.104), macht die Sache für die • (schulische) Literaturdidaktik auch nicht unbedingt einfacher, wenngleich es auch für den Literaturunterricht in der Schule brauchbare Modelle postrukturaler Lektürepraxis gibt, die "quer zum hermeneutischen Einsammeln von Sinn (stehen)" (Förster 2002, S.241)

Diskursanalytische Beschreibung von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Sachtexten

 

Darüber hinaus wird das Vorgehen im didaktischen Umfeld der Schule, selbst wenn die Diskursanalyse als • Einzeltextanalyse durchgeführt wird, wohl eher in einem prozessorientierten, teilweise kooperativen Verfahren zu organisieren sein als in einem produktorientierten Schreiben eines Einzelnen.

Diskursanalytische Beschreibung von literarischen Texten

In keinem Fall soll es, auch im Fall einer • literaturwissenschaftlich ausgerichteten Diskursanalyse darum gehen, quasi über die Hintertüre "durch Einbettung in einen geeigneten Kontext »die Bedeutung« eines Textes interpretativ zu erschließen." (Köppe/Winko 2008, S.104) Stattdessen ordnet die literaturwissenschaftliche Diskursanalyse "die Inhalte literarischer Texte in thematisch verbundene Kontexte ein und bestimmt so ihre Abhängigkeit oder ihre Abgrenzung von vorhandenen Diskursen". (Baasner 2005, S.146)

Diskursanalytische Beschreibung von medialen Texten

Beispiele:

Analyse von Dispositiven

Dispositive ...

 

 

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 20.03.2025

    
 

 
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