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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S - U V W X Y Z

 
Tableau 
Tagebuch
 
Tagebuchroman 
tag-questions
Takt
Taktart
Taktile Kommunikation
Tatsachenbehauptung
Tautologie 
Teichoskopie
Teilresponsivität
Teilweise kooperatives Schreiben
Telling

Temporale Beziehung 
Temporalsatz
Tendenzfrage
Test 
Text 
Text, diskontinuierlicher
Text, epischer
Text, experimenteller
Text, expositorischer
Text, fiktionaler
Text, komplexer
Text, kontinuierlicher
Text, literarischer
Text, narrativer
Text, nicht-fiktionaler
Text, normativer 
Text, poetischer
Text, pragmatischer
Textanalyse
Textarbeit
Textarbeit, produktive
Textart
Textaufbau 
Textbeleg 
Textbezogener kommentierender Leserbrief
Textbezogenes Erläutern 
Textbezogenes Schreiben
Textbezug
Texterfassung
Texterörterung 
 Textexterne Faktoren
Textforum
Textfunktion 
Textgebundene Erörterung
Textgebundene literarische Erörterung
Textgebundener Leserbrief
Textgliederung

Texthaftigkeit 
Textimmanentes Erörtern
Textimmanente Interpretation
Textinhalt
Textinterpretation 
Textklasse
Textkohärenz 
Textkohäsion
Textlinguistik 
Textlöcher
Textlupe
Textmusterwissen
Textnahes Lesen
Textnotation
Textoberflächenstruktur 
Textproduktive Gestaltung 
Textrepertoire 

Textrevision
Textrevisionskompetenz

Textschema
Textsorte 

Textsortenklassifikation 
Textsortenkonzept
Textsortenverwandtschaft
Textsortenwissen
Textstrategien 
Textthema 
Textthematische Analyse 
Texttransformation
Texttransformierendes Schreiben
Texttranszendierendes Erörtern
Texttyp
Textualität
Textüberarbeitung
Textungebundene Erörterung 
Textungebundene literarische Erörterung
Textungebundener Leserbrief
Textverständlichkeit 
Textverständnis 
Textverstehen
Textwiedergabe
Textwiedergabe, strukturierte
Theater

Theatralische Produktionskompetenz
Theatralische Rezeptionskompetenz
Theatralität

Theatralitätskompetenz
Thema

Thema, literarisches
Themafrage
 
Themapredigt
Thematik 
Thematische Entfaltung 
Thematisches Sprechen
Themenentfaltung, explikative 
Themenstellung 
Theoretisches Wissen

These 
Thesenpapier
Tiefenstruktur 
Top-down-Verarbeitung
Topik
Topos
Toulmin-Modell der Argumentation
Träges Wissen
Tragödie
Traktat
Transkription
Transkriptionskopf
Transkriptionsregeln
Transkriptionssysteme
Trauerspiel
Trauerspiel, bürgerliches
Travestie 
Treatment
Triptychon
Triviales Lesen 
Trochäus
Tropen 
turn
turn-taking
Typencharakteristik 
Typenkarikatur
Typografie
typografisch
Typologie 
Typus

 
 
Tableau
1. Schaubild, das besonders am Anfang oder am Ende (Schlusstableau) bei szenisch-dramatischen Aufführungen arrangiert wird; 2. erzähltechnisches Mittel und episches Kompositionselement, das größere personenreichere Schilderungen umfasst
 
Tagebuch
1. Form des Prosaberichts mit monologischem Charakter zur Aufzeichnung von täglichen bzw. regelmäßigen Eindrücken, Erlebnissen, Erfahrungen aus dem eigenen Leben und Schaffen oder auch dem politischen, gesellschaftlichen, kulturellen oder wissenschaftlichen Zeitgeschehen; Formen: Kurznotizen als Gedächtnisstütze, Rohmaterialien für eine mögliche Autobiographie; 2. schreibdidaktisch: reflexives Schreiben auf einer privaten Ebene, das zur Entwicklung von Selbstreflexion während eines →Schreibprozesses auch in anderen Bereichen reflexiver Schreibpraxis (z.B. Arbeitsjournal, →Portfolio, →Schreibportfolio) beitragen kann - vgl. 1) Tagebuchroman, Autobiographie, Memoiren; 2) Schreibprozess, reflexives Schreiben, Arbeitsjournal, Portfolio, Lerntagebuch,
 
Tagebuchroman
Typus des Romans mit (auktorialer) Ich-Erzählsituation; Form einer Zweischichtenerzählung, bei der sich die epische Distanz zwischen zwei Zeitebenen (autobiographische Ebene und Tagebuchebene) im weiteren Verlauf der Erzählung verringert und am Ende u. U. die Schreibgegenwart des Erzählers selbst erreicht (vgl. Vogt 1990, S.74) - vgl. Memoirenroman, Ich-Erzählsituation,
     
  tag-questions
Verbale Anhängsel beim Gespräch, die u. a. die Bereitschaft zum Sprecherwechsel in einem Gespräch signalisieren; meist regional unterschiedlich - vgl. Gesprächsanalyse, Sprecherwechsel
Beispiele:
"...oder?", "...nicht wahr?", "...gell?", "nich?", "eh?"
 
     
  Takt
in der Verslehre (Metrik) Bezeichnung für die regelmäßige Zeitspanne von Hebung zu Hebung (Betonung zu Betonung); nach Andreas Heusler (1925) in der deutschen Verslehre dem ungenauen Begriff Versfuß vorzuziehen - Metrum, Taktart, Vers, Versfuß, Versmaß,
 
     
  Taktart
Bezeichnung für die in der deutschen Verslehre (Metrik) üblichen Abfolgen von Hebung zu Hebung - vgl. Anapäst, DaktylusJambusMetrum, TaktTrochäus, Vers, Versfuß, Versmaß,
 
     
  Taktile Kommunikation
auch: haptische Kommunikation; Form der nonverbalen Kommunikation durch Berührungen und Körperkontakt; von Kultur zu Kultur sehr unterschiedlich mit unterschiedlich ausgeprägten öffentlichen und privaten, tabuisierten Körperzonen - vgl. nonverbale Kommunikation
 
     
  Tatsachenbehauptung
 vgl. These
 
 
Tautologie
Wiedergabe eines Begriffes durch zwei oder mehrere andere, die die gleiche Bedeutung haben (Synonyme) - vgl. Wortfiguren, Pleonasmus
Beispiele: ganz und gar, angst und bange, Schloss und Riegel
     
  Teichoskopie
vgl. Mauerschau
 
     
  Teilresponsivität
in der Gesprächslinguistik Bezeichnung für die Art und das Ausmaß der inhaltlichen Anknüpfung an einen initiierenden Gesprächsbeitrag (initiierender Akt) des Gesprächspartners, bei der Sprecher im respondierenden Akt nur auf einen Teil des im initiierenden Akt Gesagten zurückkommt (Schwitalla (1976, S.92) -  vgl. Nonresponsivität, Nicht-Responsivität, initiierender Akt, Respondierung, Responsivität, respondierender Akt
 
     
  Teilweise kooperatives Schreiben
vgl. Schrittweises kooperatives Schreiben
 

   

Telling
Form des Erzählerberichts i.w.S. (h: Erzählerkommentar), bei der sich der Erzähler bzw. die Erzählinstanz mit Kommentaren wie verallgemeinernden Reflexionen, Bewertungen, Unterbrechungen, "allwissenden" Vor- und Rückgriffen oder Leseranrede in das erzählte Geschehen einmischt; vgl. Showing
Beispiel: Antonia, die wir schon von früher kennen, wartete in dem heruntergekommenen Restaurant auf ihren wieder einmal unzuverlässigen Freund. Sie bestellte einen Kaffee und blickte vollkommen zu Recht ungeduldig zu
 
Temporale Beziehung
konzeptionelles Deutungsmuster, mit dessen Hilfe die Wahrnehmung von verschiedenen Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten als temporale (zeitliche) Verknüpfung ermöglicht wird; Einordnung in eine Zeitachse
Beispiele: vorher, nachher, gleichzeitig,

   

Temporalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der temporale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung der Zeit (temporale adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiel: Als er das Unglück kommen sah, rannte er davon. (Konjunktionalsatzform)

   

Tendenzfrage
unter inhaltlichem Aspekt: Frage ist vom Sprecher so formuliert, dass eine erwünschte Antwort nahe gelegt wird; klar ist, welche Antwort dem Fragenden am liebsten wäre vgl. Fragearten
Beispiel: War das nicht ein Wahnsinns-Konzert? - Du gehst doch mit?
 
Test
 - vgl. Klassenarbeit, Klausur
 
Text
a) als Alttagsvorstellung etwa "längeres Schriftstück", oder etwas präziser, aber letzten Endes nicht weniger vieldeutig (polysem) eine "schriftlich festgehaltene, inhaltlich thematisch zusammenhängende Folge von Wörtern, Sätzen; Wortlaut einer Rede eines Schriftstücks" (Schulz/Basler 1981, S. 201) im alltäglichen Sprachgebrauch wird der Begriff meistens als konkretisierender Zusatz (z. B. digitaler Text, literarischer Text) oder als Teil eines Kompositums verwendet (z. B. Gesetzestext, Textbaustein, Textverarbeitung(sprogramm) oder inzwischen auch als umgangssprachlicher Ausdruck jemanden zutexten (=jemandem mit seinem Gerede auf die Nerven gehen) (vgl. Adamzik 2004, S.34), b) in der Literaturwissenschaft heute im Allgemeinen statt dem Begriff Werk verwendet, der als zu wertend betrachtet wird; c) es gibt in der Linguistik heute und wohl auch in absehbarer Zeit keine normativ verbindliche Definition des Begriffs Text; zahlreiche Textdefinitionen stehen dabei nebeneinander und sind auf bestimmte Forschungsansätze und -kontexte ausgerichtet; in der Textlinguistik können Texte aufgefasst werden a) als (schriftliche und mündliche) sprachliche Einheiten, die aus mehr als einem einzelnen Satz bestehen (können) b) als "sprachliche Organisationsform mit spezifischen Struktureigenschaften - losgelöst von der Bindung an gewisse Inhalte" (Linke u. a. 1994); darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Bestimmungsmerkmalen von Text, die je nach wissenschaftlichem Ansatz unterschiedlich ausfallen; kontrovers diskutiert werden in der Textlinguistik vor allem Aspekte wie die Kriterien minimaler Umfang und Abgeschlossenheit, produktbezogene ("objektive") oder verwenderbezogene (*subjektive") Kriterien  oder das Kriterium der Medialität, Fragen wie: Gehört auch der mündliche Sprachgebrauch zu Texten? Gehören auch grafische, bildliche Zeichen, Musik zu einem Text, wenn sie mit sprachlichem Text eine Einheit bilden? (vgl. Adamzik 2004, S.43f.) d) in der Semiotik, der allgemeinen Zeichenlehre steht Text für ein semiotisches Objekt, "das auch (oder sogar ausschließlich) nichtsprachliche Zeichen enthalten kann" (ebd., S.44)
 
Text, diskontinuierlicher
vgl. Diskontinuierlicher Text
     
  Text, epischer
vgl. Epischer Text
 
     
  Text, experimenteller
vgl. Experimenteller Text
 
     
  Text, expositorischer
vgl. Expositorischer Text
 
     
  Text, fiktionaler
vgl. Fiktionaler Text
 
     
  Text, komplexer
vgl. Komplexer Text
 
     
  Text, kontinuierlicher
vgl. Kontinuierlicher Text
 
     
  Text, literarischer
vgl. Literarischer Text
 
     
  Text, narrativer
vgl. Narrativer Text
 
     
  Text, nicht-fiktionaler
vgl. Nicht-fiktionaler Text
 
     
  Text, normativer
vgl. Normativer Text
 
     
  Text, poetischer
vgl. Poetischer Text
 
     
  Text, pragmatischer
vgl. Pragmatischer Text
 

   

Textanalyse
1. schulische Schreibform; gängige Aufsatzform der schriftlichen Reifeprüfung (Abitur); Aufgabenschwerpunkt: Analyse der sprachlich-formalen Gestaltung einer bestimmten Aussageabsicht, (rhetorische Mittel); Einzelaufgaben: inhaltlichen Erfassung eines Textes - wenn es die angelegten Strukturen erlauben, in Form einer strukturierten, ansonsten in Form einer referierenden Textwiedergabe (einfache Inhaltsangabe);  Beschreibung des Funktionszusammenhanges von Inhalt, Form, Aussageabsicht und Wirkung eines Textes. 2. auch übergeordnete Bezeichnung für den analytischen Umgang mit Texten, der die Textinterpretation mit einschließt 3. in der (Text-)Linguistik: Bezeichnung für die Untersuchung von Texten, die auf der Grundlage verschiedener Forschungsansätze analysiert werden

   

Textarbeit
1) Teil des Textverstehens; Herstellung eines zusammenhängenden (kohärenten) Textverständnisses durch den "mitdenkenden" Rezipienten, der Beziehungen zwischen den Textelementen herstellt, diese ordnet und in einer sinnvollen Weise gliedert (Linke/Nussbaumer/Portmann 1994); 2) allgemeine Bezeichnung für alle Formen des Umganges mit Texten im Unterricht - vgl. Kohäsion, Kohäsionsmittel, Kohärenz, Textoberflächenstruktur, Texttiefenstruktur, Textlöcher,

   

Textarbeit, produktive
vgl. produktive Textarbeit
 
Textart
vgl. Textsorte

   

Textaufbau
im Allgemeinen gleichbedeutend mit der äußeren Gestalt eines Textes; Elemente: Textumfang, Überschrift, Gliederung (Kapitel, Abschnitte, Absätze, Akte, Szenen, Strophen), Art der Verknüpfung (gedanklicher Aufbau), auch: Formmerkmale wie Schriftbild, Einbau von Bildern, Textdesign, Layout - vgl. Textgliederung, Textstruktur, Grobgliederung, Textaufbau
 
Textbeleg
vgl. Beleg, Belegstelle, Quellennachweis, Zitat
     
  Textbezogener kommentierender Leserbrief
Schreibform im Deutschunterricht; Kommentierung eines vorgegebenen Textes bzw. einer Textauswahl in Form eines kommentierenden Leserbriefs; Ggs. freier kommentierender Leserbrief - vgl. Leserbrief, kommentierender Leserbrief, freier kommentierender Leserbrief,
 
 
Textbezogenes Erläutern
Klarstellung komplizierter Sachverhalte, komplizierter sprachlicher Formulierungen und unzureichender sachlicher Darlegungen in einem vorliegenden Text;  Ziel: Nachweis eines vollständigen Textverständnisses, daher auch: textbezogenes Erläutern- vgl. Erläutern
     
  Textbezogenes Schreiben
 
 
      
  Textbezug
Grundbegriff bei der Arbeit mit Texten; "Faustformel": Was man sagt/schreibt, muss sich auf etwas beziehen, was im Text steht oder aber zu den Kontexten zählt, die in einem Bezug zum Text stehen (z. B historisch-sozialer oder biographischer Kontext)
 

   

Texterfassung
Vorgang der verstehenden Aneignung von Inhalt und Aufbau eines Textes so, dass Gedanken verstanden und ihr gedankliches Verhältnis zueinander ausgedrückt - ggf. mit eigenen Worten - kann -

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Texterörterung
schulische Schreibform, auch: textgebundene Erörterung,  Erörterung anhand eines Textes; gehört zu den gängigen Aufsatzformen für die schriftliche Reifeprüfung; verlangt die kritische Auseinandersetzung mit Aussagen eines Sachtextes. Voraussetzung: strukturierte Textwiedergabe, die die argumentativen Strukturen eines Textes herausarbeitet. - vgl. textgebundene Erörterung, Problemerörterung, Erörterung, Erörterungsaspekte, Erörterungsstrategie, textimmanentes Erörtern, texttranszendierendes Erörtern.
 
Textexterne Faktoren
in der Textlinguistik Faktoren wie die Textfunktion (z.B. Urteil, Gesuch), das Kommunikationsmedium, das den Text 'trägt' (z.B. Brief im Vergleich zu Telegramm oder Telefonanruf); die Kommunikationssituation, in die ein Text eingebettet ist (z.B. Öffentlichkeitscharakter, sozialer Status der Kommunikationspartner, deren Vorwissen oder Bekanntheitsgrad - vgl. Textsorte, Textsortenklassifikation
     
  Textforum
vgl. Papier-Posting
 
 
Textfunktion
1. in der Textlinguistik Bezeichnung für die jeweils dominierende kommunikative Funktion, die ein Text im Kontext sprachlichen Handelns erfüllt; bezogen auf das jeweilige Textganze ist die Textfunktion zu verstehen als "die Absicht des Emittenden, die der Rezipient erkennen s o l l" (ebd.) Die Textfunktion enthält also letzten Endes die Anweisung des Emittenden an den Rezipienten, wie bzw . "als was dieser den Text i n s g e s a m t auffassen soll." (vgl. Brinker 1997, S.95) - vgl. Textlinguistik, TextanalyseKommunikationsmodus
 
Textgliederung
auf äußere (Kapitel, Abschnitte, Absätze etc.) oder innere (inhaltliche) Merkmale zurückzuführende Einteilung eines Textes in bestimmte Textsegmente; - vgl. Grobgliederung, inhaltliche Gliederung eines Textes, Textstruktur,
 
Textgebundene Erörterung
schulische Schreibform; vgl. Texterörterung; im Gegensatz zur textungebundenen oder auch freien (Problem-)Erörterung Aufsatzform besonders der Sekundarstufe II, die von einem längeren Text ausgeht und sich mit diesem auseinandersetzt - vgl. Texterörterung, Problemerörterung, textungebundene Erörterung
     
  Textgebundene literarische Erörterung
1. schulische Schreibform; Typ der literarischen Erörterung, Ggs. zu literarischer Erörterung auf der Grundlage eines literarischen Textes (textgebundene literarische Erörterung); 2. Abiturstandard (2002ff.): Aufgabenart des erörterndes Erschließen literarischer Texte in der schriftlichen Abiturprüfung, die mit der Vorlage eines kleineren literarischen Textes verbunden ist, der auf der Grundlage untersuchenden Erschließens erörtert werden soll und dabei grundsätzlich über die Untersuchung des vorgegebenen literarischen Textes hinausführt; literarische Fragestellung auf der Grundlage vollständiger Texte, vor allem kürzerer Texte wie z.B. Gedichte, Parabeln, oder Ausschnitten aus Ganzschriften; Schwerpunkte: diskursive Auseinandersetzung mit in literarischen Texten gestalteten Sachverhalten, Problemen und Fragen wie z. B. die in den literarischen Werken dargestellten Wahrnehmungsweisen, Menschenbilder, Gesellschaftsentwürfe und Wirklichkeitsauffassungen, Fragen nach unterschiedlichen Arten der Gestaltung, aber auch werkübergreifende Fragen des literarischen und kulturellen Lebens – auch in Form eines Vergleichs mit einem anderen literarischen Werk; außerdem gattungspoetische Fragestellungen, Fragen nach der literaturgeschichtlichen Einordnung von Texten, deren Rezeption und Wertung sowie Thematisierung von Aspekten und Problemen des literarischen Lebens. (Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002),
Dabei werden die folgenden Operationen bzw. Leistungen auch für die Aufgabenart der freien Erörterung (textungebundene Erörterung) verlangt:
  • erläuternde bzw. deutende Wiedergabe der pragmatischen bzw. literarischen Textvorlage

  • argumentative Auseinandersetzung mit zentralen Thesen, Argumenten, Darstellungsformen der Textvorlage im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes

  • weiterführende Problematisierung: Aufbau und Entfaltung einer eigenständigen fachspezifischen Argumentation

  • begründete Urteilsbildung.

 - vgl. literarische Erörterung, freie literarische Erörterung (textungebunden), erörterndes Erschließen, untersuchendes ErschließenTexterörterung,

 
     
  Textgebundener Leserbrief
vgl. Textbezogener kommentierender Leserbrief
 

   

Texthaftigkeit
vgl. Textualität
 
Textimmanente Interpretation
vgl. werkimmanente Interpretation
     
  Textimmanentes Erörtern
Bezeichnung für eine Erörterungsstrategie bei der Texterörterung, die sich ausschließlich auf die im Text selbst gemachten Aussagen bezieht; Gegensatz: texttranszendierendes Erörtern  - vgl. Texterörterung, Erörterungsstrategie, texttranszendierendes Erörtern
 
     
  Textinhalt
textlinguistisch Bezeichnung für "den auf einen oder mehrere Gegenstände (d. h. Personen, Sachverhalte, Ereignisse, Handlungen, Vorstellungen usw.) bezogenen Gedankengang eines Textes." (vgl. Brinker 1997) S.56 - vgl. Inhalt
 

   

Textinterpretation
1. allgemein: Verstehen und Deuten von fiktionalen Texten 2. als schulische Schreibform häufig auch literarischer Aufsatz genannt; manchmal auch mehr oder weniger synonym für Interpretationsaufsatz oder auch Textanalyse verwendet; h: Begriff, der sich auf das Verstehen und Interpretieren literarischer, fiktionaler Texte bezieht; Textanalyse dagegen wird, neben der allgemeinen Verwendung des Begriffs im Sinne von untersuchen, als das Untersuchen und Verstehen pragmatischer Texte bzw. die Analyse von Gebrauchstexten verstanden  - vgl. Interpretation, schulische Schreibformen, literarischer Aufsatz, literarisches Rollenspiel, Textanalyse, Interpretationsaufsatz
     
  Textklasse
in der Textlinguistik nicht einheitlich verwendeter Begriff zur Kennzeichnung von Großgruppen von Textsorten, die dann als Untergruppen fungieren; da Verwendung des Begriffs allerdings nicht einheitlich, muss die jeweilige Klassifikationsstufe aus dem Kontext erschlossen werden - vgl. Textsorte, Texttyp
Beispiel:
Anleitungstext (Texttyp) - Rezept (Textklasse) - Kochrezept (Textsorte)
 
 
Textkohärenz
vgl. Kohärenz
 
Textkohäsion
vgl. Kohäsion
 
Textlinguistik
Forschungsrichtung der Linguistik (Sprachwissenschaft), die sich mit der sprachlichen Einheit »Text« (in der Regel mehr als ein einzelner Satz) befasst; Aufgabengebiete: Textsortenklassifikation, Bau und Struktur von Texten - vgl. Text, Textsorte, Textsortenklassifikation  
     
  Textlöcher
von Linke u. a. (1994, S.226) verwendete Bezeichnung für die mangelnde bzw. fehlende Signalisierung des Textzusammenhangs auf der Textoberfläche durch z. B. unzureichende Verwendung geeigneter Kohäsionsmittel; Textlöcher können aber im Allgemeinen durch den Rezipienten im Rahmen seiner Textarbeit dann ohne allzu große Mühe geschlossen werden, wenn sein Textverstehen auch die Texttiefenstrukur (Kohärenzebene) und damit die →konzeptuelle Basis des Textes erreicht; - vgl. Kohäsion, Kohäsionsmittel, Kohärenz, Textoberflächenstruktur, Texttiefenstruktur,
 
     
  Textlupe
schreibdidaktische Methode (Böttcher/Wagner 1993, S.24ff.), kriterienorientiertes Verfahren zur Textoptimierung in einem schrittweise kooperativ angelegten Schreibprozess (interactive writing); mit Hilfe eines strukturierten Kommentarbogens (=Textlupe) geben die Mitglieder der Schreibgruppe (im Allgemeinen nicht mehr als 3-5 Personen) einem Schreiber/einer Schreiberin schriftlich Rückmeldung über ihre Eindrücke und Beobachtungen beim Lesen des ihnen vorgelegten Textes und machen zugleich Vorschläge oder geben Hinweise zur Überarbeitung des Textes (Textrevision i. e.) - vgl. Textrevision, Kooperatives Schreiben
Spalten eines Kommentarbogens (vgl. Baurmann 2002/2008, S.109):
 
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  Textmusterwissen
s. Textsortenwissen - vgl. Text, Textsorte, Textsortenklassifikation, Textschema
 
     
  Textnahes Lesen
auch: statarisches Lesen, auf Roland Barthes in den siebziger Jahren zurückgehendes und von Jürgen Belgrad, Karlheinz Fingerhut und Elisabeth K. Paefgen didaktisch weiterentwickeltes Konzept zur Texterschließung und Schreibdidaktik, das als Vorform der Interpretation über die weitgehend am Inhalt orientierte Freizeitlektüre hinausgeht; verbunden mit einem weitergehenden lesedidaktischen Auftrag, der die Kompetenz sinnerfassenden Lesens verbessern soll; als mündliches Nacherzählen über die reine memorierende Textwiedergabe hinausgehende vom Interesse des Erzählers geprägte Aneignung eines Textes sowie eine klare Adressatenorientierung am jeweiligen Zuhörer; als schriftliche Nacherzählung, zwischen Textaneignung und Interpretation positioniert, Anspruch nach sprachlich-stilistischer Gestaltung - vgl. Nacherzählung, statarisches Lesen,
 
     
  Textnotation
Verfahren zur Verschriftlichung von Äußerungen im Zuge der Herstellung einer Transkription; einzelne Sprecherbeiträge werden in einzelnen Textblöcken notiert; die Abkürzung für den jeweiligen Sprecher (Sprechersigle) wird vor jeden der Textblöcke geschrieben; eignet sich besonders für Gespräche mit längeren Redebeiträgen weniger Gesprächspartner und für Untersuchungen, bei denen es nicht so sehr um die Interaktion der Beteiligten geht (vgl. Brinker/Sager 1989, S.41); Basis des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT), das Begrenzungen dieser Art freilich überschreitet - vgl. Gesprächsanalyse, Transkription, Notation, Partiturnotation
 

   

Textoberflächenstruktur
vgl. Text, Texttiefenstruktur, Kohäsion, Textlöcher
 
Textproduktive Gestaltung
Form des produktiven Umgangs mit Texten (produktive Textarbeit); Formen: Wiederherstellen und Vorwegnehmen, Transformieren - 
 
Textrepertoire
Kategorie der wirkungsästhetischen Texttheorie Wolfgang Isers; bezeichnet das für seine Darstellung im literarischen Text ausgewählte "Material", das in Bezug zu den Systemen der außertextlichen Wirklichkeitsverarbeitungen steht (z.B. Weltbilder, Sinn- oder Sozialsysteme, Konventionen und Normen einer Zeit) und in den Text »eingekapselt« ist; Anordnung der Elemente des Textrepertoires durch die Textstrategien - vgl. Leerstellen, Textstrategien, Rezeptionsästhetik 
     
  Textrevision
1. auch; Textüberarbeitung; Bezeichnung für Handlungen im Schreibprozess, die das einmal Geschriebene inhaltlich oder sprachlich, sowie im Hinblick auf den Textaufbau und die Adressatenorientierung verändern und damit überarbeiten 2. i.e.S. im Ggs. zu Prätextrevision Revisionen, die nach dem Niederschreiben des Text(entwurfs) an Text vorgenommen werden  vgl. Revisionskompetenz, Revision, Prätextrevision, Überarbeitungsstrategien,
 
     
  Textrevisionskompetenz
vgl. Revisionskompetenz
 
     
  Textschema
vgl. Textmusterwissen
 
 
Textsorte
1. in der Textlinguistik: allg. Bezeichnung für eine Gruppe von Texten, die Bündel von Eigenschaften aufweisen, die alle anderen Texte so nicht besitzen (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 19942. in der Literaturwissenschaft Bezeichnung für sämtliche Arten literarischer Texte, die nach bestimmten Texteigenschaften zusammengefasst werden (Kompatibilitätsfiguren von Textkomponenten); statt herkömmlicher Gattungszuordnung (epische, dramatische und lyrische Texte) orientiert sich der Textsortenbegriff an funktionalen oder auch sozialen Kriterien; häufig auch synonyme Verwendung der beiden Begriffe Gattung und Textsorte und Bevorzugung des Begriffs Textsorte, weil dieser in der Gattungspoetik nicht historisch-normativ vorbelastet ist (vgl. Voßkamp 1992) - vgl. Gattung, TextsortenklassifikationTextklasse, Textmusterwissen, Texttyp, Textschema,

   

Textsortenklassifikation
in der Textlinguistik: Kriterien, mit denen ein Text einer bestimmten Textsorte zugeordnet werden kann; textinterne Kriterien: lautlich-paraverbale (bzw. graphische Ebene), Wortwahl, Art und Häufigkeit von Satzbaumustern, Themenbindung und Themenverlauf, Thema, Textstrukturmuster; textexterne Kriterien: Textfunktion, Kommunikationsmedium, das den Text trägt; Kommunikationssituation, in die ein Text eingebettet ist (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994) - vgl. Textsorte
     
  Textsortenkonzept
Alltagswissen darüber, dass es nicht Text gleich Text ist, sondern dass es verschiedene Arten von Texten (Textsorten) gibt (vgl. Adamzik 2008, S.146)
 
     
  Textsortenverwandtschaft
in der Textlinguistik: Bezeichnung zur Kennzeichnung der Zuordnung von Texten über verschiedene Stufen hinweg zu zwei oder eventuell auch mehreren Großgruppen (Textklassen);- vgl. Gattung, TextsortenklassifikationTextklasse, Textmusterwissen, Texttyp, Textschema,  (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S. 253)
Beispiel:
Leserbrief als Repräsentant der Textsorte Brief oder als Repräsentant der Textsorte Zeitungstext
 
     
  Textsortenwissen
auch Textmusterwissen;
 
 
Textstrategien
(auch: Techniken) Kategorie der wirkungsästhetischen Texttheorie Wolfgang Isers; textuelle Anschlüsse und Verbindungen zwischen den im Text vorhandenen Elementen des Repertoires;  T. ordnen die Repertoireelemente an, organisieren den Text in Bezug auf Handlungsführung und gedanklicher Perspektivierung; übernehmen die Leserlenkung und steuern damit bis zu einem gewissen Grade die Vorstellungstätigkeit; im epischen Text z.B. Erzähltechnik bzw. erzähltechnische Mittel (Erzählperspektive, Figurengestaltung, Raumgestaltung) - (vgl. Zima 1995,S.25, Richter 1996, S.524) - vgl. Leerstellen, Textstrategien, Rezeptionsästhetik
 
Textstruktur
1) allg. Bezeichnung für beliebige Strukturen eines Textes 2) inhaltliche Struktur gebildet aus Sinneinheiten auf unterschiedlichen Gliederungsebenen - vgl. Grobgliederung, inhaltliche Gliederung eines Textes, Textgliederung,

   

Textthema
Kerninhalt (semantischer Informationskern) eines Textes; quasi Quintessenz des Textes, die auch bei drastischer Textkürzung (Verdichtungsoperationen wie Zusammenfassungen) nicht verloren gehen darf ; alltagssprachlich die Antwort auf die Frage: Wovon handelt der Text? - vgl. Thema, Kohärenz
 
Textthematische Analyse
Begriff aus der Textlinguistik; Bezeichnung für die Analyse der thematischen Bedingungen der Textkohärenz (Wiederaufnahmestrukturen, z.B. Thema-Rhema-Relationen, thematische Entfaltung) - vgl. Brinker 1997, S.60 - vgl. Textanalyse, Thema, thematische Entfaltung
 
Texttiefenstruktur
- vgl. Text, Textoberflächenstruktur, Kohärenz
     
  Texttransformation
schreibdidaktische Methode, bei der neue Texte auf der Grundlage von Texten hergestellt werden, die vorgegeben sind; diese können und sollen sogar in einem Prozess transformierenden Schreiben an Ideen, Vorbilder und sprachlich-stilistische Gestaltung des vorgegebenen Textes anknüpfen und diesen erweitern, reduzieren oder zu Parallel- oder Antitexten weiterverarbeiten, den Textinhalt ironisieren oder einen Textsortenwechsel vornehmen und so eine Art textuellen Neuanfang ermöglichen, der "durch Distanzierung und Annäherung" intertextuelle Bezüge für das Schreiben nutzt (vgl. Portmann 1996, S.167f.) - vgl. kreatives Schreiben, produktive Textarbeit, texttransformierendes Schreiben,
 
     
  Texttransformierendes Schreiben
vgl. Texttransformation
 
     
  Texttranszendierendes Erörtern
Bezeichnung für eine Erörterungsstrategie bei der Texterörterung, die die im Text dargestellten Sachverhalte und Probleme über die im Text dazu gemachten Aussagen hinausgehend erörtert; Gegensatz: textimmanentes Erörtern - vgl. Texterörterung, Erörterungsstrategie, textimmanentes Erörtern
 
     
  Texttyp
in der Textlinguistik uneinheitlich, aber meist als Oberbegriff zur Hierarchisierung von Texten eingesetzter Begriff, der dann Textklassen und die diesen untergeordneten Textsorten umfasst; da Verwendung des Begriffs allerdings nicht einheitlich, muss die jeweilige Klassifikationsstufe aus dem Kontext erschlossen werden - vgl. Textsorte, Textklasse - (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994, S.252f.)
Beispiel:
Anleitungstext (Texttyp) - Rezept (Textklasse) - Kochrezept (Textsorte)
 

   

Textualität
auch: Texthaftigkeit; Gesamtheit aller konstitutiven Merkmale von Texten; Differenzierung und Gewichtung der Merkmale von verschiedenen Ansätzen in der Textlinguistik abhängig; allgemeine Merkmale: Kohäsion, Kohärenz, Entfaltung eines Textthemas, Erschließung einer kommunikativen Textfunktion, relative Abgeschlossenheit und Komplexität einer Abfolge von sprachlichen Elementen - vgl. Prototypikalität,
     
  Textüberarbeitung
vgl. Textrevision
 
 
Textungebundene Erörterung
schulische Schreibform; Problemerörterung, die im Vergleich zur Texterörterung frei, d.h. nicht an eine größere Textvorlage gebunden ist, sondern von einem in einem (Aufsatz-)Thema gestellten Problem ausgeht - vgl. Problemerörterung, freie Erörterung, textgebundene Erörterung
     
  Textungebundene literarische Erörterung
(auch, allerdings kaum üblich: freie literarische Erörterung) schulische Schreibform; Typ der literarischen Erörterung, der als Aufgabenart (der Abiturprüfung) ohne direkte Textvorlage, die in den literarischen Werken dargestellten Wahrnehmungsweisen, Menschenbilder, Gesellschaftsentwürfe und Wirklichkeitsauffassungen und Fragen nach unterschiedlichen Arten der Gestaltung ebenso thematisieren kann wie werkübergreifende Fragen des literarischen und kulturellen Lebens - auch in Form eines Vergleichs mit einem anderen literarischen Werk, gattungspoetische Fragestellungen, Fragen nach der literaturgeschichtlichen Einordnung von Texten, deren Rezeption und Wertung oder Aspekte und Probleme des literarischen Lebens (vgl. Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002); soll grundsätzlich über die Untersuchung des vorgegebenen literarischen Textes hinausführen;
abei werden die folgenden Operationen bzw. Leistungen auch für die Aufgabenart der freien Erörterung (textungebundene Erörterung) verlangt:
  • ein Thema erfassen, Begriffe bestimmen und erläutern

  • selbstständig eine Gliederung entwickeln, die der Aufgabenstellung angemessen ist, und

  • den eigenen Zugriff auf das Thema deutlich werden lässt

  • sachangemessen und selbstständig einen zu bearbeitenden Aspekt aus der Literatur oder

  • dem sprachlich-kulturellen Leben unter einem thematischen Leitgedanken strukturieren

  • literaturgeschichtliche, motivliche, gesellschaftliche, philosophische Zusammenhänge und

  • Traditionen erkennen und herausstellen

  • selbstständig text- und themenadäquate Untersuchungs- bzw. Vergleichskriterien ermitteln

  • Auffassungen abwägen, voneinander abgrenzen und werten

  • strukturiert, zielgerichtet und sprachlich korrekt argumentieren

  • begründet Schlüsse ziehen und Stellung nehmen.

vgl. literarische Erörterung, textgebundene literarische Erörterung, erörterndes Erschließen, untersuchenden Erschließen freie literarische Erörterung

 
     
  Textungebundener Leserbrief
vgl. Freier kommentierender Leserbrief
 
 
Textverständlichkeit
vgl. auch Verständlichkeit; in der Kommunikations- bzw. Lesepsychologie Bezeichnung für sprachlich-stilistische, kognitiv-inhaltliche und motivationale Merkmale von Texten, die sein Verstehen erleichtern oder erschweren; Verständlichkeitsansatz (Tausch, Schulz von Thun, Groeben u. a.) akzentuiert das Interesse bei der Leserforschung auf die Textstrukturen selbst; bedeutendste Dimensionen der Verständlichkeit von Texten: sprachliche Einfachheit, kognitive Gliederung/Ordnung, Kürze/Prägnanz, motivationale Stimulanz; (vgl. Christmann/Groeben 1999, S.178f.) vgl. sprachliche Einfachheit, kognitive Gliederung, Kürze/Prägnanz, motivationale Stimulanz, Hamburger Verständlichkeitsansatz, Textverständnis, Textverstehen 

   

Textverständnis
Ergebnis der Rezeption von Texten; abhängig vom Text selbst, der Art der Rezeption und dem Rezipienten selbst; angestrebt wird meistens ein dem Text (seinem Thema, Inhalt und seiner Form) angemessenes Verstehen - vgl. RezeptionTextverstehen, Textlöcher
 
Textverstehen
1. Unter psycholinguistischer Perspektive Interaktion zwischen einem vorgegebenen Text und der Kognitionsstruktur eines Rezipienten (vgl. Christmann/Groeben 1999, S.162) 2. Allgemein: Ergebnis der Rezeption von Texten; abhängig vom Text selbst, der Art der Rezeption und dem Rezipienten selbst; Formen: unmittelbares Verstehen, analysierendes Verstehen, erweitertes Verstehen, selbstreflexives Verstehen- vgl. RezeptionTextverständnis

   

Textwiedergabe
1. Oberbegriff für alle Arten von Texten, die einen Ausgangstext (Primärtext) mit unterschiedlichen Textkondensationsstrategien auf das Wesentliche komprimieren; in diesem Sinne auf dieser Webseite→synonym mit dem Begriff Zusammenfassung verwendet  vgl. einfache Inhaltsangabe, strukturierte Textwiedergabe, Zusammenfassung,

   

Textwiedergabe, strukturierte
schulische Schreibform; Text wird nicht nur inhaltlich referierend (einfache Inhaltsangabe), sondern neben dem Inhalt müssen der Gedankengang und die argumentativen Strukturen eines Textes beschrieben werden. Häufig Teil der Texterörterung.
     
  Theater
1) im Allgemeinen der "Schau-Raum", in Zuschauer und Schauspieler zusammentreffen und der den Bühnenraum (Produktionsraum) und den Zuschauerraum umfasst; 2) besondere Kommunikationsart zwischen Zuschauern und Darstellern - vgl. Schau-Raum, Schau-Ort, Schau-Platz, Drama,
 
     
  Theatralische Produktionskompetenz
Fähigkeit, dramatische Texte unter Einsatz geeigneter theatralischer Mittel zur Gestaltung bestimmter Aussagen unter bestimmten Aspekten bzw. in bestimmten Bereichen (darstellendes Spiel, Bühnenbild, Kostüme etc.) zu inszenieren - vgl. Literarische Kompetenz, literarästhetische Produktionskompetenz,Theatralitätskompetenz, theatralische Rezeptionskompetenz, Dramaturgiekompetenz, Kompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards
 
     
  Theatralische Rezeptionskompetenz
Fähigkeit als Zuschauer eines Theaterstücks, die bei der Inszenierung eines Dramas eingesetzten →plurimedialen theatralischen Mittel über die dabei genutzten Kanäle und unter Verwendung der geeigneten →Codes adäquat zu verstehen - vgl. Literarische Kompetenz, literarästhetische Rezeptionskompetenz, Theatralitätskompetenz, theatralische Produktionskompetenz, DramaturgiekompetenzKompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards,
 
     
  Theatralität
Gesamtheit der theatralischen Zeichen, die der Inszenierung eines dramatischen Textes im "Schau-Raum" verwendet werden - vgl. Schau-Raum,
 
     
  Theatralitätskompetenz
Fähigkeit eines Zuschauers, über die spezifischen Kanäle und unter Verwendung der entsprechenden Codes theatralische Zeichen wie Mimik, Gestik, Proxemik und paraverbaler Codes die theatralischen Zeichen wahrzunehmen und zu verstehen; Einzelkompetenzen: theatralische Produktions- und theatralische Rezeptionskompetenz - vgl. Theatralität, Literarische Kompetenz, Theatralitätskompetenz, theatralische Produktionskompetenz, theatralische Rezeptionskompetenz, Dramaturgiekompetenz, Kompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards,
 

   

Thema
1. Inhaltselement, das in unterschiedlichen Dichtungen in der dargebotenen Problematik gleich bleibt, aber in der situativen Ausgestaltungen, in Handlungsabläufen, in Ort-, Zeit- und Figurengestaltung variabel ist. vgl. Motiv, Stoff, Story, Plot 
Beispiel: Die unterschiedlichsten Texte befassen sich mit dem Thema "Liebe". sind aber sonst grundverschieden.
2. In der Aufsatzlehre: Thema oder Aufsatzthema für schriftliche Schreibformen; je nach Schreibform (Aufsatzart) verschiedene Themenstellungen (z.B. mit und ohne Arbeitsanweisung) - vgl. Aufsatz, schulische Schreibformen, Themafrage, Themenstellung
3. unter texlinguistischer Perspektive bei Orientierung am Alltagsprachgebrauch Bezeichnung für den  "Kern des Textinhalts" bzw. "die größtmögliche Kurzfassung des Textinhalts" (Brinker 1985/2001, S. 56), wobei Textinhalt in diesem Zusammenhang "den auf einen oder mehrere Gegenstände (d. h. Personen, Sachverhalte, Ereignisse, Handlungen, Vorstellungen usw.) bezogenen Gedankengang eines Textes"  bezeichnet. (ebd., S.56) - vgl. Textthema, textthematische Analyse

 

Thema, literarisches
vgl. literarisches Thema
 
Themafrage
1. Das Problem, um das es bei einem Thema geht. 2. In der Aufsatzlehre: Bei der Problemerörterung: (Problem-)Fragen, die sich aus der Erschließung eines (Aufsatz-)Themas als Richtschnur für die Bearbeitung gewinnen lassen bzw. ergeben - vgl. Problemerörterung, Thema, Themenstellung
     
  Themapredigt
eine den pragmatischen Texten (Gebrauchstexten) zuzuordnende Textsorte; geistliche Form,  der Verkündigung der christlichen Lehre dient;  1. als Sermon eine in gehobener Sprache, kunstvoll arrangierte und strukturierte Rede, die sich in der Regel auf einen Bibelvers bezieht 2. in der so genannten Kunsthomilie Verbindung von  Textauslegung und Themapredigt); in etlichen Predigtsammlungen dokumentiert;- vgl. Predigt,  didaktische Gebrauchstexte, Gebrauchstexte
 

 

Thematik
1. (Platzhalter)  2. implizite Information zur Figurencharakterisierung durch  die Figuren selbst, indem sie charakteristischerweise bestimmte Inhalte bei der direkten Redewiedergabe oder der auf Innensicht beruhenden Gedankenwiedergabe bevorzugen
Beispiel: Martin Bach thematisiert immer die "bürgerliche Verklemmtheit", wenn er seine Sexualität nicht so ausleben kann, wie er es möchte.
 
Thematische Entfaltung
1. allgemein: Art, wie ein Thema ausgebreitet, entwickelt wird 2. in der Textlinguistik Grundbegriff der textthematischen Analyse; Bezeichnung für die Art der gedanklichen Ausführung eines Themas; bedingt durch kommunikative und situative Faktoren (Kommunikationsintention, - zweck, Art der Partnerbeziehung bzw. - einschätzung); Grundformen: deskriptive Themenentfaltung, explikative Themenentfaltung, argumentative Themenentfaltung - vgl. Textanalyse, textthematische Analyse, argumentative Themenentfaltung, deskriptive Themenentfaltung, explikative Themenentfaltung 
     
  Thematisches Sprechen
Im Gegensatz zum handlungsbegleitenden Sprechen jene sprechsprachlichen Äußerungen, in denen ein bestimmtes Thema sprachlich konstituiert wird - vgl. Sprechen, handlungsbegleitendes Sprechen
 
 
Themenentfaltung, explikative
vgl. explikative Themenentfaltung

   

Themenstellung
1. Allgemein: Art, wie ein Thema formuliert (gestellt) wird 2. In der Aufsatzlehre: vorgegebene Formulierung eines Ausatzthemas zur schriftlichen Bearbeitung mit oder ohne genaue Arbeitsanweisung; bei Problemerörterung: aus der Themenstellung muss die Themafrage erschlossen werden. - vgl. Aufsatzthema, Thema, Themafrage
     
  Theoretisches Wissen
Bereich des Wissens, der Faktenwissen und Anwendungswissen umfasst; Gegensatz zu praktischem Wissen (Können = Handlungswissen) - vgl. Wissen, Faktenwissen, Anwendungswissen, Handlungswissen, Können
 
 
These
auch: Behauptung; Aussage in einer Argumentation, mit der eine Behauptung aufgestellt wird. These wird durch die Argumentation begründet. - vgl. Argumentation, Tatsachenbehauptung
Beispiel
: Das Wetter ist schön (These), weil die Sonne scheint (Begründung/Argument).
     
  Thesenpapier
Textsorte bzw. Schreibform dar, die in allen möglichen Bereichen Verwendung finden kann; 1) häufig verwendet als  Oberbegriff für eine bestimmte Art von Materialien, die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhören vor, während oder nach einem Referat, Kurzvortrag oder einer Präsentation ausgehändigt werden 2) Grundtypen: informierendes Thesenpapier, kommentierendes Thesenpapier 3) äußere Form: Kopf (Verfasser/-in, Ort, Datum, Zeit(dauer) des Vortrags, Thema des Vortrags); Aussagen / Thesen: Umfang insgesamt etwa 1 bis 2 Seiten, vollständige Sätze, durchnummeriert, einheitliches Layout, das übersichtlich wirkt (Schriftgröße nicht unter 12 point, am besten 1 ½ -facher Zeilenabstand, Thesen ggf. fett) - vgl. Handout, Paper
 
 
Tiefenstruktur
- vgl. Texttiefenstruktur
     
  Top-down-Verarbeitung
auch konzeptgesteuerte Verarbeitung; Form der Wahrnehmungsanalyse, die höhere mentale Prozesse zur Identifikation und Wiedererkennung von Objekten oder Ereignissen heranzieht; Bei dieser Art von Verarbeitung kommen also unsere Erfahrungen, unser Wissen, unsere Motive und unsere kulturelleren Dispositionen ins Spiel. Ausgangspunkt der kognitiven Verarbeitung der Perzepte sind bei diesem Verarbeitungsprozess Konzepte oder Hypothesen (daher auch hypothesengesteuerte Verarbeitung genannt), mit denen wir den Perzepten Bedeutung verleihen.(vgl. Zimbardo/Gerrig 2003, S. 194).
vgl. Bottom-up-Verarbeitung
 

  

  Topos
1. heute allgemein Bezeichnung für Gemeinplatz, stereotype Redewendungen, vorgeprägte Bilder oder Motive wie z.B. Klage über die Jugend, den Sittenverfall o. ä.. oder klischeeartige Muster bei der Beschreibung von Personen (schön/hässlich), von Orten und Vorgängen (z. B. Schlachten), aber auch stereotype Formeln der Alltagskultur wie z.B. Demutsformeln, Lob-, Trost oder Gruß- und Abschiedsformeln; 2. Ursprgl. in der antiken Rhetorik Teil der der so genannten "inventio" (Erfindung) bzw. ein Hilfsmittel zur Erfindung von Beweisgründen bzw. Argumenten für die öffentliche Rede; zusammengestellt als Topoi ("Denk- und Ausdrucksschemata" (Curtius), vorgeprägte Formeln, Phrasen, Wendungen, Zitate, Motive, Bilder, Motive, bestimmte technische Strukturierungs- und Darbietungsweisen) werden die ehemals individuellen Stilschöpfungen mehr und mehr zu einem Katalog erlernbarer Formeln, die wie Versatzstücke an geeigneter Stelle zur Ausschmückung der Rede bzw. des Textes verwendet werden; die Topik, die Lehre von den Topoi, besteht im Allgemeinen in einer lehrhaften Zusammenstellung von Fragestellungen und Suchformeln, mit denen die Topoi in einer Rede aufgefunden werden können; Topoi halten bis zur Aufklärung im 18. Jahrhundert, die ihre traditionssichernde und entwicklungshemmende Funktion kritisierte, das verbindliche, an Konventionen orientierte und sozial elitäre Bildungsgut aufrecht; spätere Topoi wie der klassische Geniebegriff, der romantische Nationalbegriff oder bestimmte Topoi, die in der zeitgenössischen politischen Argumentation verwendet werden, sind stärker zeitgeschichtlich gebunden und einem schnelleren Wandel unterworfen
 
     
 

Toulmin-Modell der Argumentation
Inhaltlich-rhetorischer Ansatz der Argumentation benannt nach »Stephen Toulmin (1922-2009); seinem Anspruch nach soll sein Argumentationsmodell jede Form von Äußerungen abdecken; argumentative Struktur aus sechs Elementen bzw. sechs relationalen logisch-semantisch definierten Kategorien; eine strittige Behauptung bzw. These (von Toulmin "claim"; abgekürzt: C; Konklusion genannt) wird durch Argumente ("Datum" bzw. "Data", abgekürzt: D; Tatsachen) begründet. Damit diese (Aussagen über) Tatsachen überhaupt die Rolle von Begründungen für eine bestimmte These übernehmen können, müssen sie in ein bestimmtes logisches Verhältnis zur These gebracht werden. Dieses logische Verhältnis entsteht durch eine Regel, auf deren Grundlage eine bestimmte Schlussfolgerung gezogen bzw. eine These aufgestellt werden kann. Diese Schlussregel, nicht gleichbedeutend mit einer Schlussfolgerung, macht aus diesen Tatsachenbehauptungen ("Daten") eigentlich erst Argumente. - vgl. Argumentation, Argumentationsmodelle,

 
     
  Traktat
(lat. tractatus = Behandlung); literarische Zweckform in Prosa, die eine religiöses, moralisches oder wissenschaftliches Thema behandelt; Abhandlung zu einem Problem; manchmal auch abfällig abwertend für eine offenkundig tendenziöse Schrift - vgl. literarische Zweckform,
 
     
  »Triptychon
(gr. triptychos : dreifach, aus drei Schichten, Lagen übereinander bestehend) 1) bildliche Darstellung religiöser Motive, die aus einem mittleren Bild und zwei beweglichen, meist jeweils halb so breiten Flügeln besteht; oft zu finden als gemalter oder geschnitzter dreiteiliger »Flügelaltar (z. B. »Dresdner Marienaltar (1437)Jan van Eyck), »Johannesaltar (1455) (Rogier van der Weyden), Marienaltar (1420) (Conrad von Soest) 2) in der modernen bildenden Kunst dreigeteilte Bilder z. B. Guernica (Pablo Picasso), Who’s Afraid of Red, Yellow and Blue (Barnett Newmann) u. a. 3) als Erzählform, die quasi intermedial die Dreiteilung eines Triptychons in der Bildenden Kunst in eine narrative Strategie übersetzen will, die zu einer Art literarisch-bildlichen Mischform führt; Beispiele dafür sind u. a.: »Heiner Müllers (1929-1995) Triptychon "Leben Gundlings Friedrich von Preußen Lessings Schlaf Traum Schrei" (Uraufführung 1979 in Frankfurt a. M.) oder »Gabriele Petriceks Novellenband "»Von den Himmeln, Triptychon" (2009)
 
 

 

 
Triviales Lesen
Form des selektiven Lesens; "Zusammenspiel von Lesererwartung und Textdisposition" (Hoppe 1973), das so weit reicht, dass es zu einer "Übereinstimmung zwischen den Leseerwartungen der Käufer und dem Leseerlebnis, das der Text ermöglicht" (Hoppe 1973, S.18) kommt. Diese Übereinstimmung nennt man im Anschluss an Henk Prakke "Adäquanz" (vgl. Hussong 1973, S.50f. - vgl. didaktisches Lesen, emotionales Lesen, Lesen 
     
  Träges Wissen
(inert knowledge) Wissen, das ohne konkreten Anwendungszusammenhang gespeichert ist; in abstrakten Bezügen angeeignetes Wissen; es verbleibt als gewissermaßen "träge" im Kopf - vgl. Wissen, Fachwissen, aktives Wissen 
 
     
  Tragödie
vgl. Drama, dramatische Gattung, Trauerspiel, bürgerliches Trauerspiel,
 
     
  Transkription
schriftliche Fassung (Notation) mündlicher Kommunikation, meist auf der Grundlage von Tonband- oder anderen Aufzeichnungen; ist je nach Untersuchungszweck mehr oder weniger umfassend sein - vgl. Gesprächsanalyse, Transkriptionssystem
 
     
  Transkriptionskopf
bei der Transkription der eigentlichen Verschriftlichung lautsprachlicher Äußerungen vorangehender Teil, der die wichtigsten Angaben über das Gespräch und seine Aufzeichnung festhält: im Standardtranskript des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT) zählen dazu: Herkunft, Zugehörigkeit zu einem bestimmten Projekt, Aufnahmenummer oder Kennwort/Name des Gesprächs; Aufnahmetag und - ort der Aufnahme; Dauer der gesamten Aufnahme; Name der/des Aufnehmenden; Name der/des Transkribierenden; kurze Beschreibung der Situation (Interview, informelles Gespräch, Telefongespräch, Radio-Anrufsendung etc.) kurze Beschreibung der Teilnehmerrollen, (informelles Gespräch mit gleichberechtigten Teilnehmern, Ärztin und Patient, Lehrer und Schülerin etc.) kurze Charakterisierung der Sprechenden unter Angabe ihrer Decknamen (Geschlecht, geschätztes Alter, Beruf; oder auch: Herkunft, Dialektalisierungsgrad, u. U. Hinweis auf durchgängige Kennzeichen wie eine besonders schnelle Sprechgeschwindigkeit, eine extrem hohe Stimme etc.) kurze Beschreibung des Gesprächsverlaufs (in Form einer Art Inhaltsangabe, ggf. mit Verweis auf für die Analyse interessante Phänomene);  ggf. Hinweis auf Bearbeitungsstand der Transkription. - vgl. Gesprächsanalyse, Transkription, Gesprächstranskript, GAT,
 
     
  Transkriptionsregeln
vgl. Transkriptionssystem
 
     
  Transkriptionssystem
Notationsregeln für die schriftliche Fassung (Transkription) mündlicher Kommunikation; je nach Ziel und Zweck der Gesprächsanalyse einfache komplexe Transkriptionssystem/-regeln; Wichtige Daten, die in der mündlichen Kommunikation berücksichtigt werden können, sind u. a.: Lautgestalt (Hochsprache, Andeutung des Dialekts oder exakte Lautschrift); Anschlüsse (z. B. Simultansequenzen bei Unterbrechungen, Überlappungen zwischen Äußerungen zweier oder mehrerer Sprecher); Redepausen und u. U. auch deren (ungefähr oder exakt ermittelte) Dauer; Lautstärke (besonders leise oder besonders laut gesprochene Teile); Betonung; Intonation (Heben oder Senken der Stimme); Dehnungen; Wortabbrüche (begonnene, aber nicht vollständig ausgesprochene Worte); Weitere Daten: unverständliche oder nicht genau verstandene Äußerungen; paraverbale Äußerungen wie Lachen, Hüsteln, Seufzen usw.; dazu können noch weitere hör- oder sehbare nicht persongebundene Ereignisse und Dinge kommen, die für ein Verstehen der Äußerungen oder des Transkripts von Bedeutung sein können ( z. B. externe Geräusche, besondere visuelle Reize) - vgl. Gesprächsanalyse, Transkription,
 
     
  Trauerspiel
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. Tragödie, bürgerliches Trauerspiel,
 
     
  Trauerspiel, bürgerliches
vgl. Bürgerliches Trauerspiel
 
 
Travestie
literarische Gattung mit komisch-satirischer Funktion; ähnlich wie die Parodie Verspottung eines schon vorhandenen "ernst gemeinten", den Adressaten der Travestie im Allgemeinen als bekannt vorausgesetzten Werkes eines anderen;  aber im Gegensatz zur Parodie Beibehaltung des Inhalts oder Stoffes, der dann in einer anderen, gänzlich unpassenden Gestalt (z.B. Veränderung der Stillage) bzw. Gattung wiedergegeben wird - vgl. Parodie
     
  Treatment
Schreibform bei der Filmproduktion (Preproduction); →Treatment
 

 

Tropen
Singular. Tropus; Ausdruck, der nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinn gebraucht als eine Abweichung von der Standardbedeutung eines Wortes gebraucht wird (Kolmer/Rob-Santer, 2002,  S.125); Tropen: Sammlung von die Rede schmückenden Bedeutungsveränderungen, z. B. Metapher, rhetorische Figuren; im Gegensatz dazu vgl. Stilfiguren
     
  Trochäus
(gr. trechein = laufen) auch: Faller, Läufer oder Wälzer; antiker Versfuß; in antiker Metrik Abfolge einer langen und einer kurzen Silbe (/ ˇ ); in der deutschen Dichtung mit ihrem akzentuierenden Versprinzip die Abfolge einer betonten und einer unbetonten Silbe (x'x, bzw. -v); - vgl.  Anapäst, Daktylus, JambusMetrum, Takt, Taktart, Vers, Versfuß, Versmaß,
Beispiele: Rose, Sonne, Liebe, sicher, bitter, Leben
Conrad Ferdinand Meyer: Abendrot im Walde:
In den Wald bin ich geflüchtet,
Ein zu Tode gehetztes Wild,
Da die letzte Glut der Sonne
Längs der glatten Bäume quillt.
Keuchend lieg ich. Mir zu Seiten
Blutet, siehe, Moos und Stein -
Strömt das Blut aus meinen Wunden -
Oder ist's der Abendschein?
 
     
  turn
englische Bezeichnung für den Gesprächsbeitrag in einem Gespräch - vgl. Gesprächsbeitrag, Gesprächsanalyse
 
     
  turn-taking
englische Bezeichnung für Sprecherwechsel in einem Gespräch - vgl. Gesprächsbeitrag, Gesprächsanalyse, Sprecherwechsel, turn
 
 
Typencharakteristik
Form der (literarischen) Charakteristik; Betrachtung eines Typus menschlichen Verhaltens als Person oder literarische Figur - vgl. Charakteristik, literarische Charakteristik, Einzelcharakteristik, Gruppencharakteristik, vergleichende Charakteristik 
Beispiel: "Die Offiziere in Bölls Roman 'Wo warst du, Adam?"
     
  Typenkarikatur
Form der (politischen) Karikatur, die stereotype Merkmale einer bestimmten Personengruppe bzw. bestimmte Attribute derselben überzeichnet und damit verfremdet; verfolgt sie eine satirische Wirkungsabsicht, zielt sie auf die hinter diesen Typen liegenden allgemein-gesellschaftlichen Zustände - vgl. Karikatur, politische Karikatur
 
     
  Typografie
Lehre von der Schriftkunst bzw. Schriftgestaltung; künstlerische Gestaltung eines Druckwerks mittels Schrift, Bild, Linien, Fläche und Papier: (vgl. Köhler 2002, S. 348); Elemente der Typografie: makrotypografische Elemente wie die Seitengestaltung mit Seitenformat (DIN-Formate, Hoch- oder Querformat), Papierformat (Seitengröße), Satzspiegel (Seitenaufteilung durch Seitenränder, Spalten etc.), Farben, Schmuckelemente, Grafiken und Fotos ebenso wie die mikrotypopgrafischen Elemente Textgestaltung mit Schriftgestaltung und ihren spezifischen Zeichenattributen (z. B. Schriftart, Schriftcharakter, Schriftgröße, Zeilenabstand und -länge) - vgl. typografisch, Layout
 
     
  typografisch
die Typografie betreffend;
 

   

Typologie
Lehre vom Typischen (Typus: Phänotypus, Idealtypus); - von exemplarischen Mustervorstellungen von Personen und Sachen, die sich aus einer Anzahl von konstanten und das Wesen der Erscheinung prägenden Merkmalen zusammengesetzt sind - vgl. Typus
 
Typus
1) allgemein: Grund- oder Urform von Erscheinungen, die mitunter "verwandt" sind; exemplarische Mustervorstellungen von Personen und Sachen, die sich aus einer Anzahl von konstanten und das Wesen der Erscheinung prägenden Merkmalen zusammengesetzt sind 2) in der Literatur: Figuren ohne jede individuelle Prägung; exemplarische Beispiele für bestimmte Stände, soziale Schichten, formelle oder informelle Gruppen mit bestimmten Eigenarten; Ggs. Charakter und Figur als Individuum im engeren Sinne - vgl. Typologie, Idealtypus
     

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