G
 

Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

 

 l_g.jpg (865 Byte) 

Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F - H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
Gänsefüßchen 
GAT
Gattung 
Gattung, literarische 
Geben Sie (den Inhalt) wieder...
Gebrauchsanleitung 
Gebrauchsanweisung 
Gebrauchstext
Gebrauchstexte, didaktische
Gebrauchtstexte, private
Gebrauchstexte, publizistische
Gebrauchstexte, wissenschaftliche
Gebrauchstexte, wissenschaftliche
Gebundene Rede 
Gebundener Aufsatz
Gedächtnisbild
Gedächtnisprotokoll 
Gedankenbericht
Gedankengang 
Gedankenfiguren
Gedanklicher Aufbau 
Gefühlsinhalte (Epik) 
Gegenfrage
Gegenstand
Gegenstandsbeschreibung
Gegentext 
Gehalt, propositionaler
Gelegenheitsdichtung
Gelegenheitsgedicht
Geltungsansprüche
Gemeinsames kooperatives Schreiben
Gemination
Generisches Wissen
Genetischer Fehlschluss 
Geschäftsbrief
Geschehen
Geschichte
Geschlossene Fragen 
Geschlossenes Drama 
Gespräch
Gespräch, arrangiertes
Gespräch, fiktionales
Gespräch, fiktives
Gespräch, inszeniertes
Gespräch, natürliches

Gespräch, spontanes
Gesprächsanalyse

Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem
Gesprächsbeitrag
Gesprächsbereich
Gesprächsfunktion
Gesprächskohärenz
Gesprächslinguistik
Gesprächsschritt
Gesprächssequenz
Gesprächsstruktur
Gesprochene Rede 
Gestalten, multimediales
Gestaltende Interpretation
Gestaltendes Erschließen
Gestaltendes Erschließen literarischer Texte
Gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte
Gestaltung, textproduktive
Geste
Geste, beiläufige
Geste, primäre
Geste, sekundäre
Gestus
Gestus, gesellschaftlicher
Gleichnis 
Gliederung, inhaltliche
Gliederung, kognitive 
Gliedsatz

Gliedteilsatz
Glosse 
Grammatik
 
Grammatische Figuren 
Grobgliederung
Group writing
Grundlagenwissen
Grundwissen
Gruppencharakteristik
Gruppenjargon

 
 
Gänsefüßchen
umgangsspr. für Anführungszeichen
     
  GAT
Abkürzung für Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem
 
 
Gattung
vgl. Gattung, literarische - Literaturgattungen - Textsorte 
 
Gattung, literarische
herkömmliche Klassifikation literarischer Texte in die Gattungstrias Epik, Dramatik, Lyrik; Sammelbezeichnung für literarische Formen und Gruppen, die bestimmte Merkmale aufweisen - vgl. Textsorte, Literaturgattung 
     
  Geben Sie (den Inhalt) wieder ...
Inhalte bzw. einzelne Textgehalte (Kernaussagen/Handlungsschritte) in eigenen Worten, ohne eigene Wertungen und fachsprachlich richtig referieren; Inhalte bzw. einzelne Textgehalte unter Berücksichtigung von Sinnabschnitten wiedergeben
 
     
  Gebrauchstext
ähnlich auch: Sachtext, pragmatischer Text; Im Ggs. zum fiktionalen (literarischen, poetischen) Text; Text, der einen nachvollziehbaren und überprüfbaren Bezug zur außersprachlichen Realität besitzt; dient der Sache oder dem Sachverhalt, von dem er handelt und ist auf einen bestimmten Adressatenkreis ausgerichtet; zum Teil fließende Übergänge zu literarischen Texten (z. B. literarische Gebrauchsformen wie Autobiographie, Biographie, Brief, Essay, Feuilleton, Glosse, Leitartikel, Reportage, auch u. U. Tagebuch) ;
 
     
  Gebrauchstexte, didaktische
vgl. Didaktische Gebrauchstexte
 
     
  Gebrauchstexte, private
vgl. Private Gebrauchstexte
 
     
  Gebrauchstexte, publizistische
vgl. Publizistische Gebrauchstexte
 
     
  Gebrauchstexte, wissenschaftliche
vgl. Wissenschaftliche Gebrauchstexte
 
 
Gebrauchsanleitung
vgl. Gebrauchsanweisung

   

Gebrauchsanweisung
auch: Gebrauchsanleitung, Bedienungsanleitung; Form der (in der Regel schriftlichen) Vorgangsbeschreibung;  nicht immer eindeutig abzugrenzen von den Begriffen Betriebsanweisung/Betriebsanleitung; oft Erklärung des einen Begriffs durch den anderen; im Allgemeinen: Betriebsanweisung für größere Maschinen, Apparate, Autos u. ä.; Gebrauchsanweisung für "handlichere" Objekte wie Haushaltsgegenstände; vgl. Engel 1996, S.135; - vgl. Vorgangsbeschreibung
 
Gebundene Rede
im Ggs. zur Prosa Rede, die sich durch bewusste Eingriffe und Veränderungen vom natürlichen (= ungebundenen) Sprachfluss unterscheidet; Mittel: metrische und rhythmische Gestaltungen - vgl. Prosa
     
  Gebundener Aufsatz
in der traditionellen Aufsatzlehre Bezeichnung für einen seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlichen Typ des Schulaufsatzes, der in der abwandelnden Nachahmung vorbildlicher Mustertexte bestand; nachgeahmt werden sollten Thema, Stoff, Gliederung, Entfaltung des Themas, Gedankengang, Satzbau sowie Wortwahl, die gesamte stilistische Gestaltung und auch der Umfang der Textvorlage; außer der Förderung einer logisch-grammatischen Gedankenführung stand die schreibende Wiedergabe (und) Aneignung von deklarativem, trägem Wissen im Vordergrund, das der moralischen Bildung dienen sollte. - vgl. Aufsatzlehre, freier Aufsatz, funktionaler Aufsatz, sprachgestaltender Aufsatz
 
     
  Gedächtnisbild
Bezeichnung für ein inneres Bild (Vorstellungsbild),  das ohne die Präsenz eines sinnlich wahrnehmbaren Gegenstandes oder einer Abbildung eines Gegenstandes in einem Subjekt entsteht; quasi gespeicherte Wahrnehmungsbilder (vgl. Kroeber-Riel/Weinberg 1999, S.343 ) - vgl. inneres Bild, Wahrnehmungsbild, Imagery
 
 
Gedächtnisprotokoll
Form des Protokolls; im Nachhinein (in der Regel unmittelbar nach), meist ohne Grundlage einer Mitschrift abgefasster schriftlicher Bericht über den Verlauf und/oder die Ergebnisse eines Gesprächs (Diskussion, Sitzung, Besprechung, Unterrichtsstunde, Veranstaltung); Funktion: Erinnerungsstütze in Form einer persönlichen Aufzeichnung, ohne standardisierte äußere Form; - vgl. Protokoll, Verlaufsprotokoll, Ergebnisprotokoll 
 
Gedankenbericht
Form des Erzählerberichtes i. w. S.; auch: psycho-narration (Cohn 1978) Wiedergabe unausgesprochener Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle einer Figur; - vgl. Erzählerbericht, Redebericht, psycho-narration, stumme Rede
 
Gedankengang
Bezeichnung für den gedanklichen Aufbau eines Textes oder einer Äußerung; Abfolge von Sinneinheiten (Gedanken); in Sachtexten die Art der thematischen Entfaltung, darunter auch die auch argumentative Struktur des Textes - vgl. thematische Entfaltung,
 
Gedankenfiguren
vgl. Sinnfiguren
 
Gedanklicher Aufbau
Bezeichnung für die Abfolge und Verknüpfung von Gedanken in Texten und bei der Argumentation; Typen: reihend - entfaltend - kontrastierend - assoziativ - sprunghaft - gegliedert - geradlinig - rückgreifend

  pfote_bl.gif (897 Byte)

Gefühlsinhalte (im epischen Text)
explizite Erzählerinformation zur Figurencharakterisierung in Form einer pauschalen Wiedergabe von Gefühlen, Eindrücken und Wahrnehmungen einer Figur; keine Wiedergabe von Gedanken der Figur.
Beispiel: Antonia war sauer. Dennoch hörte sie sich bis zu Ende an, was ihr Freund ihr eröffnete.
 
Gegenfrage
den Partner festlegender Sprechakt: Reaktion auf gestellte Fragen; Sprecher wiederholt eine vorausgegangene Frage seines Partners;   Antwort darauf soll ihm bestätigen, dass er die vorausgegangene Frage richtig verstanden hat. Gegenfragen sind also nur als  möglich. Einzige Form: wiedergegebene Frage. - vgl. Fragearten, Kontrollierter Dialog
     
  Gegenstand
"Formwort" ; dasjenige, dem ein Prädikator oder ein Eigenname zugeordnet wird (Vgl. Seiffert 1969a, S.51, 58) - vgl. Prädikation, Prädikator, Sachverhalt 
 

  pfote_bl.gif (897 Byte)

Gegenstandsbeschreibung
(schulische) Schreibform: Darstellung der äußeren Merkmale einer Sache oder eines Gegenstandes; Auswahl und Anordnung der einzelnen Teile nicht bloß reihende Aufzählung, sondern Kriterien dafür: räumliche Anordnung der einzelnen Teile und/oder Funktionalität der einzelnen Teile - vgl. Beschreibung, Vorgangsbeschreibung
 
Gegentext
Begriff aus der Literaturdidaktik und -methodik; Bezeichnung für einen Text, der als textproduktive Gestaltung einen vorgegebenen Text so transformiert, dass ein inhaltlich-thematischer Gegensatz entsteht - vgl. textproduktive Gestaltung, produktive Textarbeit 
 
Gehalt, propositionaler
vgl. propositionaler Gehalt
     
  Gelegenheitsdichtung
vgl. Gelegenheitsgedicht
 
     
  Gelegenheitsgedicht
lyrisches Werk, das zu einem bestimmten öffentlichen oder privaten Anlass (oft als Auftragsdichtung) verfasst wird; während ein Gelegenheitsgedicht heute eher zur Zweck- und Gebrauchsliteratur ohne größeren künstlerischen Anspruch gezählt wird, sieht man in der Renaissance und im Barock darin "hohe" Dichtungskunst, die in ihren Formen das kurze Epigramm, ebenso wie das Sonett oder die Ode kennt; Wandel des Dichtungsbegriffs im 18, Jahrhundert und das davon geprägte neue Selbstverständnis des Dichters, sowie die Emanzipation der bürgerlichen Gesellschaft führen zu einer Abwertung und davon bedingt zu einem Rückgang der Gelegenheitsdichtung im Allgemeinen.
 
     
  Geltungsansprüche
in der Argumentationslehre Bezeichnung für Ansprüche, die in Äußerungen über strittige Erfahrungsgegenstände erhoben werden, um zu zeigen, dass die gemachten Äußerungen "keine bloß subjektiven Gewissheitserlebnisse wiedergeben (mithin auch Selbsttäuschungen darstellen können), sondern subjektiv-übergreifend verbindlich sind" ; wenn Geltungsansprüche eingelöst werden können, wird ihre →Gültigkeit bestätigt (vgl. Kopperschmidt 1989, S.16) - vgl.  Argumentation, argumentative Themenentfaltung, strittig, Gültigkeit,
 
     
  Gemeinsames kooperatives Schreiben
Von Becker-Mrotzeck/Böttcher (2006/2011, S.42) in Übersetzung des englischen Terminus Group writing verwendete Bezeichnung für eine besonders schulrelevante Form des kooperativen Schreibens; Schreibprozess wird von mehreren Schreibern in allen Einzelschritten gemeinsam durchlaufen; im Allgemeinen greifen die jeweiligen Planungs-, Formulierungs- und Überarbeitungsaktivitäten der gemeinsam Schreibenden permanent ineinander - vgl. kooperatives Schreiben, schrittweises kooperatives Schreiben
 
 
Gemination
auch: Doppelung; Verdoppelung; unmittelbare Wiederholung eines Satzteiles (Wort oder Wortgruppe) - vgl. Wortfiguren
Beispiele: "Vorwärts, vorwärts, zum Angriff!" - "Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!" (Goethe, Erlkönig) - "Röslein, Röslein, Röslein rot"
     
  Generisches Wissen
Begriff aus der Kognitionspsychologie; Bezeichnung für Wissen, aus dem neues Wissen entsteht, z.B. prozedurales Wissen (vgl. Jarz 1997, S.73) - vgl. Wissen, prozedurales Wissen 
 
     
  Genetischer Fehlschluss
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für eine Form des unkorrekten Schließens; Einzelheiten des Entdeckungszusammenhangs gehen dabei unangemessen in den Begründungszusammenhang ein;  - vgl. Fehlschluss, Entdeckungszusammenhang, Begründungszusammenhang
Beispiele: Sie als Frau sollten das doch besser wissen ... – Mit Ihrer Vorgeschichte würde ich hier den Mund nicht so voll nehmen... etc.)
 
 
Geschäftsbrief
Form des Briefes; offizielle schriftliche Mitteilung an Behörde, Arbeitgeber, Firma usw.; in äußerer Form und innerem Aufbau weitgehend durch Konvention bestimmt; von der Funktion des Geschäftsbriefes abhängig (z.B. Formular); kaum Spielraum für individuelle Gestaltung; Aufbauelemente: Briefkopf, Adressat und Anschrift, Betreff, Bezug, Anlage - vgl. Brief, Privatbrief
     
  Geschehen
zeitliche Abfolge eines Tuns bzw. Verhaltens und/oder von Ereignissen mit einer räumlichen Dimension, bei denen die menschlichen oder vermenschlichten Subjekte unfähig sind, eine Wahl zu treffen, oder aber ihnen, von den alles dominierenden Umständen bestimmt, keine Möglichkeit zur Wahl eines bestimmten Tuns bzw. Verhaltens (Handlung) bleibt - vgl. Handlung
 
     
  Geschichte
1.) Werdegang bzw. Entwicklungsprozess eines bestimmten geographischen, sozialen, kulturellen Bereichs in politischer, kultureller und/oder gesellschaftlicher Hinsicht 2) mündlich oder schriftlich vorgebrachte Schilderung eines realen oder bloß vorgestellten Geschehens, Ereignisses, dessen Elemente in einen zeitlichen bzw. logischen Zusammenhang gebracht worden sind; auch: Erzählung 3.) (unangenehme) Sache oder Angelegenheit; 4.) in epischen und dramatischen Texten makrostrukturelles Merkmal, das drei Elemente erfordert: ein oder mehrere menschliche oder vermenschlichte (anthropomorphisierter) Subjekte, eine gewisse zeitliche Erstreckung (temporale Dimension) und eine gewisse Raumausdehnung (spatiale Diemension); dabei kann eine Geschichte aus Handlungen, Handlungssequenzen oder auch aus Geschehen dominiert werden - vgl. story, Handlung, Geschehen
 
 
Geschlossene Fragen
a) inhaltlich: Frage, die dem Gefragten nur die Möglichkeit lassen sich mit Ja oder Nein oder für eine vorgegebene Alternative zu entscheiden b) bei Fragebögen einer Meinungsumfrage Fragen, die zugleich alle möglichen Antwort-Alternativen vorgeben, die in der Regel durch Ankreuzen beantwortet werden können - vgl. Fragearten, offene Frage
Beispiele:
a) Tanzt du mit mir? - Gehst du  zu Marcel oder Martin? b) Verbringen Sie ihre Freizeit am liebsten mit:  Sport - Fernsehen - Computerspielen - Lesen - Basteln - Nichtstun ...
 
Geschlossenes Drama
idealtypische Form des Dramas nach Volker Klotz (1969); (dramaturgisches) Kompositionsprinzip des plots eines Dramas (tektonisches Prinzip); meistens Zieldramen;  Merkmale: Einheit von Ort, Zeit und Handlung; Einsträngigkeit einer eindeutigen Haupthandlung; Beschränkung auf knappe Zeitspanne; Linearität, kausale Verknüpfung und Folgerichtigkeit der Handlungsführung; Unselbständigkeit der Teile; Beschränkung auf wenige Figuren; einheitliche Sprache: hohes Stilniveau, Versform; ausgewogene Komposition (z.B. pyramidaler Aufbau, Symmetrie); Gegensatz: offenes Drama, aber auch Mischtypen möglich - vgl. Drama, offenes Drama, Tektonik, pyramidaler Aufbau
     
  Gespräch
1. in der Gesprächsanalyse/Gesprächslinguistik: a) Bezeichnung für "jede sprechsprachliche, dialogische und thematisch zentrierte Interaktion" (Henne/Rehbock 1995, S.261) b) Bezeichnung für "eine begrenzte Folge von sprachlichen Äußerungen, die dialogisch ausgerichtet ist und eine thematische Orientierung aufweist." (Brinker/Sager 1989, S.11) ; Klassifikation der Formen uneinheitlich- vgl. Gesprächsanalyse, Gesprächsbeitrag natürliches Gespräch, arrangiertes Gespräch, spontanes Gespräch, fiktives Gespräch, inszeniertes Gespräch, fiktionales Gespräch
 
     
  Gespräch, arrangiertes
vgl. arrangiertes Gespräch
 
     
  Gespräch, fiktionales
vgl. fiktionales Gespräch
 
     
  Gespräch, fiktives
vgl. fiktives Gespräch
 
     
  Gespräch, inszeniertes
vgl. inszeniertes Gespräch
 
     
  Gespräch, natürliches
vgl. natürliches Gespräch
 
     
  Gespräch, spontanes
vgl. spontanes Gespräch
 
     
  Gesprächsanalyse
(auch: Gesprächslinguistik, Diskursanalyse, Dialoganalyse, Konversationsanalyse) - (derzeit nur Platzhalter!) - vgl. Gespräch Sprecherwechsel, Transkription, Notation, Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem,
 
     
  Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem
Abk. GAT; Transkriptionskonventionen der Forschergruppe Margret Selting, Peter Auer, Birgit Barden, Jörg Bergmann, Elizabeth Couper-Kuhlen, Susanne Günthner, Christoph Meier, Uta Quasthoff, Peter Schlobinski, Susanne Uhmann zur Notation von Äußerungen in einem Gespräch; plattformübergreifende und in allen Textverarbeitungsprogrammen und in Hmtl darstellbare Textnotation in zwei Ausprägungen Basistranskript und Feintranskript - Gesprächsanalyse, turn, Transkription, Notation
 
     
  Gesprächsbeitrag
auch: turn, Gesprächsschritt oder Redebeitrag- Grundeinheit des Gesprächs; kommunikative Handlung, die mit sprachlichen und nichtsprachlichen Mitteln vollzogen wird; 1) unter sprechakttheoretischer Perspektive bestehend aus dem illokutiven Akt, der einen bestimmten Handlungstyp repräsentiert (z. B. Versprechen, Ratschlag, Frage, Vorwurf, etc.) und dem propositionellen Akt, dem eigentlichen Inhalt der Äußerung;  2) unter gesprächslinguistischer Perspektive kann unter Bezugnahme auf die sprechakttheoretische Fundierung die Basisfunktion (= elementarer illokutiver Akt) und die Gesprächsfunktion eines Gesprächsbeitrages unterschieden werden; letzteres bezeichnet die konkrete kontextuelle Bedeutung eines Gesprächsbeitrags (turn) vor dem Hintergrund der unmittelbar vorangehenden Gesprächsbeiträge sowie bestimmtet Bedingungen und Gegebenheiten der Gesprächssituation (z. B. Beziehungskonstellation) (vgl. Brinker/Sager 1989, S. 64)- vgl. Gesprächsanalyseturn, Gesprächsschritt
 
     
  Gesprächsbereich
im gesprächsanalytischen Ansatz von Helmut Henne und Helmut Rehbock (1995) Bezeichnung für die Umfangsbestimmung von Gesprächen in der gesellschaftlichen Praxis; Gesprächsbereiche sind finalistisch, da sie für die Mitglieder der Gesellschaft spezifische Zwecke erfüllen, die durch die Ziele und Zweckbestimmungen der Gesprächsteilnehmer begründet sind; bezogen auf die Standardvarietät der deutschen Sprache, die deutsche Standardsprache, lässt sich eine bestimmtes Ensemble von Gesprächsbereichen definieren, für das bestimmte Regularitäten gelten;  (vgl. Henne/Helmut Rehbock 1995, S.28f.) - vgl. Gesprächsanalyse,
 
     
  Gesprächsfunktion
im gesprächsanalytischen Ansatz von Klaus Brinker und Sven Sager (1989) Bezeichnung für die konkrete kontextuelle Bedeutung eines Gesprächsbeitrags (turn) vor dem Hintergrund der unmittelbar vorangehenden Gesprächsbeiträge sowie bestimmtet Bedingungen und Gegebenheiten der Gesprächssituation (z. B. Beziehungskonstellation); unterschieden von der Basisfunktion, die dem illokutiven Akt (= elementare Sprechhandlung) entspricht; Basisfunktion und Gesprächsfunktion können, aber müssen keineswegs identisch sein, denn der Sprechakt des Fragens kann auch in einem konkreten Gespräch einen Vorwurf oder eine provokative Abwertung des Gesprächspartners darstellen- vgl. Basisfunktion, GesprächsbeitragGesprächsanalyseturn, Gesprächsschritt
 
      
  Gesprächskohärenz
Bezeichnung für den inneren Zusammenhang eines Gesprächs; beruht auf der gegenseitigen Kooperation der Gesprächspartner im Gespräch und ordnet jeden Gesprächsschritt in den inhaltlichen und kommunikativen Rahmen ein, der von den vorausgehenden Gesprächsbeiträgen geschaffen worden ist (vgl. Brinker/Sager 1989, S.72)  vgl. Gesprächsanalyse, turn,. Textkohärenz, Kohärenz
 
     
  Gesprächslinguistik
vgl. Gesprächsanalyse
 
     
  Gesprächsschritt
vgl. Gesprächsbeitrag - "Grundeinheit des Dialogs" (vgl. Brinker/Sager 1989, S.57) - vgl. Gesprächsanalyse, turn
 
     
  Gesprächssequenz
Abfolge bzw. Kombination von Gesprächsbeiträgen (Gesprächsschritten), die in vielfältiger Weise aufeinander bezogen sind und damit die Gesprächskohärenz konstituieren (vgl. Brinker/Sager 1989, S.72) - vgl. Gesprächsanalyse, turn
 
     
  Gesprächsstruktur
in der Gesprächsanalyse Bezeichnung für das "Gefüge von Relationen, die zwischen den Gesprächsbeiträgen als den unmittelbaren Strukturelementen des Gesprächs bestehen und die den inneren Zusammenhang, die Kohärenz des Gesprächs bewirken" (Brinker/Sager 1989, S.55)- vgl. Gesprächsanalyse, turn
 
     
  Gesprächstranskript
im Standardtranskript des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT) der Teil der dem Transkriptionskopf folgend die Transkription lautsprachlicher (und nonverbaler) Äußerungen in einem Gespräch umfasst -
vgl. Gesprächsanalyse, Transkription, Transkriptionskopf, GAT,
 
 
Gesprochene Rede
Begriff aus der Erzählforschung; Form der Figuren-/Personenrede; dient zur Unterscheidung von der so genannten stummen Rede, die Empfindungen und Gedanken einer Figur wiedergibt; Formen: Redebericht, direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede (vgl. Vogt 1996, S.303) - vgl. Figurenrede, stumme Rede, psycho-narration
     
  Gestalten, multimediales
vgl. Multimediales Gestalten
 
     
  Gestaltende Interpretation
vgl. gestaltendes Erschließen literarischer Texte,
 
     
  Gestaltendes Erschließen
in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) verwendete Bezeichnung für eine fachspezifische Erschließungsform von Texten bzw. Themen bei der schriftlichen Abiturprüfung; kann sich auf  literarische und pragmatische Texte beziehen;
Dabei sind die folgenden Operationen bzw. Leistungen der Analyse bzw. Interpretation verlangt:
  • differenzierte Erfassung der Textvorlage

  • Verdeutlichung des Textverständnisses

  • Erkennen der Gestaltungsmöglichkeiten der Vorlage

  • sensible Nutzung der Gestaltungsmöglichkeiten

  • überzeugende Strukturierung der eigenen Gestaltung

  • Erkennen und adäquate Anwendung literarischer Muster und poetischer Repertoires

  • Eigenständigkeit der Gestaltung

  • Einfallsreichtum bei der Gestaltung

  • Nuancenreiche Korrespondenzbezüge zu Stil und Strukturen der Vorlage

  • Entwicklung einer eigenständigen Argumentation

  • ggf. überzeugende Reflexion der eigenen Gestaltung

- vgl. untersuchendes Erschließen, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen literarischer Texte gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte, kreatives Schreiben, produktive Textarbeit,

 
     
  Gestaltendes Erschließen literarischer Texte
in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) verwendete Bezeichnung für eine fachspezifische Erschließungsform von Texten bzw. Themen bei der schriftlichen Abiturprüfung; kann sich auf  literarische und pragmatische Texte beziehen; ein literarischer Text soll durch eine (kreative) Gestaltungsaufgabe erschlossen werden; Dabei darf wie in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen gefordert, die Textvorlage "nicht als bloßer Auslöser eines subjektiven oder imitativen Schreibens fungieren."
Grundvoraussetzungen: klare Erfassung des Textes, angemessenes Textverständnis, das am Text überprüfbar sein muss; außerdem: Bezug auf den jeweiligen sprachgeschichtlichen oder literaturgeschichtlichen Kontext der Vorlage - vgl. gestaltendes Erschließen, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte, kreatives Schreiben, produktive Textarbeit,
 
     
  Gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. gestaltendes Erschließen, gestaltendes Erschließen literarischer Texte,
 
 
Gestaltung, textproduktive
vgl. textproduktive Gestaltung
     
  Geste
Unter kommunikationstheoretischem Aspekt eine nonverbale Handlung, die einem Zusehenden ein optisches Signal übermittelt (visuelle Kommunikation); die nonverbale Information wird im Allgemeinen mit den Armen und Händen übermittelt (gestikulieren), kann aber auch andere Körperteile umfassen, z.B. Kopf- und Beinbewegungen; in einem weiteren Sinne kann der Begriff auch Körperhaltung und Mimik (Gesichtsausdruck) umfassen; nach Morris (1977/2000) zwei verschiedene Arten von Gesten: a) beiläufige Gesten b) primäre Gesten - vgl. beiläufige Geste, primäre Geste
 
     
  Geste, beiläufige
vgl. beiläufige Geste
 
     
  Geste, primäre
vgl. primäre Geste
 
     
  Geste, sekundäre
vgl. beiläufige Geste
 
     
  Gestus
a) häufig gleichbedeutend mit Geste als einer normierten Gebärde (Bewegungen von Armen und Händen) b) in Bertolt Brechts Dramen- und Theatertheorie Bezeichnung für einen Komplex einzelner Gesten unterschiedlicher Art, die zusammen mit Äußerungen dem Verhalten und den Beziehungen der Menschen zueinander zugrunde liegt und diese maßgebend beeinflusst; im Allgemeinen bezeichnet ein Gestus daher die Beziehungen von Menschen zueinander - vgl. Geste, gesellschaftlicher Gestus
 
     
  Gestus, gesellschaftlicher
in Bertolt Brechts Dramen- und Theatertheorie Bezeichnung für einen Gestus, der Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Zustände zulässt; dieser gesellschaftlich relevante Gestus kann verbal wie nonverbal ausgedrückt werden. - Gestus
 
 
Gleichnis
manchmal auch synonym mit Parabel verwendet; Großform des Vergleichs; sprachliches Gestaltungsmittel zur Veranschaulichung und Intensivierung einer Vorstellung, eines Vorgangs oder eines Zustandes durch Vergleichen mit einem analogen Sachverhalt aus einem anderen, meist sinnlich-konkreten Bereich; Bildebene und Sachebene meist durch Vergleichspartikeln (so ... wie) zueinander in Beziehung gesetzt; Bild- und Sachebene müssen sich nur mit einem einzigen Vergleichsmoment aufeinander beziehen lassen (Ggs. Allegorie, die möglichst viele Entsprechungen anstrebt) - vgl. Allegorie, Parabel, Vergleich
 
Gliederung, inhaltliche
vgl. inhaltliche Gliederung
 
Gliederung, kognitive
vgl. kognitive Gliederung
 
Gliedsatz
1. allgemeine Bezeichnung für Nebensätze 2. Bezeichnung für die Satzgliedfunktion eines untergeordneten Nebensatzes (Untersatzes); Formen: Subjektsatz, Objektsatz, Adverbialsatz. Prädikativsatz, Attributsatz 3. häufig auch Unterteilung in Gliedsätze und Attributsätze
vgl. Attributsatz, Subjektsatz, Objektsatz, Adverbialsatz, Prädikativsatz
 
Gliedteilsatz
vgl. Attributsatz
 
Glosse
(Derzeit nur Platzhalter!)

  pfote_bl.gif (897 Byte)

Grammatik
vgl. Syntax
 
Grammatische Figuren
vgl. Satzfiguren. rhetorische Figuren
 
Grobgliederung
Oberste Gliederungsebene; bei einem Text die, meist nur wenige Textabschnitte umfassenden Ebenen, mit der sich ein Text als Ganzes in (grobe) Sinneinheiten gliedern lässt; im Allgemeinen nicht gleichbedeutend mit Sinnabschnitten, die keine Hierarchie in Gliederungsebenen herstellen müssen, aber zu deren Erstellung zumindest hilfreich sind; - vgl. Sinnabschnitte, Textgliederung,
     
  Group writing
vgl. Gemeinsames kooperatives Schreiben
 
     
  Grundlagenwissen
auch: Grundwissen, Basiswissen; allgemeine Bezeichnung für Wissensbestände, die als Grundlage für andere Wissensbestände oder Konzepte angesehen werden; meistens auf deklaratives Wissen bezogen, wenngleich es auch andere Arten von Wissen einbeziehen kann wie z. B. prozedurales Wissen, Handlungswissen etc. - vgl. Wissen, Basiswissen, Grundwissen,
 
     
  Grundwissen
auch: Grundlagenwissen, Basiswissen; allgemeine Bezeichnung für elementare Wissensbestände, die als Grundlage für andere Wissensbestände oder Konzepte angesehen werden; meistens auf deklaratives Wissen bezogen, wenngleich es auch andere Arten von Wissen einbeziehen kann wie z. B. prozedurales Wissen, Handlungswissen etc. - vgl. Wissen, Basiswissen, Grundlagenwissen,
 
 
Gruppencharakteristik
Form der (literarischen) Charakteristik; Betrachtung einer Gruppe von Personen oder literarischen Figuren - vgl. Charakteristik, literarische Charakteristik, Einzelcharakteristik, Typencharakteristik, vergleichende Charakteristik 
Beispiel: Die Lübecker Gesellschaft in  Thomas Manns "Die Buddenbrooks" (literarisches Beispiel) - Jugend 2000 (nichtliterarisches Beispiel)
 
Gruppenjargon
Bezeichnung für die "Sprache" (Varietät), die nur einer bestimmten Gruppe von Menschen (Merkmale der Gruppenbildung: Alter, Geschlecht, Tätigkeit usw.) verständlich und geläufig ist (z.B. Jugendsprache, Sprache der Twens...) - vgl. Berufsjargon, Jargon, Slang
     
  Gültigkeit
in der Argumentationslehre Bezeichnung für Geltungsansprüche, die durch ihre Einlösung bestätigt werden (vgl. Kopperschmidt 1989, S.16)  - vgl. Geltungsanspüche, Argumentation, argumentative Themenentfaltung, strittig,
 

pfote_bl.gif (897 Byte)

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

     

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de