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Sprechakte zur Kontaktumgrenzung

Überblick


FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Linguistik (Sprachwissenschaft)
RechtschreibungGrammatik / Syntax Semantik Pragmatik ▪ Überblick Sprechen als Handeln Überblick Handlungsarten Sprechen als kommunikatives Handeln Komponenten von Sprachhandlungen Sprechakte ÜberblickDidaktische und methodische Aspekte Teilakte eines Sprechaktes Notwendige Bedingungen für das Gelingen von Sprechakten Regeln für den Vollzug von Sprechakten Sprechakttypen ÜberblickKlassen von Sprechakten (Searle)  Partnerorientierte und sprecherorientierte Sprechakte (Engel) Überblick Partnerorientierte Sprechakte Überblick Mitteilungsakte ▪ Ausgleichsakte Personen festlegende Sprechakte Überblick Den/die Sprecherin* festlegende Sprechakte (Selbstfestlegungen) Verhalten des/der Partnerin* festlegende Sprechakte  Verhalten des/der Sprecherin* selbst und Partnerverhalten festlegende Sprechakte Überblick Angebot Drohung [ Kontaktumgrenzung Überblick Gruß Anrede Vorstellung Adresse Absender ] Verhalten beliebiger, meist Dritter, Personen festlegende Sprechakte Sprecherorientierte Sprechakte  Indirekte Sprechakte Bausteine Bausteine Kommunikation Soziolinguistik Textlinguistik Gesprächsanalyse Schreibformen Rhetorik Filmanalyse Operatoren im Fach Deutsch
 

▪ Sprechen als Handeln
  Überblick
 
Handlungsarten
 Sprechen als kommunikatives Handeln

Sprechakte, die vor allem die Aufgabe haben, "Anfang oder Ende eines Kommunikationsereignisses zu markieren", (vgl. Engel 1996, S.60) lassen sich als kontaktumgrenzende Sprechakte bezeichnen.

Sie gehören im Rahmen der ▪ partnerorientierten Sprechakten zu den  ▪ Sprechakten, die Personen festlegen, und zwar legen sie das ▪ Verhalten des/der Sprecherin* als auch das Partnerverhalten fest.

Gerade im Bereich der Kontaktumgrenzung sind natürlich die Dinge stets im Fluss. Denn das von ihnen ausgedrückte Verhalten ist in hohem Maße kultur-, gesellschafts- und zeitabhängig.

Und immer wieder wird der Versuch gemacht, gängige Konventionen in Form von Regelwerken zu den  »Umgangsformen, kurz auch Benimmregeln genannt, festzulegen.

Die Kontaktumgrenzungsfunktion solcher Sprechakte wird sichtbar, wenn man sie einzeln betrachtet (vgl. Engel 1996, S.60-66).

  • Wenn jemand einen ▪ Gruß ausspricht, signalisiert er seinem Partner, dass er den Kontakt eröffnen oder beendigen will. Manchmal sogar beides. So kennen wir so genannte Eröffnungsgrüße, mit denen wir uns im direkten Gespräch begrüßen, wenn wir uns in bestimmten Situationen begegnen. Abschiedsgrüße äußern wir, wenn wir uns voneinander trennen. Und mit der so genannten Ergehensfrage in ihren unterschiedlichen Varianten (z.B. a) Wie geht's? oder b) Wie geht es dir/Ihnen? usw.) ergänzen wir unter bestimmten Voraussetzungen unseren Gruß in vertraulicher (a) oder etwas eindringlicherer (b) Manier.

  • Mit der Verwendung einer ▪ Anrede zielt ein Sprecher auf eine Intensivierung des kommunikativen Kontakts zu seinem Partner. Aus diesem Grunde spricht er ihn z. B. mit seinem Vor- und oder Nachnamen an. Dabei können es gesellschaftliche Konventionen oder die besondere Kommunikationssituation erfordern, dass dabei auch der Titel entweder mit oder ohne nachgestellten Namen verwendet wird.

  • Bei der (persönlichen) ▪ Vorstellung signalisiert man in einem Gespräch seine Kommunikationsbereitschaft und gibt sich als Kommunikationspartner zu erkennen. Wer sich oder andere vorstellt, eröffnet damit den aktuellen Kommunikationsprozess. Insofern stellt die Vorstellung, die überwiegend in den Bereich der gesprochenen Sprache fällt, ein Begrenzungssignal, hier im Allgemeinen die Eröffnung, einer Kommunikationssituation dar.

  • Die ▪ Adresse, die es nur in der geschriebenen Sprache (z.B. Brief, ▪ offizieller Brief,▪  privater Geschäftsbrief usw.) gibt, dient zur Kontaktherstellung. Dies hat sie mit der Anrede gemeinsam, für die dies häufig ebenso gilt. Allerdings richtet sich die Adresse  nicht direkt an den Partner, sondern eher an die Personen, die die Post zustellen. Die Abfassung einer ▪ Adresse (▪ Absenderanschrift, ▪ ▪ Empfängeranschrift) ist standardisiert (z.B. DIN 5800) und hat insofern, wie Engel (1996, S.65) sagt, "kanonische Form".

  • Mit dem Absender als ▪ Sprechakt gibt man sich, ganz ähnlich wie bei der ▪ Vorstellung, als Kommunikationspartner zu erkennen. Wie bei dieser setzt man damit auch ein Begrenzungssignal im Rahmen des aktuellen Kommunikationsvorgangs, wobei er sowohl zur Eröffnung als auch zur Beendigung des aktuellen Kommunikationsprozesse verwendet werden kann (Eröffnungs- und Schlusssignal). Absender als Sprechakte finden sich z. B. in ▪ privaten Geschäftsbriefen stets oben auf der Seite als standardisierte Form der Adresse (Musterbrief), aber auch am Ende eines Briefes (▪ Haupttextes, Brieftextes) schließt sich im Anschluss an die abschließende ▪ Grußformel mit der hand- und/oder maschinenschriftlichen Unterschrift ein solcher Sprechakt an. Und natürlich zählt auch der Absender, den man, mitunter mit dem expliziten Begriff "Absender:" versehen, auf einen Briefumschlag vorne oder hinten oder im dafür vorgesehenen Feld einer Paketkarte z. B. notiert, ebenfalls dazu.

▪ Sprechen als Handeln
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Handlungsarten
 Sprechen als kommunikatives Handeln

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.01.2021

   
 

 
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